In Geyer lassen sich die Cowboys nieder

Am Freizeitbad soll auf 6000 Quadratmetern ein Wild-West-Themenpark mit Erlebnisgastronomie entstehen. Die Siedlung wird unter anderem über Saloon, Pferdestall und eine Kirche verfügen. Und auch einen Bürgermeister soll es geben.

Geyer.

Der wilde, wilde Westen, fängt gleich hinter Geyer an. So könnte bald der Kultsong der norddeutschen Country-Band Truck Stop umgemünzt auf die Bingestadt lauten. Dort, in Nachbarschaft zum Freizeitbad und damit außerhalb der eigentlichen Ortslage von Geyer, soll "Old Miners Creek" entstehen - ein Western-Themenpark mit Erlebnisgastronomie.

Auf einer Fläche von zirka 6000 Quadratmetern wollen die beiden Investoren Tonio Werl und Olaf Weiskopf 40 Häuser im Gartenhausstil errichten. Dazu gehören unter anderem Stallungen, ein Saloon sowie eine Kirche. Die Stadthäuser sollen eine Höhe von maximal 3,50 Meter haben. Der Themenpark ist vordergründig konzipiert für die Freizeitgestaltung von Familien mit Kindern, erläuterte Werl während der Stadtratssitzung in Geyer am Dienstagabend. Speziell für die Kleinen sind etwa ein westernthematischer Spielplatz, eine Goldwäsche oder Lassowerfen vorgesehen. Ansonsten sollen die Besucher die Atmosphäre einer Silberminenstadt der Gründerzeit erleben. "Um dieses Gefühl zu transportieren, sind über den Tag verteilt Vorführungen geplant, in denen die Parkbesucher teilweise mit einbezogen werden. Sie sind quasi mittendrin, statt nur dabei", blickte Werl, der eine Eventagentur betreibt, voraus.

Vom Pferdestall aus seien Ausritte aber auch Kutschfahrten möglich. In der Poststation könnten Kinder Fotos von sich machen lassen, daraus eine Postkarte fertigen und diese dann von dort verschicken. Das soll über einen "echten" Briefkasten laufen. In der Kirche, so die Vorstellungen von Werl, kann geheiratet werden, wenn die Stadt Geyer das unterstützt. Es soll Trucker-Treffen und Karl-May-Festspiele geben. Herzstück aber sei der Saloon mit einer westerntypischen Erlebnisgastronomie. Er sowie der Pferdebetrieb sollen ganzjährig geöffnet sein. Die Westernstadt empfange Besucher hingegen nur von Ostern bis Oktober.

Wenn alles nach Plan laufe, hoffen die zwei Chemnitzer auf einen Baubeginn im Frühjahr 2021. Ostern 2022 möchten sie dann "Old Miners Creek" gern eröffnen. Die Zahl der dafür benötigten Mitarbeiter gibt Werl mit mindestens 20 an. Am Ende des Tages würden aber sicherlich noch einige mehr benötigt, glaubt er. Die Kosten für die Western-Stadt, in der es auch einen eigenen Bürgermeister geben soll, sind mit reichlich einer halben Million Euro kalkuliert.

"Unsere Stadt als Ort für den Wild-West-Themenpark ist ganz bewusst ausgesucht worden", erklärte Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke). Das habe er beim ersten Kontakt mit den Investoren im September vergangenen Jahres erfahren. "Das stimmt. Geyer und sein Umfeld finden wir touristisch sehr interessant und ausbaufähig", sagte Werl. Er blickt dabei auch in Richtung Stauweiher oder der Greifensteine. Aber auch das Freizeitbad direkt nebenan, könne er sich als einen Partner vorstellen, mit dem eine Zusammenarbeit möglich ist - etwa in Form eines Kombitickets. "Wir wollen mit der Stadt, mit den Gewerbetreibenden vor Ort zusammenarbeiten und nicht als Konkurrenz auftreten", betonte Werl.

Dieses Plädoyer wie das gesamte Konzept kam bei den Stadträten sehr gut an. Einstimmig plädierten sie für die Errichtung der Western-Stadt. Damit können die Investoren nun die nächsten Schritte angehen. Zu diesen gehören etwa die Suche nach künftigen Lieferanten und Mitarbeitern ebenso wie die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, um sich über die Pacht der Flächen zu verständigen. Zudem müsse die Planung weiter verfeinert werden. Die Bank indes habe bereits grünes Licht für die Finanzierung gegeben. Die Stadt ihrerseits hat jetzt die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das zurzeit noch als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesene Areal in Bauland umgewandelt wird.

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