Landkreis bereitet Veranstaltung zum Wolf vor

Kreisrat Jörg Neubert erneuert Forderung nach praktischen Informationen

Annaberg-Buchholz/Johanngeorgenstadt.

Landrat Frank Vogel (CDU) lässt eine Informationsveranstaltung zum Thema Wolf für den Erzgebirgskreis vorbereiten. Allerdings soll diese nicht, wie von Kreisrat Jörg Neubert (SPD) verlangt, in Johanngeorgenstadt stattfinden, sondern im Landratsamt, informierte Kreissprecher André Beuthner. Er verwies auch darauf, dass in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt drei- bis viermal jährlich Vorträge zum Thema Wolf abgehalten wurden.

Nach dem Fund einer Hirschkuh am Rande des Johanngeorgenstädter Ortsteils Pachthaus, die mit einiger Wahrscheinlichkeit von einem Wolf getötet wurde, hatte Jörg Neubert eine Versammlung vor Ort gefordert. "Da soll man dann aber bitte nicht über wissenschaftliche Studien, Monitoring, Arten- und Wolfsschutz reden, sondern die Frage beantworten: Was tue ich, wenn mir, meinen Kindern, Freunden oder Gästen beim Joggen, Radeln oder Wandern im Wald plötzlich ein Wolf gegenübersteht?", sagte er. Nach seiner Wortmeldung habe sein Telefon ständig geklingelt, berichtet der Johann'städter. Er habe viel Zuspruch von Bürgern erhalten, sei aber auch von einem befreundeten Tierschützer gebeten worden, nicht auf ein so "schickes Tier" zu schießen. "Ich habe ihm gesagt, das mache ich doch gar nicht. Ich habe das Landratsamt kritisiert, das Sorgen und Ängste der Bevölkerung nicht ernst nimmt. Ob der Wolf ein schützenswertes Tier ist oder nicht, ist nicht meine Fragestellung." In einem Schreiben an den Landrat hat Neubert seine Forderung konkretisiert: Es müsse mindestens eine Aufklärungsveranstaltung im Raum Johanngeorgenstadt-Rittersgrün-Oberwiesenthal organisiert werden, so schnell wie möglich. Dabei sollen ganz praktische Fragen beantwortet werden, etwa wie man einen vermutlichen Wolfsriss meldet.


Nach dem Fund der Hirschkuh bei Johanngeorgenstadt am 5. April und dem Angriff von Wölfen auf eine Schafsherde in Oberwiesenthal am 12. April wurde am 28. April in Steinbach bei Jöhstadt eine weitere mit Kehlbiss getötete Hirschkuh gefunden. Nach einer Begutachtung gehen Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde hier ebenfalls von einem Wolfsangriff aus. Die Raubtiere gehören wohl zu dem bei Vysluni im benachbarten Tschechien lebenden Rudel.

www.freiepresse.de/wolf

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