Oelsnitzer Reiter verzaubern mit ihrer Märchenweihnacht

Abseits der Turniere hat die Weihnachtsrevue zu einem der Höhepunkte des Pferdesportvereins Oelsnitz entwickelt. Dahinter steckt aber ebenfalls viel Training.

Oelsnitz.

Der Weihnachtsmann hat sich versteckt. Doch das Rufen vieler Kinder half. Als das große Tor geöffnet wurde und der Bärtige mit seinen Helfern in der weihnachtlich geschmückten Ponykutsche seine Runden drehte, war die Freude groß. Und neben einem Gedicht zur Einstimmung auf einen unterhaltsamen Nachmittag versprach er eine märchenhafte Show.

Denn wenn Pferde leuchtende Schweife tragen, auf dem Rücken Märchenfiguren durch die festlich beleuchtete Reithalle ziehen und aus dem Lautsprecher der bekannte Anfangsspruch "Es war einmal..." erklingt, dann ist beim Pferdesportverein Oelsnitz Märchenweihnacht. Für die zweistündige Revue hatten die Reitsportfreunde in diesem Jahr die Geschichte vom Dornröschen ausgewählt. In zwei Vorstellungen erlebten insgesamt etwa 800 Besucher ein abwechslungsreiches, zauberhaftes Showprogramm, in das 30 Darsteller und Helfer eingebunden waren. Der jüngste Akteur auf der 20 mal 30 Meter großen Reithallenbühne war gerade zwei Jahre alt. Als charmanter Märchenopa führte der 86-jährige Horst Kretschmer durch das Programm.

"Während zu unserem Reiterfest im September der sportliche Aspekt im Vordergrund steht, möchten wir das Jahr gemütlich und festlich für die ganze Familie ausklingen lassen", sagt Tanja Kretschmer, seit 2012 Vorsitzende des Pferdesportvereines Oelsnitz. Nachdem die erste Weihnachtsrevue die Geschichte erzählte, wie "der Weihnachtsmann reiten lernte", wurde in diesem Jahr zum achten Mal eine durchgängige Geschichte in Form eines Märchens erzählt. Steigende Besucherzahlen bestätigen dem Verein, dass das Konzept ankommt. "Es gibt zwar viele schöne Märchen, aber die Handlung muss sich auch für das Publikum verständlich mit Pferden umsetzen lassen", beschreibt die Chefin die Herausforderung. "Bei der Gestaltung orientieren wir uns am Original, damit der Charakter erhalten bleibt."

Auch wenn diesmal eine kleine Änderung nötig war - statt 13 Feen wurde in der Reithalle aus Platzgründen nur eine Dressur-Quadrille mit acht Pferden geritten - die gesamte Umsetzung des Märchens ist den Machern bestens gelungen. Neben schönen Kostümen und Szenen zum Träumen wurde das Können der Reitsportler geschickt in die Handlung eingebunden. So überbringen die Turnier- und Nachwuchsreiterinnen als Feen nach dem Tanz der Pferde zu mystischer Musik der Königstöchter Dornröschen zur Geburt gute Wünsche. Unterbrochen wird die Jubelfeier durch den spektakulären Auftritt einer schwarzen Fee, die nicht eingeladen ist und aus Wut darüber einen Fluch ausspricht. Dornröschen soll sich zu ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und sterben, woraus dann aber ein hundertjähriger Schlaf wird.

Zweitklässlerin Sally Neukirchner demonstrierte mit Übungen auf dem Pferd, was auch eine Prinzessin lernen könnte, und Springreiter versuchten schließlich über die hohe, dichte Hecke zu schauen, die um das Schloss gewachsen war. "Es ist schon erstaunlich, wie man ein Märchen so toll mit dem Einsatz von Pferden rüber bringen kann. Eine super Leistung, ich bin beeindruckt", sagte Besucherin Doreen Krutschak.

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