Viel Spielfreude beim Treffen mit Gästen aus Tschechien

Der Theaterverein Spielfreunde Stollberg hat drei Tage lang Jugendliche aus dem Nachbarland zu Gast. Nicht nur der gestrige ein Theaterworkshop war eine Herausforderung.

Thalheim.

Es war ein Experiment, eine Herausforderung, der sich keiner entzog. 19 Mädchen und Jungen aus Stollberg und Prag sollten beim gestrigen Workshop mit Theaterpädagoge Michael Arnold Emotionen wie Hass, Trauer, Wut, Angst, Liebe oder Stolz darstellen - nur mit ihrer Körpersprache. Denn das Gesicht war unter einer Maske verborgen. Mit der ungewohnten Gesichtsverkleidung durften sie erst einmal den Raum als "neuen Planeten" und dann die "Planetenbewohner" erkunden. Die Aufgabe, Gefühle ohne Worte und Mimik zu zeigen, war für alle gleich, doch jeder Jugendliche interpretierte sie auf seine ganz persönliche Art. Am Ende entstanden 19 verschiedene Möglichkeiten, die vorgegebenen Gemütsbewegungen zu vermitteln.

Für Tobiáš Unger war das Tragen der Maske eine Premiere. Der 14-Jährige lernt seit drei Jahren an der Kunstschule in Prag. "Es gefällt mir hier mit den anderen Jugendlichen sehr gut, das Treffen macht Spaß und ich kann viel lernen", sagte der Schüler in deutscher Sprache.

Die Arbeit mit Masken war nur ein Thema beim deutsch-tschechischen Treffen des Theatervereins Spielfreunde Stollberg mit Schülern einer Grundschule für künstlerische Ausbildung in Prag. 14 Jugendliche im Alter von zwölf bis 14 Jahren aus der tschechischen Hauptstadt und fünf Nachwuchsmimen aus der Gruppe von Michael Arnold verbrachten im Sportpark Thalheim drei Tage bei Spielen ohne Worte, Pantomime und dem Ausprobieren von Masken.

Neben dem Workshop stand auch das Kennenlernen der Umgebung auf dem Programm, ein Besuch des Bergbaumuseums Oelsnitz inklusive. "Durch das Treffen möchten wir einen Einblick in die künstlerische Arbeit im Nachbarland erhalten, von den Pädagogen lernen und Impulse für unseren Verein bekommen", so Michael Arnold. Die Stollberger waren im Februar in Prag zu Gast. "Seither haben sich schon Freundschaften zwischen den Jugendlichen entwickelt."

Auch wenn sprachliche Barrieren da sind, in englischer Sprache und notfalls mit den tschechischen Lehrerinnen als Dolmetscher war das Verstehen kein Problem. Für seinen Workshop hatte der Theaterpädagoge Elemente der Bewegungslehre, Kontaktspiele und Arbeit mit Statuen ausgewählt. Alle Übungen kamen, bis auf eine kurze Einleitung, komplett ohne Worte aus. Aber es gab viel zu lachen. Zum Beispiel beim Bewegen in Zeitlupentempo oder beim "Wettrennen" mit dem Ziel, als Letzter anzukommen.

Für Lena Thriemer und Maya Schlaunat waren die Tage in Thalheim lehrreich. "Es ist schön, dass wir Leute mit dem gleichen Hobby kennenlernen. Wie die anderen aus unserer Gruppe spreche ich zwar kein Tschechisch, die Verständigung klappt aber mit Englisch bestens", erzählt Lena. Maya ergänzt: "Mir hat die Spielerunde am ersten gemeinsamen Abend gefallen. Spontan haben wir uns zusammen gefunden und hatten viel Spaß."

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