Gewerbesteuer: Niederdorf plant eine Million weniger ein

Angesichts der Übernahme von SKS geht die Gemeinde zurückhaltender vor. Das große Bauvorhaben zur Erweiterung der Kindertagesstätte soll aber in diesem Jahr starten.

Niederdorf.

Weil der größte Zahler von Gewerbesteuer im Ort Anfang des Jahres in Teilen von einem anderen Unternehmen übernommen wurde und die Sparkasse die Gemeinde im April verlassen wird, hat Niederdorf beim Haushalt für dieses Jahr die Erwartungen für diese Einnahmequelle deutlich gesenkt. Flossen im Jahr 2018 nach derzeitigem Stand noch 3,3 Millionen Euro Gewerbesteuer in die Gemeindekasse - ein Rekordergebnis - geht der Haushalt von 2019 aktuell nur noch von knapp 2,4 Millionen Euro aus. Das ist aber immer noch über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, der bei knapp 2,1 Millionen Euro liegt.

Hintergrund ist, dass zwei Unternehmen der SKS-Gruppe zum 1. Januar 2019 von der Phoenix-Contact-Gruppe übernommen wurden. Betroffen davon sind die SKS Kontakttechnik GmbH sowie die Pulsotronic GmbH & Co KG mit insgesamt 400 Mitarbeitern. "Wir stehen in engem Kontakt zu SKS. Das neue Unternehmen ist deutsch und familiengeführt. Also keine chinesische Heuschrecke. Wir blicken da sehr positiv in die Zukunft", betont Niederdorfs Bürgermeister Stephan Weinrich. Dennoch sei nicht klar, wie sich die Übernahme auf die Gewerbesteuer auswirken werde. Vorsichtshalber wurde für die beiden nun übernommenen Firmen daher eine Gewerbesteuer in Höhe von null Euro angenommen. Auch die Sparkasse sei ein guter Steuerzahler gewesen, sagt Weinrich. Diese beiden Veränderungen in Summe haben Niederdorf zur Anpassung im aktuellen Haushalt bewogen, die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet hat.

Die größte Investition der Gemeinde wird dagegen für die Kleinsten sein. Die Erweiterung der Kindertagesstätte Wirbelwind soll beginnen. Dafür stehen dieses Jahr 700.000 Euro und nächstes Jahr 900.000 Euro im Haushalt, wobei Niederdorf auch Fördermittel erhält. "Unser Wunsch ist, dass wir nächstes Jahr fertig werden mit dem Bau. Es wird aber wohl eher 2021 werden", sagt Weinrich. Über die Erweiterung war eine Zeit lang diskutiert worden, es gab verschiedene Varianten. Nun wird der Bau schräg am bisherigen Gebäude entstehen, damit nicht zu viel Platz von der Festwiese verloren geht. "Denn die hat sich mittlerweile zum Ortsmittelpunkt entwickelt", sagt der Bürgermeister. Aktuell bietet die Kita Wirbelwind Platz für 24 Kinder in der Krippe und 41 im Kindergarten. Mit der Erweiterung sollen 15 Plätze in der Krippe und 25 im Kindergartenbereich hinzukommen.

Die drei größten Straßenbaumaßnahmen werden in diesem Jahr die Neue Straße (230.000 Euro), die August-Bebel-Straße (220.000 Euro) und die Dorfstraße (200.000 Euro) sein, wo jeweils die Decken saniert werden. In die Neue Straße lässt die Gemeinde dabei erstmals Leerrohre für Glasfaserkabel verlegen.

Der Ausbau des Rad- und Fußweges entlang der S258 wurde in diesem Jahr erneut in den Haushaltsplan aufgenommen, da die Maßnahme 2018 nicht begonnen wurde. Allerdings sind nur 50.000 Euro Planungskosten für dieses Gemeinschaftsprojekt mit dem Freistaat eingerechnet, da es für die Maßnahme noch immer keinen Zeitplan gibt.

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