Badbesucher zahlen mehr

Für die Schwimmhalle in Zschopau wurden die Preise angehoben - zum zweiten Mal seit der Eröffnung der Einrichtung.

Zschopau.

An einen April-Scherz mögen einige Zschopauer bei ihrem jüngsten Besuch der Schwimmhalle im Zschopauer August-Bebel-Gebiet geglaubt haben. Ausgerechnet am 1. April hat die Grundstücks- und Gebäudewirtschafts GmbH Zschopau (GGZ) die Eintrittspreise angehoben. Schlecht informiert fühlte sich derweil Stadträtin Anja Schreiter (Linke). "Ist die Erhöhung der Stadt bekannt?", hatte sie zur jüngsten Ratssitzung Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos) gefragt. Der Stadtchef bestätigte. "Seit der ersten Teuerung sind die Preise um 50 Prozent gestiegen. Das finde ich nicht so gut", fügte Anja Schreiter an.

Bei der Preiserhöhung handele es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung, die auch im Stadt- und Aufsichtsrat besprochen worden sei, erklärt GGZ-Geschäftsführerin Kerstin Rümmler auf Nachfrage. Die Anpassung begründet sie in erster Linie mit dem gesetzlichen Mindestlohn. Der ist zum 1. Januar um 42 Cent gestiegen und wird 2020 noch einmal um 16 Cent angehoben. Arbeitnehmer haben somit seit Januar Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde. Im Schwimmbad arbeiten vier Festangestellte und ein Freiberufler. Zudem sind mehrere Rettungsschwimmer auf 450-Euro-Basis (Minijob) beschäftigt.

Christoph Ulrich

Ulrichs Bilanz:Der „Freie Presse“-Wirtschaftsnewsletter von Chef­korrespondent Christoph Ulrich

kostenlos bestellen

Unter anderem im Internet und auf Schildern habe die GGZ zwar auf die neuen Preise hingewiesen, aber nicht zuviel publiziert. "Auch, um Hamsterkäufe bei Wertkarten zu vermeiden", fügt die Geschäftsführerin an. Seit der Eröffnung seien die Preise bislang nur einmal angehoben worden.

Im Schnitt hat sich die Besucherzahl Kerstin Rümmler zufolge auf annähernd 40.000 im Jahr eingepegelt. In früheren Jahren sind auch schon einmal um die 7000 Gäste mehr gezählt worden. Der heiße Sommer bescherte der Schwimmhalle im vergangenen Jahr kurioserweise mehr Zulauf. "Das lag offenbar daran, dass es in der Schwimmhalle kühler als im Freibad war", hat Kerstin Rümmler eine Erklärung.

Die 2012 eröffnete Einrichtung verfügt über zwei Edelstahlbecken. Rund vier Millionen Euro hat die GGZ in den Bau investiert. Etwa drei Viertel der Kosten steuerte der Freistaat bei.

Eintritt für Erwachsene 5,50 Euro (bisher 3,50), Kinder 4 Euro (3). Anpassungen gibt es auch bei anderen Tarifen. Drei neue Tarife für bestimmte Tageszeiten kommen hinzu.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...