Duftige Aquarelle einer Hobbykünstlerin

Seit zehn Jahren beschäftigt sich Maria Köster intensiv mit der Aquarellmalerei. Jetzt zeigt sie ihre Arbeiten erstmals öffentlich. Sie räumt ein, noch immer eine Lernende zu sein.

Thalheim.

Aquarell ist nicht gleich Aquarell. Von dieser Binsenweisheit kann man sich derzeit in der Stiftung Tholm überzeugen, in der am Sonntag die Ausstellung "Faszination Wasser & Farbe" mit Werken der Thalheimer Hobbykünstlerin Maria Köster eröffnet wurde. Die Aquarelle zeigen Tiere, Blumen, Landschaften und Architektur. Bei einigen Bildern sind die Motive sehr exakt ausgeführt, wirken fast technisch genau. Bei anderen Motiven lässt Köster die Konturen verschwimmen. Diese Bilder wirken duftig und leicht. Die Hobbymalerin sagt von sich selbst: "Das Malen wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Im Gegenteil, das ging überhaupt nicht."

Als Kind wurde Maria Köster zum Schreiben und Malen mit der rechten Hand angehalten. Doch sie ist Linkshänderin. Inzwischen malt sie mit links. Bei der Signierung der Bilder kann man übrigens ein bekanntes Phänomen umgeschulter Linkshänder bestaunen: Die mit der linken Hand ausgeführten Unterschriften und Datierungen sind seitenverkehrt, also in Spiegelschrift zu lesen.

Geboren wurde Maria Köster 1955 in Karl-Marx-Stadt, doch aufgewachsen ist sie in Thalheim, wo sie bis heute lebt. Nach der Lehre in den Technisch-Physikalischen Werkstätten hat sie bei Esda gearbeitet, später war sie als technische Beraterin im Außendienst tätig. Während dieser Tätigkeit belegte sie erstmals einen einwöchigen Aquarellkurs in Tirol. Richtig klappen wollte es auf Anhieb aber nicht. Maria Köster erklärt mit augenzwinkerndem Blick auf sich selbst: "Zu viel Wasser oder zu wenig Wasser, zu viel Farbe oder zu wenig Farbe, oder liegt es am Papier? Aber eines war klar: An mir kann es nicht liegen."

Köster hatte trotz magerer Ergebnisse gespürt, dass ihr das Aquarellmalen guttut. Dennoch blieb während des Berufslebens keine Zeit dafür. Erst als sie die Arbeit vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, war wieder Zeit fürs Malen. Nach Versuchen an den hiesigen Volkshochschulen hat sie vor zehn Jahren in der Fränkischen Schweiz "ihre" Kursleiterin gefunden. "Alles was ich gelernt habe, verdanke ich Renate Knöttner", sagt sie. Noch heute fährt Maria Köster regelmäßig zum Unterricht in die Fränkische Schweiz, denn als fertige Künstlerin empfindet sie sich nicht: "Ich möchte mich zum freien Aquarell hin bewegen. Trotzdem habe ich noch oft den kleinen Pinsel in der Hand - und damit wird es dann ganz genau." Auch bei den Motiven will sie noch mehr. Ob Löwen oder Wellensittiche, toskanische Dorfidylle oder weite Landschaft, derzeit zeichnet Köster ihre Motive nach einer Vorlage. "Langfristig würde ich gern auch in der Natur malen."

In der jetzigen Ausstellung zeigt Maria Köster ihre Bilder erstmals öffentlich. Das Vernissage-Publikum war begeistert. "Das ist superschön", meint Anja Richter aus Pfaffenhain. Die 39-Jährige absolviert derzeit ein Fernstudium Malen/Zeichnen in Hamburg, kennt die Herausforderung des Aquarells daher sehr gut. Sie beschreibt die Faszination dieser Technik: "Das Besondere am Aquarell ist, dass es Leichtigkeit transportiert."

Die Ausstellung "Faszination Wasser & Farbe" wird bis zum 19. April in der Stiftung Tholm, Friedrichstraße 1a, gezeigt. Geöffnet ist sonntags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.