Dorfgemeinschaftshaus könnte richtig teuer werden

Gornsdorf hat zum ersten Mal einen Doppelhaushalt aufgestellt. Ein Posten hat sich deutlich verändert, denn das größte Projekt im Ort offenbarte eine böse Überraschung.

Gornsdorf.

Der Umbau der alten Grundschule zum Dorfgemeinschaftshaus und - sollte der Freistaat die Ortsdurchfahrt tatsächlich bauen - der Anteil für den Gehweg, das sind die größten Investitionen im aktuellen Haushalt der Gemeinde Gornsdorf. Erstmals wurde der Finanzplan zum Doppelhaushalt zusammengefasst. "Wir gewinnen dadurch mehr Zeit bis zur Aufstellung des nächsten Haushalts", sagte Bürgermeisterin Andrea Arnold (CDU). Der Gemeinderat stimmte dem Haushalt für 2019/20 in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu.

Bisher waren für das Dorfgemeinschaftshaus 1,1 Millionen Euro eingeplant. Knapp die Hälfte sind als Fördermittel bereits bewilligt. Nun aber verhandelt Andrea Arnold erneut mit den Fördermittelgebern. "Drei Viertel des Daches sind vom Hausschwamm befallen. Wir sind uns mit dem Gemeinderat einig, dass einzig eine Komplettsanierung etwas bringt", so die Bürgermeisterin. Die kostet rund 350.000 Euro. Noch verzögert dieser Umstand die Arbeiten in der alten Schule nicht, aktuell werden im Keller Hochwasserschäden von 2013 beseitigt. "Doch bis kurz nach der Sommerpause sollten wir das geklärt haben."


Bis Ende 2023 verlängert wurde dagegen die Frist für die Fördermittel für das dann letzte Hochwasserprojekt der Gemeinde: die Sanierung des Bachs am Naturbad. Dort werden aktuell die Tiere erfasst. Das dauert bis Ende August, danach steht fest, welche Schutzmaßnahmen erfüllten werden müssen. Der Bach war beim Hochwasser 2013 ausgespült worden. Auch weil sich oberhalb des Bereichs früher einmal eine Müllhalde befand, ist eine Sanierung erforderlich. Bisher sind 370.000 Euro dafür veranschlagt.

Wie es mit der Ortsdurchfahrt weitergeht, weiß die Bürgermeisterin nicht. "Noch immer steht die Frage im Raum, ob und wie die Sonnenstraße als Umleitungsstrecke eingesetzt werden kann." Die Gemeinde und auch der RVE sind dafür, dass die Straße so saniert wird, dass auch die Busse des öffentlichen Nahverkehrs sie nutzen können. "Das stößt beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr nicht auf Gegenliebe", so Arnold. Dieses aber ist Bauherr, Gornsdorf steuert nur den Gehweg bei. Die Maßnahme ist auf fünf Jahre angelegt, 2019 stehen 450.000 Euro, 2020 knapp 434.000 Euro im Haushalt - wohl wissend, dass dieser Zeitplan nicht mehr eingehalten wird.

Die größten Einnahmen für die Gemeinde bleiben der Anteil aus der Gewerbesteuer. Mit jeweils 1,8 Millionen Euro rechnet das Rathaus dieses und nächsten Jahr. Dafür aber muss die Gemeinde eine Umlage zahlen: knapp 162.000 Euro in diesem und gut 157.000 Euro im nächsten Jahr. Auch die Umlage an den Landkreis (knapp 702.000 Euro in 2019 und 668.000 Euro in 2020) sowie die sogenannte Reichensteuer (knapp 490.000 Euro in 2019 und 465.000 Euro in 2020) schmälern die Einnahmen. Wenn alles nach Plan läuft, kann die Gemeinde dennoch jährlich gut 117.000 Euro Schulden tilgen und würde Ende 2020 mit einem Schuldenstand von gut 1,8 Millionen Euro dastehen.

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