Schüler machen Bahngleise zum Erlebnis

Die Schienen zwischen Lugau und Oelsnitz sind verwaist, Züge werden hier nicht mehr fahren. Räder sollen auf der Strecke aber dennoch wieder rollen - beide Kommunen haben sich jetzt für einen Radweg ausgesprochen.

Lugau/Oelsnitz.

Die Zukunft der früheren Bahnstrecke zwischen Lugau und Oelsnitz könnte in einem Radweg liegen. Zumindest haben sich beide Kommunen jetzt in dieser Richtung positioniert. So äußerte Lugaus Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) auf der jüngsten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe Steinkohlenweg: "Ich bin überzeugt davon, dass wir dort irgendwann einen Radweg haben." Und Rositta Griebel, die im Oelsnitzer Rathaus für Liegenschaften zuständig ist und die Stadt in der AG vertritt, ergänzte, dass auch die Gedanken in Oelsnitz in diese Richtung gehen. Die Stadt wäre bereit, das frühere Bahngelände zu erwerben.

Bernd Birkigt, Bürgermeister von Oelsnitz, bestätigt: "Ja, die ersten Gespräche wurden geführt." Jedoch werde es bis zur möglichen Übernahme noch dauern, um dann entsprechend handeln zu können. Das betont auch Weikert. Entwidmung, Klärung der Grundstücksfrage, Finanzierung - "Wir reden hier locker von vier bis sechs Jahren", sagte er und verkündet zugleich die gute Nachricht: 2018 werde das Entwidmungsverfahren eingeleitet.

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Grund genug, sich Gedanken über die Zukunft der Noch-Bahn-Anlage zu machen. Thomas Weikert sagte in der Arbeitsgruppe, dass er die Radweg-Variante favorisiere, weil die Stadt nur positive Erfahrungen mit dem Radweg entlang der früheren Bahnlinie in die andere Richtung, nach Ursprung gemacht habe. Und er hat auch schon Vorstellungen, wie es links und rechts des Weges aussehen könnte. Denn Mitglieder der Kultur-AG des Stollberger Gymnasiums haben die Gleise von Lugau nach Oelsnitz eine Zeit lang zum Thema eines Projektes gemacht und sie mit kreativen Ideen und unter Zuhilfenahme von Dingen, die sie im Areal fanden oder die sie künstlerisch animierten, zum kulturellen Erlebnisweg gemacht. Insgesamt 30 Objekte - von witzigen sogenannten Schienenschildern über eine "Klang-Birke" bis hin zu einem riesigen Vogelnest - haben sie geschaffen. In der AG Steinkohlenweg stellten sie ihre Ideen und die teilweise sehr aufwendigen Vorarbeiten jetzt vor. So hat Lissy Rodehacke Karten erstellt, für die sie buchstäblich jeden Schienenmeter und auch das Areal ringsum abgelaufen ist und akribisch beispielsweise Streckenbeschaffenheit, angrenzende Rad- und Wanderwege, öffentliche Gebäude und noch existierende Signale erfasst hat. Die AG Steinkohlenweg, die für ihr Treffen das alte Bahnwärterhaus nutzte, in und an dem die Gymnasiasten nach wie vor aktiv sind, will sich nun dafür einsetzen, dass sowohl diese Recherchen als auch die kreativen Einfälle nicht in einer Schublade landen, sondern bei der künftigen Nutzung als Radweg beachtet werden. Sie könnten sich eine Art Erlebnis-Radweg vorstellen, für den einige der Schülerprojekte umgesetzt werden. Man wolle "die Idee am Lodern halten und begleiten", sagte AG-Koordinator Frank Wagenknecht.

Im Moment sind die Schienen allerdings noch tabu. Damit die Jugendlichen dort tätig werden konnten, gab es extra Absprachen mit der Infra Service Sachsen, die die Gleise von der Bahn gepachtet hat, betonte Bürgermeister Weikert. Denn noch seien diese ein technisches Areal, die Strecke nicht entwidmet. Noch.

Das Projekt der Jugendlichen ist auf der Homepage der Kultur-AG im Internet dokumentiert. www.kultur-ag.net

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