Schwibbogenbauer aus dem Norden: "Das ist Aufregung pur"

Heike und Wolfgang Lorentz haben ein Faible fürs Erzgebirge und dessen Traditionen. Am heutigen Mittwoch kommen die Norddeutschen wieder einmal in die Region - um sie mit einer besonderen Schau zu beschenken.

Johanngeorgenstadt/Stollberg.

"Das ist Aufregung pur für uns", sagt Wolfgang Lorentz am Dienstag am Telefon. "Das" - damit meint er die bevorstehende Eröffnung der Schwibbogenausstellung in Johanngeorgenstadt, für die er und seine Frau Heike eine große Anzahl Bögen, die an Ortseingängen oder auf Marktplätzen im Erzgebirge stehen, in Miniatur mit der Laubsäge nachgebaut haben. Das Projekt beschäftigt die beiden Erzgebirgsfans aus Wedemark bei Hannover seit knapp drei Jahren, seitdem widmen sie ihm jede freie Minute. Läuft alles nach Plan, erreichen die beiden Norddeutschen am heutigen Mittwochmittag Johanngeorgenstadt, wo sie gemeinsam mit Harald Teller, dem Vorsitzenden des Fördervereins Pferdegöpel, am Feinschliff für ihre Ausstellung arbeiten. Am Freitag wird sie mit 51 Bögen eröffnet.

Fertig sind indes schon 59 Stück. Drei weitere - aus Schwarzenberg, Mulda und Lengenfeld - sind in Arbeit. "Bedauerlicherweise ist uns das Holz ausgegangen und so kann meine Frau derzeit noch nichts Neues aufzeichnen", erklärt Wolfgang Lorentz. "Theoretisch könnten wir die nächste Schau mit 65 Bögen beginnen", sagt er. Aber dafür fehle in Olbernhau, wo die Wanderausstellung ab 5. März Station machen wird, der Platz. "Die volle Stückzahl gibts dann im Gelenauer Depot Pohl Ströher zu sehen." Dort wird die Schau am 1. November 2020 eröffnet.

Auch die Recherche zu den Ortsbögen beschäftigt das Ehepaar unentwegt. In diesem Punkt können auch die Besucher der Ausstellung behilflich sein. Wie Heike Lorentz erklärt, wird ein Buch ausliegen, in das jeder, der Informationen zur Entstehung oder den Erbauern eines Bogens hat, etwas eintragen kann. Dass es oft nicht so einfach ist, noch etwas zu den Hintergründen mancher Bögen zu erfahren, bestätigt auch Harald Teller. Darum sei die Schau auch wichtig für die Orte, weil die Menschen darüber nachdenken, was sie da eigentlich haben.

Wie die Hauptamtsleiterin Johanngeorgenstadts, Christiane Neubert, erklärt, werden pünktlich bis zur Ausstellungseröffnung die Haldensanierung unweit des Pferdegöpels abgeschlossen und der dortige Weg geschottert sein. Die Schwarzdecke wird laut Bürgermeister Holger Hascheck jedoch erst im Frühjahr aufgezogen. Die von Unternehmer Siegfried Ott gestifteten Figuren der Stadtgründer stehen ebenfalls, nur die von Ott angekündigten Schwibbögen aus Edelstahl werden den Weg in diesem Jahr noch nicht flankieren, erklärt Neubert.

Auch wenn die Schau mit den Ortsbögen für Lorentz' eine Premiere ist, generell sind ihnen Ausstellungen vertraut. Schon mehrfach haben sie in ihrer Heimat selbst kreierte Lichterbögen ausgestellt, 52 derartige Bögen zeigten sie 2015 auch bei der Stollberger Schwibbogenschau. Aber diese Ortsbögen-Schau ist für sie etwas ganz anderes. Als Norddeutsche ausgerechnet im Erzgebirge Schwibbögen des Erzgebirges präsentieren zu dürfen, das macht sie regelrecht stolz.

www.schwibbogen-wedemark.de

Die Sonderausstellung "Schwibbögen am Ortseingang - Wandern und Wachsen" kann vom 30. November bis 1. März besichtigt werden. Geöffnet ist der Pferdegöpel von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, montags und freitags ist er geschlossen.

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