Risiko zwingt Gemeindeverwaltung zu Kursänderung

Der Zustand der Oberen Hauptstraße in Auerbach hat schon etwas von einer unendlichen Geschichte. Gibt es nun eine Lösung? Es scheint so.

Auerbach.

Es gibt eine Wende bei der geplanten Sanierung der Oberen Hauptstraße. Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, für das Straßenbauvorhaben einen Fördermittelantrag über das Dorfentwicklungsprogramm Leader zu stellen. Gleichzeitig heißt das, die Straße wird nicht - wie ursprünglich geplant - grundhaft saniert, stattdessen werden der Untergrund verbessert und die Decke erneuert. Im Klartext: Es handelt sich also um eine abgespeckte Variante. Hintergrund sind finanzielle Risiken, die jetzt während eines Termins im zuständigen Ministerium klar geworden sind.

Was ist passiert? Der erste Fördermittelantrag zur Instandsetzung der Straße ist vor knapp zwei Jahren gestellt worden. Seither ist nicht viel passiert, außer, dass die Schlaglöcher noch größer geworden sind. Ein Grund: Infolge der haushaltslosen Zeit und prekären Finanzsituation konnte die Gemeinde einige Fördervoraussetzungen nicht erfüllen, beispielsweise eine gemeindewirtschaftliche Stellungnahme beibringen. Jetzt aber trat eine neue Situation ein: Das zuständige Staatsministerium sagte zwar auf einen erneuten Förderantrag eine 80-prozentige Förderung zu, informierte aber zugleich, dass Anträge von 2018 frühestens 2019 bewilligt werden. Das Risiko: Die zugesagten Fördermittel werden keinesfalls aufgestockt, auch wenn die Kosten steigen.

Die Gefahr, dass dies passiert, ist in der aktuellen Situation mit allgemein steigenden Baukosten groß, zumal die Kostenschätzung über reichlich 676.000 Euro bereits fast ein Jahr alt ist und bis zu zwei Jahre ins Land gehen könnten, ehe der Fördermittelbescheid kommt und die Bauleistung ausgeschrieben werden kann. Ein Anstieg der Kosten auf bis zu eine Million Euro sei nicht ausgeschlossen, sagte Kämmerin Simone Gerber. Der dann zu Buche stehende Eigenanteil läge bei mehr als 300.000 Euro. Gerber: "Das übersteigt unsere Kapazitäten." In der Prüfung weiterer Fördermöglichkeiten war die Verwaltung dann auf die 75-prozentige Leaderförderung gestoßen, ein entsprechender Aufruf zur Einreichung von Vorhaben läuft gerade. Gemeinderat Dieter Herold (BVA): "Wir sollten die Straße so schnell wie möglich bauen, sonst wird es noch teurer." Er sprach wohl im Namen aller Räte, denn der Beschluss fiel einstimmig.

Für Fachbereichsleiter Jörg Spiller kann mit dieser Entscheidung nichts schiefgehen. Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre eine Ablehnung des Leader-Förderantrages, sagte er. Dann könne man aber sofort noch einmal über die Ursprungsvariante sprechen. Denn den bereits gestellten Förderantrag ziehe man ja jetzt nicht zurück.

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