Schüler gärtnern am Sonnenhügel

Vom Evangelischen Schulzentrum Leukersdorf bis zur Kleingartensparte Sonnenhügel braucht man zu Fuß keine fünf Minuten. Der Förderverein der Schule hat aus dieser Nähe jetzt ein konkretes Angebot gemacht.

Leukersdorf.

Die ersten warmen Sonnenstrahlen haben in diesem Frühjahr ungewohnt junge Schrebergärtner in die Kleingartensparte Sonnenhügel gelockt. Mit Spaten, Unkrautstecher und Hacken ausgerüstet, haben Fünftklässler ein Beet in einem der Kleingärten in Schuss gebracht. Nicht in irgendeinem Garten natürlich: Es ist der neue Schulgarten des Evangelischen Schulzentrums. Den Pachtvertrag für die kleine Scholle hat der Schulförderverein Anfang April unterzeichnet.

Die Idee zu diesem Angebot hatte Klaus Böhm, der Vorsitzende des Schulfördervereins, nicht von ungefähr: "Ich bin zwar kein Mitglied der Sparte, aber ich kenne den Vereinsvorsitzenden Manfred Barthold gut und kümmere mich darum, die freien Gärten der Sparte im Internet zu veröffentlichen." Außerdem hat Böhms Sohn früher als Biologielehrer an der Schule gelehrt und dabei auf anschaulichen Unterricht größten Wert gelegt. Also hat Böhm seine Idee vom Schulgarten vorgetragen, und er ist sofort auf großes Interesse gestoßen. "Fürs erste Halbjahr waren die Arbeitsgemeinschaften (AG) schon geplant, deshalb gibt es im Moment noch keine Schulgarten-AG. Zunächst werden die Arbeiten auf freiwilliger Basis und von den Mitgliedern der Bio-AG durchgeführt. Ab Herbst ist aber eine Schulgarten-AG geplant", sagt Lehrerin Sylvia Hüfken. "Es haben schon mehrere Lehrer Interesse angemeldet. Sogar unser Mathelehrer ist schon hier gewesen."


Zu den ersten freiwilligen Gärtnern gehörten in den vergangenen Tagen Stella Wetzig, Benedict Mertens, Marius Müller, Tiffany Kraft und Phil Urlaß. Für sie alle ist klar: Wenn es die Schulgarten-AG gibt, dann sind wir dabei. "Ich zupfe gern Unkraut", sagt Stella Wetzig. Das kleine Gärtchen mit seinen alten Obstbäumen, ein bisschen Wiese und zwei Beeten hat für die Schüler gerade die richtige Größe: "Ein großer Garten wäre zu viel. Bei einem kleinen Garten kann man zwar weniger ernten, aber dafür kann man alles schön machen", findet Marius Müller. In den ersten Wochen wurden bereits Kartoffeln gelegt und Zwiebeln gesteckt. Zudem wurde Blumensamen ausgesät. Schulseelsorger Ruben Vorberg ist froh: "Prima, wenn Kinder den Umgang mit ursprünglicher Natur lernen und bewusst sehen, wann was wächst."

Bei schwierigeren Arbeiten, oder wenn der Garten den Kindern sprichwörtlich über den Kopf wächst, steht Hausmeister Markus Pfau parat. Doch zur Übergabe war der Garten - wie alle anderen freien Gärten der Sparte - in einem guten Zustand. Klaus Böhm: "Die wenigen brach liegenden Gärten werden von den Mitgliedern in Schuss gehalten, bis ein neuer Pächter gefunden ist."

Insgesamt 39 Grundstücke hat die 1946 gegründete Sparte. Und dass seit jeher neben der Gartenarbeit auch die Erholung wichtig ist, können die Kinder auf ihrem Grundstück sehen: Nach getaner Arbeit verschnaufen sie auf der alten Hollywoodschaukel, die der einstige Pächter dort hat stehen lassen.

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