Schiefer statt Schindeln: Schuldach wird vermutlich teurer

Kämmerer Jan Heinzig betont stets, dass Hohndorf eine finanzschwache Gemeinde ist. Dennoch stehen auch in diesem Jahr größere Maßnahmen an. Die größte Ausgabe ist allerdings finanztechnisch keine Investition, sondern nur eine Instandhaltung.

Hohndorf.

Der Hohndorfer Haushalt für das laufende Jahr ist stabil, eine Haushaltssperre, wie sie infolge der Corona-Krise vielen Kommunen droht, wird nicht vonnöten sein - mit diesen Worten fasste Bürgermeister Matthias Groschwitz die finanzielle Situation noch einmal zusammen, nachdem der Gemeinderat das Zahlenwerk einstimmig beschlossen hatte. Und auch sein Blick in die Folgejahre war durchaus optimistisch: Die Pro-Kopf-Verschuldung werde bis Ende 2023 auf 36,27 Euro sinken. Die kritische Größenordnung beginnt bei 850 Euro pro Kopf. "Unsere konsequente Schuldenrückführung könnte uns jetzt zugute kommen", sagte er. Das schaffe Handlungsspielraum, denn "falls Dinge wegbrechen, könnten wir für notwendige Investitionen jederzeit einen Kredit aufnehmen."

Für Kämmerer Jan Heinzig ist ausgerechnet die Tatsache, dass Hohndorf eine finanzschwache Kommune ist, wie er stets betont, der Grund dafür, warum Corona dem Haushalt keinen zu großen Schaden zufügen kann: Man plane mit lediglich 200.000 Euro Einnahme an Gewerbesteuer, sagte er. "Mehr kann uns theoretisch auch nicht wegbrechen - und das würde uns nicht kritisch aus der Bahn werfen", sagte er. Gegebenenfalls spüre man Auswirkungen von Corona bei der Einkommenssteuer, aber auch erst 2021. Dennoch bat der Kämmerer in Anbetracht der Tatsache, dass das tatsächliche Ausmaß der Corona-Krise noch nicht bekannt sei, um ein kritisches Hinterfragen aller Ausgaben auf Notwendigkeit und Angemessenheit.

Mit 195.000 Euro (geplante Förderung über das Dorfentwicklungsprogramm Leader: rund 125.000Euro) ganz oben auf der Investitionsliste steht der Hundesportplatz, der umgestaltet werden und ein neues Vereinsgebäude bekommen soll. In den Abbruch des ehemaligen Feuerlöschbeckens am Breitscheidschacht und die Schaffung eines kleinen Wanderrastplatzes dort sollen mit rund 50-prozentigen Förderung 120.000 Euro fließen. Eine weitere größere Investition in diesem Jahr sind mit 100.000Euro die Planungskosten für die Sanierung des "Weißen Lamms", insbesondere des Saals. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Brandschutzbelange. Der eigentliche Brocken kommt allerdings erst in den Folgejahren, wenn 400.000 beziehungsweise 800.000 Euro fürs "Lamm" vorgesehen sind, jeweils zu 50 Prozent gefördert.

Insgesamt sind in diesem Jahr 1,3 Millionen Euro für Investitionen geplant, wobei dafür 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln eingesetzt werden sollen. Nicht enthalten in diesen Zahlen ist allerdings das wohl größte Projekt, das finanztechnisch aber nicht als Investition, sondern nur als Instandhaltung zählt: die Erneuerung des Schulhausdaches. 240.000 Euro sind dafür in den Haushalt eingestellt, wobei jetzt schon eine Kostenerhöhung absehbar ist. Wie Bürgermeister Groschwitz sagte, gehe man im Moment von 264.000 Euro aus, wobei in dieser Summe noch keine Planungskosten enthalten seien. Man wolle allerdings noch einmal das Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde suchen. Denn die fordert, dass das Dach, das Anfang der 1990er-Jahre mit Schindeln eingedeckt wurde, wieder mit Schiefern versehen wird - wie die Dächer der Kirche und der Feuerwehr, mit denen die Schule ein historisches Ensemble bildet. Ein Schieferdach würde Mehrkosten von bis zu 80.000Euro bedeuten, sagte Groschwitz. "Wir wollen klären, inwieweit die Kostendifferenz durch den Denkmalschutz gefördert werden kann."


Projekt Hundesportplatz

Die Umgestaltung des Hundesportplatzes und insbesondere der Bau eines neuen Vereinsheimes hat die Gemeinde schon länger auf der Agenda. Das aktuelle Vereinsdomizil der Hundesportler - eine Art verschalter und verkleideter Bauwagen mit kleiner Terrasse - wird seit den 1980er-Jahren genutzt und ist verschlissen.

Das Vereinsheim soll durch ein Fertigteilblockhaus ersetzt und die Steilzufahrt auf dem Haldengelände neu befestigt werden. Auch Strom- und Wasserleitungen müssen erneuert werden, zudem ist der Bau einer abflusslosen Grube geplant.

Geplant wird mit Kosten von 195.000 Euro, über das Dorfentwicklungsprogramm Leader wurde eine Förderung über 125.460 Euro bewilligt, das sind 75 Prozent der 2018 geplanten Gesamtkosten. Allerdings wird das Vorhaben nach der Ausschreibung von 3 der 4 Baulose jetzt schon rund 27.000 Euro teurer.

Vergeben wurden auf der jüngsten Ratssitzung das Los Abbruch/Wegebau für reichlich 66.000 Euro an ein Lugauer Unternehmen, das Los Versorgungsleitungen und Heizung/Lüftung/Sanitär für knapp 24.000 Euro an eine Hohndorfer Firma sowie das Los Elektroleistungen für knapp 9300Euro an ein Unternehmen aus Hohenstein-Ernstthal. (vh)

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