Zum Wochenende : Geordneter Übergang

Götterdämmerung in Burkhardtsdorf. Im nächsten Jahr stehen Kommunalwahlen ins Haus. Einige verdiente Ratsleute werden sich dann aus der ersten Reihe zurückziehen und Jüngeren das Feld überlassen. Hinter den Kulissen wird diese politische Zäsur schon vorbereitet und beeinträchtigt die Stimmung. Das jedenfalls legt der Schlagabtausch zwischen Wolfgang Schneider (Allgemeine Liste) und Bürgermeister Thomas Probst (CDU) im Technischen Ausschuss nahe.

Dort sollte die Vorplanung des Schulcampus' beauftragt werden. Aus heiterem Himmel schoss Schneider aus allen Rohren gegen das breit abgestimmte Projekt und gegen Probst persönlich. Ihm rieb er mehrfach dessen Wegzug nach Stollberg unter die Nase und kramte allerlei Dinge hervor, die aus seiner Sicht bei der Umgestaltung des zentralen Platzes schief laufen oder gelaufen sind. Doch was war der Beweggrund dafür? Kann er nicht loslassen, ist ihm als Anrainer ein Schulcampus zu laut, ist es eine persönliche Sache mit Probst oder sieht er sein politisches Erbe bedroht? Die Antwort weiß Schneider allein.

Eines allerdings ist gewiss. Selbst wenn nächstes Jahr mehrheitlich andere Akteure das politische Ruder in Burkhardtsdorf übernehmen sollten, werden die scheidenden Ratsleute einen gut sortierten Ort übergeben können. Die Oberschule ist eine Erfolgsgeschichte, die Grundschule topmodern, auf dem Topfmarkt gibt es eine Mehrzweckhalle und das Freibad ist erfolgreich wieder in kommunale Hand übernommen worden. Zwar haben die Ortsteile viel an Infrastruktur verloren, dafür wurden oder werden Gemeinschaftshäuser errichtet. Zudem ist jüngst die Verwaltung zeitgemäß organisiert worden. Der Schulcampus ist ein weiteres Mosaiksteinchen.

Das alles ist nicht das Werk eines Einzelnen. Vielmehr ist es die gemeinschaftliche Leistung vieler Akteure über Jahre hinweg. Der Rat, der die Entscheidungen gefällt und die Finanzierung abgesegnet hat, spielte dabei im Wortsinne die entscheidende Rolle. Somit kann sich jeder im Rat die Erfolge ans Revers heften.

Es besteht kein Anlass, die politische Stimmung in den letzten Monaten der Wahlperiode zu vergiften. Auch nicht, wenn Probst ein öffentliches Bekenntnis zu seiner beruflichen Zukunft bisher meidet. Mag er 2020 erneut antreten oder nicht - Burkhardtsdorf ist gut aufgestellt. Mit dem Regionalen Entwicklungskonzept und dem daraus folgenden Flächennutzungsplan hinterlässt die aktuelle Politikergeneration den Nachfolgern sogar ein politisches Vermächtnis. Ein geordneter Übergang also. Was will man mehr?

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1Kommentare
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    vomdorf
    18.08.2018

    Den sogenannten Schulcampus braucht kein Mensch, die Grundschüler schon mal gar nicht. Glaubt ernsthaft jemand, dass man mit Grundschülern eine Unterrichtsstunde im Freien an der B 180 machen kann? Und wenn die Oberschüler dort rumtoben stören sie die Grundschüler , auch in der Schule.
    Warum reißt man nicht endlich die nie gewollte Drehscheibe im Garten der Grundschule ab, da haben die Kleinen mehr Platz.

    Macht sich Gemeinde eigentlich Gedanken, wo sie in Zukunft die Grundschüler unterrichten will? Die Gemeinderäte sollen doch mal Mittags bei der Hitze die eine vierte Klasse besuchen, die jetzt im Kunstzimmer unterrichtete werden muss, weil die vor 5 Jahren gebaute Schule zu klein ist. Da waren die diesjährigen Schulanfänger aber schon geboren...na so was.

    Wieviel Geld hat die mehrmalige Umgestaltung des Schillerplatzes eigentlich schon gekostet? Es sollten lieber mehr Parkplätze gemacht werden, denn es werden an beiden Schulen immer mehr Lehrer, die von außerhalb kommen. Der Parkplatz vor der Eurofoam Arena ist keine Alternative, weil Lehrer in der Regel einiges zu schleppen haben.
    Wurden eigentlich die Bürger von Burkhardtsdorf gefragt, wie sie sich den Schillerplatz vorstellen?

    In dem gestrigen Artikel stand, dass die Grundschüler im Schlamm spielen würden. Das stimmt nicht. Sie spielen im Dreck, weil es nach dem Sommer keine Wiese mehr gibt, und in seit 5 Jahren nicht ausgewechseltem Sand.

    Gab es nicht schon mal den Versuch, Wochenmarkt an anderer Stelle zu etablieren? Hat nicht funktioniert, und es verstehe wer will, warum schon wieder was geändert werden soll, was funktioniert. Aber das macht Herr Probst gern ...was änder....ein Bürgerbüro so weit wie möglich vom Schuss entfernt stationieren, ....
    Und Widerspruch mag er auch nicht, deshalb Hut ab, Herr Schneider!!!!!



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