Regionales höher im Kurs

Marktschwärmer und Direktvermarkter der Region registrieren aktuell mehr Kunden

Lugau.

Das Marktschwärmer-Modell zieht in Zeiten von Corona offenbar mehr Kunden an. "Wir verzeichnen wie alle Schwärmereien einen Anstieg an Bestellungen und auch des Warenkorbwertes", erklärt Jens Kaltofen, der 2018 gemeinsam mit Volker Solbrig eine Schwärmerei aufgebaut hat. Das Prinzip: Die Kunden bestellen online Waren bei Erzeugern aus der Region und holen diese an einem festen Ausgabetag ab. Im Falle der Lugauer ist das freitags ab 17 Uhr in der Dorfstraße 50 in Erlbach-Kirchberg.

Schon zwei Ausgaben fanden nun unter Corona-Bedingungen statt. "Das heißt, dass sich im Raum nur noch die Erzeuger aufhalten", erklärt Volker Solbrig. Der sei groß genug, um ausreichend Abstand zu haben. Die Kunden indes warten draußen und bekommen ihre Waren in einer Kiste, aus der sie diese dann vor dem Gebäude in eigene Tüten oder Körbe umpacken können. Solbrig: "Die geforderten Mindestabstände zwischen den Kunden wurden tadellos eingehalten und es gab kaum Wartezeiten." Und: Der Einkauf sei komplett kontaktlos.

Am vergangenen Freitag seien 14 Erzeuger mit mehr als 600 Produkten dabei gewesen - unter anderem Fleisch, Wurst, Ziegenkäse, Joghurt, Brot, Büffelspezialitäten, Sprossen und Seife. Gekauft haben 50 Kunden. Knapp 700 Produkte von 16 Erzeugern stehen bei der laufenden Bestellung für den morgigen Freitag zur Auswahl, erklärt Kaltofen.

Der Einkauf im Hofladen ist ebenfalls gefragt. So registriert der Niederwürschnitzer Landwirt Jörg Grimm neue Kunden. Auf Corona hat er mit einem Desinfektionsständer am Eingang reagiert, zudem wird auf Abstand geachtet. Dass mehr Käufer kommen, könnte daran liegen, "dass die Leute vielleicht etwas mehr Zeit haben und auch mal darüber nachdenken, wo sie einkaufen", vermutet Grimm. Zudem sei es vielen derzeit eventuell auch lieber, im Ort einzukaufen, wo man sich kenne, und nicht in großen Märkten.

Auch im Burkhardtsdorfer Rößler-Hof wird mehr verkauft als bisher üblich, sagt Seniorchefin Karin Seifert. Der Abstand im Laden werde eingehalten, das Ordnungsamt habe auch schon Kontrollen durchgeführt. Das vergangene Woche ausgesprochene Verbot von Wochenmärkten war für sie allerdings ein Schock. "Wir können das, wenn gleichzeitig die Supermärkte geöffnet haben, nicht nachvollziehen", sagte Seifert damals. Wegen der befürchteten Einbußen ging sie davon aus, dass das Unternehmen um Kurzarbeit nicht herumkommt. Inzwischen gab es Entwarnung: Per Mittwoch wurde das Verbot mit Auflagen wieder aufgehoben. (vh)


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