Die Mühen der Badöffnung

Die Freibäder dürfen wieder öffnen; allerdings unter strengen Auflagen. An der Umsetzung wird nun getüftelt.

Burkhardtsdorf/Gornsdorf.

Die baldige Öffnung der Freibäder steht und fällt mit einem schlüssigen und umsetzbaren Hygienekonzept. "Wir haben am Montag den Landkreis als zuständige Behörde nach den Vorgaben gefragt und bis heute keine Antwort erhalten", sagt Verwaltungsstabsleiter Jörg Spiller aus Burkhardtsdorf. Er arbeitet mit seinem Team nun anhand der bekannten, allgemeinen Vorgaben an einem Hygienekonzept und hofft auf eine Genehmigung aus Annaberg.

Rund 600 Quadratmeter Beckenfläche stehen im Burkhardtsdorfer Freibad zur Verfügung. Daraus errechnet Spiller eine maximale Nutzerzahl von 60 Schwimmern gleichzeitig. "Wenn wir davon ausgehen, dass etwa ein Drittel der Gäste gleichzeitig im Becken sind, kommen wir auf eine maximale Gästezahl von 180", rechnet Spiller weiter. Die werde man voraussichtlich auf 250 bis 300 aufrunden.

Dazu soll es gestaffelte Öffnungszeiten geben. Morgens eineinhalb Stunden Frühschwimmen, dann eine 30-minütige Schließzeit. Es könnte eine Familienbadezeit von 12 bis 17.30 Uhr folgen. Dann wieder eine Schließzeit, ehe 90 Minuten Spätschwimmen möglich wären. Noch sind das alles nur Überlegungen, die am Montag und Dienstag mit allen zuständigen Mitarbeitern beraten und verfeinert werden sollen. Dann wird auch das Gornsdorfer Bad mit im Boot sein. "Wir peilen an, in beiden Bädern die gleiche Verfahrensweise anzuwenden", sagt Spiller. Seine Zielsetzung ist, die Bäder am 1. Juni zu eröffnen.

Bis dahin müssten auch Beschilderungen angebracht werden. Beispielsweise für den Beckenzu- und -ausgang. "Die Idee ist, eine Außendusche als Eingangsbereich und eine als Ausgangsbereich auszuzeichnen", sagt Spiller. Für die Rutsche würden zudem Nutzungszeitfenster definiert. In den Umkleide- und Sanitärbereichen sieht Spiller keine großen Probleme, die Abstandsregeln einhalten zu können. Allenfalls die Burkhardtsdorfer Duschen seien nicht räumlich getrennt.

Auch die Gornsdorfer Verwaltung will die Auflagen abwarten. "Es sind viele Fragen offen", sagt Bürgermeisterin Andrea Arnold. Wie oft müssten welche Flächen desinfiziert werden, zum Beispiel. "Oder ob jeder Badegast ein Formular ausfüllen muss, damit wir ihn im Zweifel einer Infektion kontaktieren können." Das Naturbad kostet die Gemeinde pro Saison rund 200.000 Euro. An guten Tagen tummeln sich 1000 Menschen im Bad. "Wenn wir diese Anzahl deutlich beschränken müssen, müssen wir überlegen, ob sich das noch rechnet", so Arnold, die das Thema mit dem Gemeinderat besprechen will. "Uns wäre es lieb, öffnen zu können. Aber es muss auch zu stemmen sein."

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