Familie des kleinen Ewen muss weiter auf Spenden hoffen

Die spezielle Behandlung des schwerstbehinderten Jungen finanziert die Krankenkasse nicht. Was sind dafür die Gründe?

Oelsnitz.

Stefanie Wittig, die Mutti des seit seiner Geburt schwerstbehinderten Fünfjährigen, will das Beste für ihr Kind - und darum möchte sie es weiter in der Slowakei therapieren lassen. Denn für die Oelsnitzerin sind die Erfolge nach den bisher dort erfolgten jeweils zweiwöchigen Behandlungen augenscheinlich. Ihre Krankenkasse, die Barmer, lehnt die Finanzierung indes ab. Es handle sich immer um eine Einzelfallentscheidung, erklärt die Barmer-Landesspressesprecherin Claudia Szymula auf die Frage, warum es bei anderen Patienten auch schon positive Bescheide für die Therapie in der Slowakei gab.

Die Gründe für die Ablehnung bei Ewen, kurz zusammengefasst: Es werde immer individuell geprüft, zudem müsse man gesetzliche Regelungen beachten, so Szymula. Unter anderem dürfe die Versorgung das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschreiten. In Ewens Fall habe man extra den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Prüfung der Unterlagen beauftragt. Im Ergebnis dessen sei eine Kostenübernahme nicht möglich. Es gebe leider keinen medizinischen Nachweis, dass die Adeli-Therapie einen günstigeren Einfluss auf Ewens Gesundheit habe als Verfahren in deutschen Einrichtungen, sagt Szymula. Das heißt, wenn Ewen weiter eine sogenannte Adeli-Therapie erhalten soll, muss Stefanie Wittig diese entweder aus eigener Tasche bezahlen oder weiter auf die Unterstützung von Spendern hoffen. Die haben bereits mehrere Aufenthalte ihres Sohnes im Adeli-Zentrum Piestany finanziert.

Hinter Adeli steht eine Therapie, die auf Erkenntnissen aus der Raumfahrtmedizin aufbaut. Im Herbst 2015 war Ewen das erste Mal zur zweiwöchigen Behandlung im slowakischen Piestany, im Frühjahr 2016 dann erneut. Den dritten Aufenthalt im Herbst 2016 finanzierte der Verein "Leser helfen", seither macht sich die Thalheimer Mundartmoderatorin Marianne Martin für Ewen stark. Sie hat ein Spendenkonto eingerichtet und animiert die Menschen unermüdlich dazu, mit ihrer Spende die Fortsetzung der Therapien für den schwerstbehinderten Jungen zu ermöglichen.

Stefanie Wittig ist für diese Hilfe unendlich dankbar, sagt aber zugleich, dass dies keine Lösung auf Dauer sei. Für sie ist es unverständlich, dass die Barmer nicht wenigstens für die Heilmittel - also die reine Behandlung ohne beispielsweise Unterkunfts- und Fahrtkosten - aufkommt. Darum reichte sie nach jedem Aufenthalt in Piestany bei der Barmer einen Antrag auf Kostenerstattung ein. Nur einmal, im Frühjahr 2017, wurde dieser positiv beschieden. Aber, so Szymula auf Nachfrage von "Freie Presse": Dies habe sich später, bei interner Prüfung, als Fehler erwiesen. Und aus der Erstattung leite sich auch kein Anspruch für die Zukunft ab.

Die Barmer empfiehlt die Klinik Bavaria Zscheckwitz in Kreischa. Dort war Ewen aber schon zweimal. Für Stefanie Wittig sind die Therapien nicht vergleichbar, die Intensität der Behandlung sei in Piestany viel größer. "Die zwei Wochen in Piestany haben Ewen mehr gebracht als drei Monate in Kreischa."

Das Spendenkonto (Inhaber Marianne Martin): Erzgebirgssparkasse, IBAN DE388705 40001595433658, BIC WELA DED1STB, Verwendungszweck "Hilfe für Ewen" .

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