Lebenshilfe feiert Richtfest in Stollberg

Auf einem Grundstück von mehr als 8000 Quadratmetern entsteht am Rande des Gewerbegebietes eine Werkstatt mit Verwaltungshaus. Insgesamt fließen 8,7 Millionen Euro in das Vorhaben. Es ist auch für die Bürger der Stadt interessant.

Stollberg.

Als die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, Barbara Hammer, das Gerüst in luftiger Höhe betritt, brandet bei den Mitarbeitern und Gästen spontan Applaus auf. Die Mitarbeiter freuten sich, ihre Chefin an so ungewohnter Stelle zu sehen. Doch der Applaus war generell berechtigt. Denn bis am Freitag an der Hohensteiner Straße Richtfest gefeiert werden konnte, sind mehr als vier Jahre ins Land gegangen. "Wir haben im März 2015 die Unterlagen für die Förderung eingereicht", sagt Barbara Hammer. Bis die Bagger 2017 rollen konnten, waren zudem einige Gespräche zur Absicherung der Finanzierung notwendig. "Ich bin mehrfach im Sozialministerium vorstellig geworden", erinnert sich der hiesige Landtagsabgeordnete Rico Anton (CDU). In die Finanzierung sind die Sächsische Aufbaubank (SAB) als Fördermittelgeber sowie der Landkreis, die Agentur für Arbeit und die Lebenshilfe mit Eigenmitteln involviert. Insgesamt schlagen die Kosten mit 8,7 Millionen Euro zu Buche. Ende des Jahres soll der Bau nun abgeschlossen sein.

Dann werden 120 Mitarbeiter in der neuen Werkstatt und 15 im neuen Verwaltungshaus arbeiten. Neben der Zentralverwaltung werden behinderte Menschen in einer Großküche, einer Wäscherei und in der Holzverarbeitung arbeiten. Die Großküche wird als Integrationsfirma geführt, in der Menschen mit Handicap eine Chance auf einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Es ist geplant, in der Küche täglich bis zu 1000 Essen zu kochen. Beliefert werden sollen Einrichtungen der Lebenshilfe, Unternehmen und auch Privatpersonen. Dazu gibt es einen großen Speisesaal. "Es werden so Arbeitsplätze in einem Bereich geschaffen, der von der Gesellschaft oft vergessen wird", sagt Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt. "Den angestellten Menschen hilft diese Tätigkeit, Akzeptanz in der Bevölkerung zu erlangen."

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Die Lebenshilfe rückt mit dem Neubau an einer der Einfallstraßen nach Stollberg auch optisch in den Blick vieler Menschen. "Darüber freue ich mich", sagt Schmidt. So wirke die Gegend auch architektonisch aufgeräumter und zudem rücke die Lebenshilfe mit ihren Angeboten mehr ins Zentrum. Das ist ein Ziel, das auch die gemeinnützige GmbH verfolgt. Auch die Dienstleistungen der Wäscherei werden öffentlich nutzbar sein. "Ferner planen wir einen Werkstattladen, der Produkte aus eigener Herstellung und anderen Behindertenwerkstätten anbietet", sagt Barbara Hammer.

Für die Mitarbeiter der Werkstätten erschließen sich zudem neue Möglichkeiten. "Wir werden neue Tätigkeitsfelder haben und natürlich überall auf dem technisch neuesten Stand sein", sagt Werkstattleiter Kay-Uwe Klaus. "Das ist für uns ein Riesenfortschritt." Der bestehende Standort in Stollberg bleibt erhalten. Eine der beiden Werkstätten in Thalheim wird an die Hohensteiner Straße ziehen. Insgesamt arbeiten in den vier Werkstätten der Regionalvereinigung Stollberg rund 370 Menschen.

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