Jahnsdorf soll schnelles Internet bekommen

Bürgermeister will Vertrag über Fördermittel bis Mai abschließen

Jahnsdorf.

Albrecht Spindler ist ein ungeduldiger Mensch. So beschrieb sich der Jahnsdorfer Bürgermeister am Dienstagabend selbst - auf der Einwohnerversammlung in der Leukersdorfer Sportgaststätte. Weil er nicht gern wartet, belasten ihn die Verhandlungen, die er seit anderthalb Jahren mit der Telekom führt. Die Gemeinde plant, jeden fünften Haushalt im Ort mit schnellerem Internet zu versorgen. Laut Spindler geht es dabei um Standorte, die bislang mit einer Geschwindigkeit unter 30 Megabit pro Sekunde auskommen müssen.

Die Telekom hatte 2017 signalisiert, das Breitbandnetz in Jahnsdorf auszubauen, unter einer Voraussetzung: Das Unternehmen wird finanziell entschädigt - dafür, dass es eine Regionen erschließt, die so dünn besiedelt ist, dass es sich ohne Zuschuss wirtschaftlich nicht lohnen würde. Die Gemeinde hat deshalb Fördergeld beantragt. Mehr als eine Millionen Euro sind für den Ausbau vorgesehen.

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Der Plan sieht vor, dass Rohre mit Glasfasern in den Boden gelegt werden, und zwar bis zu den Haushalten, die überall im Ort verstreut sind. Ob die Telekom die Rohre nutzt, ist allerdings noch offen. Bis Mai will Bürgermeister Spindler nun einen Vertrag über Zuwendungen abschließen, die für den künftigen Betreiber bestimmt sind.

Während die Privathaushalte noch warten müssen, steht Firmen im Pfaffenhainer Gewerbegebiet bald schnelles Internet zur Verfügung. Wie das Unternehmen Envia Tel gestern mitteilte, wird seit Anfang April ein Glasfasernetz im Bereich "Am Verkehrslandeplatz" ausgebaut. Demnach stehen den rund 15 dort ansässigen Firmen bald Übertragungs-Geschwindigkeiten bis zu 10 Gigabit pro Sekunde zur Verfügung.

Spindler wird in der Pressemittelung des Unternehmens wie folgt zitiert: "Die Versorgung mit schnellem, leistungsfähigem Internet ist gerade im ländlichen Raum existenziell für die ansässigen Unternehmen um ihre Marktposition zu halten und im Wettbewerb mitmischen zu können. Aber auch für uns als Gemeinde ist der Anschluss des Gewerbegebietes ein wichtiger Faktor. Denn nur, wenn wir den zukünftigen Anforderungen von Industrie und Wirtschaft gerecht werden, können wir unsere Standortattraktivität weiterhin halten."

Knapp zwei Kilometer Glasfaser werden verlegt. Für Firmen, die sich über einen Anschluss informieren möchten, will Envia Tel im Juni ein Unternehmerfrühstück anbieten.

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