Insektenschutz fängt im eigenen Garten an

Die Linke organisiert einen Ökologietag in Lugau. Morgens werden Insektenhotels gebaut, abends gibt es eine Podiumsdiskussion.

Lugau.

"Insektenschutz geht alle an - es ist 5 vor 12" ist der Titel eines Ökologietages in Lugau, den die Landtagsabgeordnete Jana Pinka (Die Linke) dort am Montag bestreitet. Der umweltpolitischen Sprecherin ihrer Fraktion geht es darum, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibiliseren. "Gegen Insektensterben kann jeder von uns etwas tun. Es beginnt damit, die Insekten zu beobachten und ihnen das Leben etwas zu versüßen", erklärt Pinka. Es reiche schon aus, grüne Oasen zu schaffen, indem Wildblumen gesät oder Rasenflächen nicht radikal gemäht würden. Das könne auf kommunalem Areal oder im eigenen Garten geschehen. Dass die Population zurückgeht und einige Arten vom Aussterben bedroht sind, sei allgemein bekannt. "Die Artenvielfalt ist nicht nur ein Naturschutzthema irgendwelcher Schmetterlings- und Bienenfreunde. Es geht uns alle an", betont Pinka.

Die Landtagsabgeordnete ist zu unterschiedlichen Themen in ganz Sachsen unterwegs. Dass sie am Montag Station in Lugau macht, hat die Vorsitzende des Linken-Ortsverbandes Stollberg und Umgebung organisiert. Vormittags rücken die Kinder in den Fokus. Zwischen 9 und 11 Uhr werden nach dem Motto "Auch Kinder können helfen" mit den Vorschulkindern der Kita "Friedrich Fröbel" Insektenhotels gebastelt. Den Kindern soll dabei auch der Hintergrund erklärt werden. Auf dem Programm steht zudem nach einem vertraulichen Erfahrungsaustausch mit Landwirten, ein Informationsgespräch mit Rundgang in der Kleingartenanlage Grüne Aue in Lugau. Auch dort soll es um Erfahrungsaustausch und Sensibilisierung gehen. "Hobbygärtner sollten selbstverständlich auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und chemischen Dünger verzichten. Es gibt zahlreiche ökologische Alternativen dazu", sagt Pinka.

Zudem sei der Kauf einheimischer Bioprodukte und Biosaaten, die ohne Pestizide und Dünger produziert werden, indirekter Insektenschutz. Am stärksten seien die Insekten allerdings von der industriellen Landwirtschaft bedroht. "Hier sind bereits Fortschritte zu verzeichnen, allerdings nicht vorrangig in Sachsen", sagt Pinka.

Im Spartenheim der Kleingartenanlage Grüne Aue, Oelsnitzer Straße87, gibt es ab 19 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema Insektensterben mit Jana Pinka. Mögliche Themenschwerpunkte sind dabei die Ursachen des Insektensterbens sowie der Zusammenhang zwischen Insektensterben und Rückgang der Vogelpopulation. Aber auch die Auswirkungen des Insektensterbens auf die Pflanzenwelt und somit auf die Nahrungskette, die Rolle der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft können thematisiert werden. Informiert werden soll darüber hinaus auch über Möglichkeiten des Eindämmens des Insektensterbens durch neue Wege im Biodiversitätsschutz sowie das Für und Wider von Verboten beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden.

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