Schacht bislang sechs Meter tief gesichert

Die Arbeiten zur Verwahrung des Lugauer Vertrauenschacht-Geländes sind jetzt auch außerhalb des Schachthauses gut zu erkennen: Die Stützmauer des Hangs ist komplett abgerissen worden, ein Teil bereits mit Betonelementen neu aufgebaut. Geplant war das so allerdings ursprünglich nicht.

Lugau.

Von der alten Natursteinmauer unterhalb des Hangs des Vertrauenschacht-Areals ist nichts mehr zu sehen. Der Komplettabriss war allerdings nicht geplant. Nur der desolate obere Teil sollte durch einen Neubau ersetzt, der untere saniert werden. "Schürfungen am Mauerfuß und Aufbrüche haben gezeigt, dass der Zustand auch des unteren Abschnittes sehr schlecht ist", erklärt Falk Seliger, Projektleiter des Oberbergamtes Freiberg. Darum habe man von der ursprünglichen Planung abweichen und die Mauer komplett abreißen müssen. "Sie war zu marode und instabil."

Der Graben hinter dem fertigen Mauerabschnitt aus Winkelstützelementen wurde bereits verfüllt. Ende Juli werden die denkmalgerechten Klinker für die Verblendung des Stahlbetons geliefert, dann werde mit der aufwendigen Arbeit des Verblendens begonnen, sagt Seliger. Im unteren Bereich soll in den nächsten Tagen mit dem Ausheben der Erdmassen für das Mauerfundament begonnen und dann dort die neue Mauer gesetzt werden. Ende 2019 soll sie fertig sein, sagt Seliger. Durch den Mehraufwand könne die Geländegestaltung mit dem Anpflanzen von Sträuchern und Bäumen dann aber erst 2020 erfolgen. Aber nicht nur die Bauzeit für die Mauer verlängert sich, auch eine Kostensteigerung für das Projekt ist laut Projektleiter durch die zusätzlichen Arbeiten zu erwarten. Bislang wurde mit 1,41Millionen Euro geplant. Finanziert wird das Projekt zur Präventionen von Risiken des Altbergbaus über EU-Fördermittel.


Während die Mauer sozusagen unter den Augen der Öffentlichkeit gebaut wird, gehen vom Schachtgebäude verdeckt die Arbeiten zur sicheren Verwahrung des Schachtes voran. An diesem Donnerstag manövrieren die Arbeiter der Bergbau und Tiefbau Oelsnitz einen sechs Meter hohen Dreibock ins Schachtgebäude und stellen ihn über der Teufbühne auf. Denn der Schacht wurde von oben mittels Bagger bereits bis auf eine Tiefe von sechs Metern aufgewältigt, also beräumt und gesichert, und das geht jetzt nicht mehr. "Die Technologie muss nun geändert werden", sagt Seliger. Das Material werde künftig von einem im Schacht stehenden Arbeiter mit einem sogenannten Teufengreifer abgebaut, dann in einen Kübel gefüllt und dieser mittels Haspel und Seil nach oben geholt. Der hydraulische Schaltgreifer liegt bereits draußen bereit, ebenso der Lüfter und die Lutten - flexible Rohre - für die Bewetterung. Neben der Teufbühne verdeckt eine Platte den Bereich des Schachtes, der zur Befahrung dienen soll - wo die Leitern stehen, über die die Arbeiter nach unten kommen.

Bis in eine Tiefe von 25 Metern soll der Schacht am Ende aufgewältigt und wie schon die ersten sechs Meter mit einem Stahlrahmen und Spritzbeton gesichert werden. Zudem wird am Ende ganz unten eine Art Pfropfen aus Beton gesetzt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...