Pfaffenhainer Länge bald Baustelle

Das Landesverkehrsamt will den Asphalt auf der ehemaligen Bundesstraße zwischen Niederdorf und Chemnitz erneuern. Baustart ist Ende April. Doch die Bürgermeister der Gemeinden sehen noch Klärungsbedarf.

Niederdorf/Jahnsdorf.

Die ehemalige Bundesstraße B169 zwischen Niederdorf und Chemnitz (heute: Staatsstraße S258) wird ab Ende April zur Baustelle. Das hat nun ein Sprecher des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bestätigt. Fast die gesamte zehn Kilometer lange Strecke wird saniert: von der Autobahnauffahrt "Stollberg Nord" in Niederdorf bis zum Ortsteingang Chemnitz.

Das Lasuv will in erster Linie die Asphaltdecke austauschen. Dazu wird die Strecke in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt. Wann und wie der Verkehr umgeleitet wird, ist noch unklar. Aber Autofahrer können damit rechnen, dass sie zum Teil lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Stephan Weinrich, Niederdorfs Bürgermeister, weist darauf hin, dass sich das Lasuv beeilen muss, falls Umleitungen über die B180 und B173 führen sollten. Denn vom 19. bis 21. Juni steigt am Sachsenring der Motorrad-Grand-Prix, was erfahrungsgemäß mit viel Verkehr auf den Straßen einhergeht. Der Lasuv-Sprecher gibt Entwarnung: Die Bauarbeiten sollen bis zum 12. Juni beendet sein.

Doch warum wird die Staatsstraße überhaupt saniert? "Es gibt durchaus Straßen, die schlimmer dran sind", sagt Jahnsdorfs Bürgermeister Albrecht Spindler. Der Lasuv-Sprecher erklärt, dass die Bundesstraße zur Staatsstraße abgestuft wurde, weil sie parallel zur Autobahn verläuft. Da die Autobahn einen Großteil des Fernverkehrs aufnimmt, erfüllt die Bundesstraße nicht mehr ihre ursprüngliche Aufgabe. Nach einer Abstufung von Straßen besteht die sogenannte Einstandspflicht: Der vorherige Träger - in diesem Fall der Bund - muss offene Sanierungsmaßnahmen erledigen. Die Kosten für die Erneuerung der S 258 betragen 900.000 Euro. Der Bund zahlt, der Freistaat baut.

Spindler sieht Klärungsbedarf bei den Abschnitten, die durch seine Gemeinde verlaufen. Seinen Informationen nach wird die Strecke zwischen dem Bahnübergang in Pfaffenhain und der Ampelkreuzung in Leukersdorf ausgelassen. Dies konnte der Lasuv-Sprecher bislang weder bestätigen noch dementieren. Doch Spindler ist der Ansicht: Wenn die S 258 schon erneuert wird, dann hätte auch dieser Abschnitt eine Auffrischung verdient.

Andererseits räumt er ein: Die lokale Situation wäre im Sommer entspannter, falls die Sanierung dort ausbliebe. Denn zeitgleich sind in der Gemeinde weitere Baustellen geplant: So wird ein Teil der Leukersdorfer Hauptstraße von Frühjahr bis Herbst grunderneuert, was ebenfalls zu einer Umleitung führt. Zudem sind Maßnahmen mit dem Abwasserzweckverband abgesprochen.

Auch Neukirchens Bürgermeister, Sascha Thamm, steht vor der Aufgabe, die Sanierung der Staatsstraße mit Bauarbeiten und Sperrungen im Ort zu koordinieren. Mehr noch: Seines Erachtens reicht eine Erneuerung der Decke auf der Stollberger Straße (S 258) nicht aus. Dort will die Gemeinde bald eine Schule und einen Kreisverkehr bauen. Allerdings geht Thamm davon aus, dass das Lasuv den Untergrund der S 258 vor dem Baustart noch genauer untersuchen wird.

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