Happy End für Luna und Swistak

Langzeitinsassen: Im Tierheim Waldfrieden finden Hunde, Katzen, Klein- und mitunter sogar Wildtiere ein Domizil, weil sie ausgesetzt wurden oder nicht mehr dort bleiben können, wo sie gelebt haben. Manche von ihnen finden schnell ein neues Zuhause, manche nicht. Letztere stellen wir in loser Folge vor. Heute sind es zwei Mischlingshunde.

Stollberg.

Luna läuft an der Leine um Kai Zicker herum und schnüffelt neugierig auf dem Boden. Das war noch vor einiger Zeit undenkbar, sagt Zicker, der ehrenamtlich im Tierheim und im Vereinsvorstand aktiv ist. Er weiß noch, wie schwer die Arbeit anfangs mit der Hündin war. Furchtbar ängstlich sei sie gewesen, jedes Auto, jedes Steineknirschen habe Luna erschreckt. Dass sie im Beisein von Menschen entspannt herumschnüffelt ist ein Riesenfortschritt. Und es weist auf ein mögliches Happy End für den Tierheiminsassen hin. Denn Luna galt lange Zeit als menschenscheu und bis vor wenigen Monaten auch als nicht vermittelbar.

Wie Swistak, mit dem Luna Anfang 2013 aus Polen ins Stollberger Tierheim kam. "Sie wurden dort als Kettenhunde gehalten, der polnische Tierschutz hat uns um Hilfe gebeten und sie gebracht", erklärt Susann Scheibner, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Stollberg und Umgebung, der Träger des Tierheims ist. Swistak, ein bunter Mix aus verschiedenen Rassen, wurde vermutlich 2008 geboren, der Collie-Mix Luna etwa 2007.

Weil beide Vierbeiner sehr wild und Menschen gegenüber ängstlich waren, bekamen sie einen extra Auslauf und ein kleines Hundehaus für sich. Tierheimmitarbeitern gegenüber seien die beiden durchaus auch mal neugierig gewesen, aber sie hatten keinerlei Vertrauen zu Fremden, sagt Susann Scheibner. Mit ihnen Gassi zu gehen sei beispielsweise unmöglich gewesen. Sie sah deshalb ein Problem auf das Tierheim zukommen, wenn die Hunde älter und auch mal krank werden. "Sie hätten ja keinen an sich rangelassen. Notwendige Impfungen waren nur übers Blasrohr möglich." Also wurde im Frühjahr beschlossen, die beiden Hunde zu trennen und an die Menschen zu gewöhnen. Luna sollte ein Zimmer im Hundehaus bekommen - mit eigenem Auslauf, weil ein Anleinen zu der Zeit noch unmöglich war. "Wir haben damals die Gunst der Stunde genutzt, dass sie wegen einer tierärztlichen Behandlung in Narkose war, und haben sie reingeholt", erzählt Scheibner. Vor wenigen Wochen wechselte Swistak auf gleiche Weise zunächst in einen kleineren Auslauf, vor einigen Tagen dann in ein Zimmer im Hundehaus mit Verbindung nach draußen. So könne man besser mit ihm arbeiten, sagt Scheibner.

Das tut insbesondere Anne Lange. Die 21-Jährige hat sich im Mai beim Tag der offenen Tür in den Hund verliebt. "Es hat sofort gefunkt", erklärt die junge Frau, warum sie Swistak möglichst mindestens zweimal in der Woche besucht und gern irgendwann mit zu sich nehmen möchte. Aber bis dahin sei noch einiges zu tun.

Und so gibt es für beide Langzeitbewohner vermutlich ein glückliches Ende, denn auch bei Luna glaubt Scheibner, dass einer Vermittlung in ein neues Zuhause irgendwann nichts mehr im Wege steht.

Am Wochenende wird im "Waldfrieden" gefeiert. Samstag und Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr, findet das 16. Tierheimfest statt. Tierheim und Bewohner können bei einem Rundgang kennengelernt werden, die Mitarbeiter beantworten gern Fragen. An beiden Tagen sind unter anderem eine Tierheilpraxis und ein Hundeshop vor Ort, es gibt Tombola, Glücksrad und Flohmarkt. Am Sonntag sind zudem unter anderem auch Vorführungen durch einen Hundesportverein geplant.

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