Luan startet in Thalheim

Der Junge braucht Hilfe bei alltäglichen Dingen. Obwohl die Antwort aus dem Landratsamt noch aussteht, feiert er heute in seiner Heimatstadt seine Einschulung.

Thalheim.

Für Luan soll sich nichts anders anfühlen. Heute nachmittag feiert der Siebenjährige, der als Frühchen zur Welt kam und deshalb im Kindergarten eine extra Betreuungsperson hatte, in der Turnhalle von Thalheim seinen Schulanfang. Wie die anderen Kinder in seinem Alter bekommt er heute eine Zuckertüte und einen Ranzen. Ab Montag wird er in die Klasse 1a der Thalheimer Grundschule gehen. Ob er dort wie im Kindergarten einen Betreuungshelfer hat, ist aber noch offen.

Luans Vater kämpft darum, dass er einen Schulbegleiter erhält. "Luan ist nicht körperlich oder geistig behindert", betont Enrico Fankhänel. "Aber er ist oft verträumt. Er braucht jemanden, der neben ihm sitzt und ihn zum Beispiel direkt anspricht, wenn die Lehrerin sagt: So, jetzt holt eure Stifte heraus." In der Kita hatte er eine 1:1-Betreuungsperson, weil es ihm schwer fällt, sich selbst an- und auszuziehen, auf die Toilette zu gehen oder den Leimstift zu öffnen.

Für die Grundschule hatte das zuständige Referat im Landratsamt solch eine Hilfe aber verwehrt. Dagegen hat Luans Vater Widerspruch eingelegt. "Ich habe auch an den Landrat geschrieben", berichtet Enrico Fankhänel, dem für dieses Wochenende eine Antwort zugesichert wurde. Nichtsdestotrotz hat der alleinerziehende Vater entschieden, dass Luan am Montag in Thalheim startet - zunächst eben ohne Helfer.

Der kleine Junge ist mit 630 Gramm zur Welt gekommen. "Er hat aus den schlechtesten Voraussetzungen das Beste gemacht", ist Enrico Fankhänel stolz. Seit er mit seinem Kampf um einen Schulbegleiter für seinen Sohn an die Öffentlichkeit gegangen ist, hat er viel Zuspruch erhalten, Fernsehsender haben sich schon gemeldet, weil sie darüber berichten wollen.

"Ich hoffe auf ein positives Ergebnis aus dem Landratsamt", so Fankhänel. "Ohne deren Unterstützung und den Helfer im Kindergarten wäre Luan heute nicht dort, wo er ist. Es wäre schade, wenn das zunichte gemacht würde, weil seine Eingliederungshilfe nun plötzlich endet."

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1Kommentare
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  • 0
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    vomdorf
    11.08.2018

    Wieso kann ein Kind mit offentsichtlich körperlichen Beeinträchtigungen an einer Körperbehindertenschule nicht besser gefördert werden, als an einer „normalen“ Grundschule?
    Aber der Elternwille ist deren Himmelreich....auch wenn es auf Kosten des Kindes geht.



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