Concordia-Siedlung wird Fenster zur Vergangenheit und Zukunft

Zum Jahr der Industriekultur kommt dem Oelsnitzer Wohnviertel eine besondere Rolle zu. An einem Mai-Wochenende 2020 wird sie zum Ausstellungsort der besonderen Art. Was ist geplant?

Oelsnitz.

Einige Lugauer Oberschüler haben kürzlich ein Bushäuschen für ihre Schule geplant und bei "Architektur macht Schule" dafür gute Resonanz erhalten. Demnächst dürfen sie ihre Pläne im Stadtrat vorstellen. Mit dem Schwung dieses Erfolges geht die Oberschule am Steegenwald im neuen Schuljahr das nächste Projekt an. Im Fokus steht das Thema "Wie haben unsere Großeltern gelebt?".

Doch von Beginn an: Die Stadt Oelsnitz möchte das Jahr der Industriekultur im kommenden Jahr auf breitere Beine stellen. Neben der Landesausstellung, die das Bergbaumuseum als Außenstelle führt, rückt dabei auch die Concordia-Siedlung auf dem ehemaligen Gelände des gleichnamigen Schachtes in den Blick. Ein Architekturwettbewerb wird demnächst ausgeschrieben, der Entwicklungsmöglichkeiten der Siedlung aufzeigen soll. "Sie ist nur noch bedingt ein Wohnstandort", sagt Bürgermeister Bernd Birkigt. "Die Gebäudehüllen sind jedoch zu schade, um sie aufzugeben." Daher solle eruiert werden, wie die Concordia-Siedlung in Zukunft entwickelt werden solle. "Wir wollen nicht unbedingt altengerechtes Wohnen dort etablieren, daher soll auch der Sozialraum in den Blick genommen werden", sagt Birkigt, der sich von dem Wettbewerb mehrere Alternativen für spätere Planungen erhofft. "Eine gut besetzte Jury wird die Beiträge bewerten", sagt Birkigt.


Zum Jahr der Industriekultur werden in einem Häuserblock die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs ausgestellt. Das ist für den Mai geplant. Dann kommt auch die Oberschule am Steegenwald wieder ins Spiel. Denn dann werden auch die Ergebnisse der Schülerarbeit präsentiert. "Wir werden eine oder zwei Wohnungen originalgetreu ausstatten", sagt Kunstlehrerin Susann Popp, die das Projekt begleiten wird. Dabei werden nach Möglichkeit auch alte Handwerkstechniken zum Einsatz kommen. Unterstützt werden die Schüler zudem von den Museumspädagogen des Bergwerkmuseums. Welche Schüler genau das Vorhaben stemmen werden, ist noch ebenso offen, wie das konkrete Vorgehen. Prinzipiell ist das Projekt in den Klassenstufen sieben bis neun angesiedelt.

Dass die Oberschule am Steegenwald den Zuschlag bekommen hat und nicht die Oelsnitzer Turley-Oberschule, hat einen einfachen Grund. Die Turleyschule war projektmäßig schon ausgelastet. Für Birkigt stellt das kein Problem dar: "Wir verstehen uns ohnehin als Lugau-Oelsnitzer Revier." Auch die Lugauer Schulleiterin Dagmar Schmidt sieht in der ortsübergreifenden Zusammenarbeit kein Problem: "Schule hört nicht an der Schultür auf. Ob wir im Heimat- oder Nachbarort aktiv sind, spielt keine Rolle. Das ist eine Sache der Region." So oder so seien solche Aktivitäten eine Bestätigung für die Schüler. Und sie scheinen ausgesprochen beliebt zu sein. "Die Schüler sind heiß darauf", sagt Susann Popp. Beim Vorgängerprojekt seien die Ausfahrten der Renner gewesen. "Die Schüler kommen so an Orte, wie Museen, die sie sonst vielleicht nicht besuchen würden." Für das kommende Schuljahr ist ein Besuch des internationalen Streetart-Festivals Ibug geplant. "Dort können sie sehen, wie mit wenig Mitteln viel erreicht und was mit Improvisation alles auf die Beine gestellt werden kann", sagt Popp.

Das dürfte für die Schülerfirma interessant sein, die unter anderem im Catering eingebunden wird. Eine andere Schülergruppe wird die Werbung für das Veranstaltungswochenende unterstützen.

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