Schüler haben vor allem grüne Karten an Autofahrer vergeben

Die Aktion "Blitz für Kids" ist gestern gestartet. Im Erzgebirgskreis gab es eine Auftaktaktion der Polizeidirektion Chemnitz mit Schülern in Stollberg. Und die hatten wenig zu meckern.

Stollberg.

Im ersten Moment bekommt man schon einen Schreck, wenn man von der Polizei angehalten wird. Habe ich wirklich etwas falsch gemacht? Für Gerd Krause ging die Kontrolle gut aus. Der Autofahrer hat sich an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer gehalten und bekam dafür ein großes Lob von jungen Verkehrsteilnehmern.

Zur Auftaktveranstaltung der Aktion "Blitz für Kids" im Erzgebirgskreis sind gestern Vormittag im Bereich der Grundschule "Erich Weinert" und der International Primary School an der Glückaufstraße bei 66 Autofahren mit einem Lasermessgerät Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt worden. Durch die Aktion soll der Blick der Fahrer verstärkt auf die Sicherheit der Kinder gerichtet werden - vor Schulen, an Schulwegen, aber auch in der Freizeit. Eine Woche lang werden die Fahrzeugführer an unterschiedlichen Standorten durch Polizeibeamte angehalten. Anschließend übernehmen Schüler der vierten Klassen eine erzieherische Funktion: Sie sprechen mit den Autofahrern.

Christoph Ulrich

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In Stollberg waren 104 Mädchen und Jungen der Stollberger Grundschulen beteiligt. Sie hatten sich im Unterricht auf ihre Aufgabe gut vorbereitet, über den Sinn der Aktion gesprochen. Die Kinder hatten die Aufgabe, denen, die vorschriftsmäßig gefahren waren, die grüne Karte mit der Aufschrift "Danke" zu überreichen. So hörte man: "Danke, dass Sie so umsichtig gefahren sind" oder "Bitte nehmen Sie mehr Rücksicht auf uns Kinder" . Die "Verkehrssünder", also Fahrzeugführer, die etwas zu schnell unterwegs waren, bekamen von den Kindern eine gelbe Karte, wenn die Überschreitung im Verwarngeldbereich lag. Überschreitungen im Bußgeldbereich werden laut Katalog geahndet.

Bei der Aktion "Blitz für Kids" in Stollberg wurden 26 Fahrzeugführer angehalten, davon haben sich 20 vorbildlich verhalten und in der 30er Zone die Geschwindigkeit eingehalten. "Das ist für mich selbstverständlich. Da ich täglich hier unterwegs bin achte ich sehr darauf", sagte André Jüngling. "Ich habe selbst Enkelkinder, deshalb liegt mit die Sicherheit von Kindern sehr am Herzen. Ich ärgere mich immer sehr, wenn in den Wohngebieten und besonders vor Kindereinrichtungen zu schnell gefahren wird", meinte Monika Stein. Seit 47 Jahren wohnt Bärbel Hauenstein in der Nähe der Schule. Mit Sorge beobachtet sie das oftmals rücksichtlose Verhalten der Autofahrer. "Nur einmal in meiner langjährigen Fahrpraxis habe ich die Geschwindigkeitsvorschrift nicht beachtet. Das ist mir danach nie wieder passiert", erzählt die ehemalige Lehrerin den Kindern. Und sie erinnert sich: "Verkehrserziehung ist ein wichtiges Thema und war schon früher Bestandteil des Unterrichts."

Die sechs Autofahrer, die es mit der Geschwindigkeit nicht so genau genommen hatten, gelobten bei Polizei und Kindern Besserung. Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung betrug 16 Kilometer pro Stunde. Ich habe es eilig, das Schild übersehen oder ich war einfach in Gedanken - diese Gründe wurden von Autofahren, die zu schnell unterwegs waren, oft genannt. Sie erhielten zwar von den Schülern "nur" eine Verwarnung, kamen aber ansonsten noch einmal glimpflich davon. Erst in der zweiten Woche der Aktion, die ohne Beteiligung von Kindern stattfindet, werden festgestellte Ordnungswidrigkeiten mit allen Konsequenzen geahndet.

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