Michael will im Landeswettbewerb siegen

Von wegen backe backe Kuchen: Ein 20-jähriger aus einer Thalheimer Bäckerei tritt am Montag gegen die besten Jung-Konditoren aus Sachsen und Thüringen an. Das Wettbewerbs-Motto für die süßen Kreationen: Das Gras wachsen hören.

Thalheim.

Sie kommen aus Altenburg, Colditz, Dresden, Eisenach, Jena, Knau, Leipzig, Lengenfeld, Neuhaus am Rennweg, Ottendorf-Okrilla und Sebnitz. Und sie wollen alle das, was Michael Lang von der Thalheimer Bäckerei Rudolph auch will: Den Ausscheid der besten Konditoren-Jugendlichen aus Sachsen und Thüringen gewinnen - und so den Sprung in den Bundeswettbewerb schaffen. Am Montag geht es in der Handwerkskammer Chemnitz los.

"Ich bin aufgeregt. Aber nicht so, dass ich vor lauter Zittern nichts mehr gebacken bekomme", sagt der 20-Jährige. Er hat seine Prüfung jüngst mit der Note 1,3 bestanden - jetzt will der junge Mann die Ehre der Erzgebirgskonditoren hochhalten. In acht Stunden sollen er und die anderen Künstler zwei Sahnetorten, drei verschiedene Pralinensorten, drei Marzipanfiguren, ein großes Zuckerschaustück, drei verschiedene Sorten Petit fours zaubern. Was ist eher seine Stärke? Die Qualität zu liefern oder die Zeit zu schaffen? "Die acht Stunden werden eine Herausforderung. Im Training habe ich es gerade so geschafft."

Das Motto des Wettbewerbs heißt: Das Gras wachsen hören. Michael Lang hat natürlich in Thalheim schon trainiert - ein Notenschlüssel aus gekochtem Zucker etwa für das Hören, vieles wird in Grün gehalten, weil ja Gras auch grün ist. Vielleicht schafft er ja sogar, seine Chefin zu übertrumpfen. Heike Rudolph-Braun, die seit zehn Jahren die kleine Bäckerei mit ihren 15 Angestellten in Thalheim in vierter Generation leitet, war 1992 auch sehr aufgeregt. "Damals habe ich es in den Bundeswettbewerb geschafft und dort den 3. Platz gewonnen", erinnert sich Heike Rudolph-Braun. Das Motto für die jungen Konditoren damals lautete übrigens: Die faszinierende Welt des Meeres.

Heike Rudolph-Braun würde sich aber nicht ärgern, wenn ihr Sprössling Michael Lang mindestens genauso gut abschneidet wie sie einst. Das Konditorei-Handwerk habe viel mit Kunst zu tun - aber eben auch damit, das Produkt schon fertig im Kopf zu haben und gut vorbereitet zu sein. "Das klingt einfach, ist es aber nicht. Michael aber kann das."

Er selbst wird am Montag wohl mit mehreren Kisten gen Chemnitz fahren. Schließlich müssen die Teilnehmer alles selbst mitnehmen. Ob Mehl und Zucker, Lebensmittelfarbe, Quirle und Schüsseln - und was sonst noch alles dazugehört.

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