Zum Wochenende : Gute Taktik

Fordern oder Jammern ist selten eine gute Strategie. Das haben die Lugauer Fußballer wohl erkannt und setzen stattdessen auf konstruktives Mittun, wenn es um ihren wohl dringendsten Wunsch geht: die Aufwertung ihres Areals durch einen Kunstrasenplatz. Der Tennenplatz ist tatsächlich kein Aushängeschild mehr, sondern nur noch eine Übergangslösung. Und der Rasenplatz ist wie überall nicht ganzjahrestauglich. Kein Wunder, dass die Sportler schon lange gern Kunstrasen hätten. Ringsum gibt es den bereits, was auch dazu führt, dass sich die jungen ehrgeizigen Fußballer ab einem bestimmten Alter nach besseren Bedingungen umschauen und ganz in der Nähe fündig werden. Und so hoffen die Verantwortlichen beim LSC, dass sich die Altersstruktur des Vereins mit einem Kunstrasenplatz von der aktuellen Pyramidenform - je älter, desto weniger Spieler - wieder entfernt.

In der Stadt versteht man das, nur kommt dann das dicke Aber: Einen Kunstrasenplatz - bei den aktuellen Baupreisen muss man von fast einer Million Euro an Kosten ausgehen - stemmt die Kommune nicht so nebenher. Darum hat Bürgermeister Thomas Weikert in der Vergangenheit auch keine falschen Versprechungen gemacht, sondern immer betont, dass zunächst andere Dinge wie Feuerwehr und innerstädtische Entwicklung finanziert werden müssen. Und er betonte, dass es weitere Vereine gibt und man im Rathaus alle im Blick haben müsse.

Das war ehrlich, aber damit hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Bedenkt man, dass der Sportplatzplaner in dieser Woche in der Ratssitzung exakt die gleiche Präsentation vorlegte wie im Jahr 2013, so merkt man, wie lang die Sportler ihren Geduldsfaden spinnen mussten. Aber er ist nicht gerissen. Am Montag zeigten die LSC-Verantwortlichen stattdessen, dass der Verein seinerseits mittun möchte, wenn es um die Realisierung seines Traums geht. Sie packten eine aussagekräftige Präsentation zu den Verhältnissen im Verein, konkrete Pläne für Eigenleistungen, bereits gesicherte Sponsorenangebote und Ideen, wie man Spenden für das Projekt auftreiben kann, auf den Tisch. Und sie zeigten sich dankbar für kleine Schritte, die die Stadt inzwischen unternahm - wie eine Teilsanierung des Tennenplatzes und Pflegemaßnahmen auf dem Rasenplatz. Das nicht als selbstverständlich hinzunehmen und gleichzeitig selbst aktiv sein ist als gute Taktik - diesmal nicht auf dem, sondern für den Rasen - aufgegangen: Stadt und Stadtrat haben sich für den Kunstrasenplatz positioniert. 2019 feiert der LSC sein 100-jähriges Bestehen. Der Grundstein für weitere 100 Jahre könnte in dieser Woche gelegt worden sein.

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