Lugauer Bahnhofsgebäude kostet letztlich 4,5 Millionen Euro

Das Okay der Bauaufsicht ist da, die letzten Abnahmen stehen an. Im Januar/ Februar soll der umgebaute Bahnhof zur Nutzung freigegeben werden - wenn auch ohne Feier. Jetzt gab es auch einen Kostenüberblick.

Lugau.

Für die letzten Gewerke finden gerade die Abnahmen statt, die Bauaufsicht hat bereits ihr Okay gegeben - das Millionenprojekt Lugauer Bahnhofsumbau befindet sich auf der Zielgeraden. Jetzt hat die Stadtverwaltung auch die aktuellen Zahlen auf den Tisch gelegt: Statt der 3,2 Millionen Euro, mit denen als geplante Kosten in das Vorhaben gestartet wurde, stehen nun rund 4,5 Millionen Euro zu Buche.

Die Ursachen für die Erhöhung sind vielschichtig, reichen von der allgemeinen Verteuerung in der Baubranche bis hin zu nicht eingeplanten Arbeiten, weil Umbauten an alten Gebäuden zumeist im Laufe der Ausführung auch Überraschungen bergen. Durch zeitliche Verschiebungen in der Bauzeit mussten auch Ausschreibungen wiederholt werden. "Einige extreme Kostenerhöhungen" werden nach den Worten von Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) aktuell auch noch "rechtlich bewertet", sprich, genauer unter die Lupe genommen. Nichtsdestotrotz hält der Fördermittelgeber an seiner Zusage fest, das Projekt zu 90 Prozent zu bezuschussen. Das Geld kommt aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Integration im Quartier".

Allerdings seien eben nicht alle Maßnahmen und Investitionen komplett förderfähig, sagte Weikert. Aktuell sei reichlich eine Million Euro an Fördermitteln gezahlt, der Eigenanteil liege somit bei fast 491.000 Euro. Diese Zahlen wurden auf der jüngsten Ratssitzung genannt. Eine abschließende Kostenfestsetzung des Fördermittelgebers liege aber noch nicht vor.

Hart ins Kontor schlagen auch Zinszahlungen an die Sächsische Aufbaubank. Die entstehen dadurch, dass die fristgerecht in Jahresscheiben abgerufenen Zuschüsse infolge des Bauablaufes nicht immer innerhalb von zwei Monaten nach der Auszahlung verwendet werden konnten. Das allerdings schreiben die zuwendungsrechtlichen Bestimmungen vor. Bleibt das Geld länger liegen, fallen Zinsen an. Konkret hat Lugau reichlich 43.900 Euro Zinsen zu zahlen, das sind fast 39.000 Euro mehr als geplant. Diese Zinszahlungen, so Bürgermeister Weikert, "drücken natürlich indirekt den Fördersatz von 90 Prozent".

Eine Eröffnungsfeier wird es coronabedingt nun nicht geben, auch der eigentlich im Januar geplante Neujahrsempfang, der erstmals im umgebauten Bahnhofsgebäude stattfinden sollte, fällt aus. Wie Bürgermeister Weikert sagte, werde man das Gebäude aber im Januar/Februar zur Nutzung freigeben. Hauptnutzer sind die Sportler des Ringervereins 1908 Eichenkranz, die hier künftig ihre Trainingsstätte haben werden. Die große Halle soll aber auch für Veranstaltungen genutzt werden. Zudem bekommen die Schulen Lugaus im Gebäude Räume für ihre Ganztagsbetreuung.

Wenn die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie wieder gelockert sind, soll es gegebenenfalls auch einen Tag der offenen Tür geben. Denn das Interesse der Lugauer am Bahnhofsgebäude, für das vor Jahren sogar schon ein Abriss debattiert wurde, ist groß, wie mehrere Baustellenführungen gezeigt haben.

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