Baupfusch an B174: Zwei Spuren werden wochenlang gesperrt

Am Ortseingang waren im vergangenen Jahr Bodenwellen aufgetaucht. Jetzt steht die Ursache fest. Mit einer schnellen Ausbesserung ist sie nicht behoben.

Adelsberg.

Die neue Strecke ist erst vor reichlich zwei Jahren fertiggestellt worden. Doch schon etwa 18 Monate nach der Verkehrsfreigabe tauchten auf der Zschopauer Straße deutlich spürbare Bodenwellen auf. Im Bereich des Chemnitzer Ortseingangsschildes nahe der Einmündung der Otto-Thörner-Straße werden Autoinsassen tüchtig durchgeschüttelt.

Die unebene Teilstrecke gehört zu dem rund 900 Meter langen Abschnitt der Bundesstraße 174 zwischen Südring und Wilhelm-Busch-Straße, der von 2012 bis 2014 für rund 18 Millionen Euro von zwei auf vier Spuren verbreitert wurde. Bei der Bauabnahme kurz vor dem Jahresende 2014 waren keine Mängel daran festgestellt worden. Bis die Bodenwellen auftauchten.

Anfang August 2016 veranlasste die Stadtverwaltung Bohrungen sowie Abschürfungen zwischen Wilhelm-Busch-Straße und Otto-Thörner-Straße, um der Ursache der Unebenheiten auf die Spur zu kommen. Ende September sollten die Untersuchungsergebnisse vorliegen, erklärte das Rathaus damals. Doch die Öffentlichkeit wurde nie darüber informiert. Und auch Bauarbeiten haben nicht stattgefunden, obwohl die Bodenwellen nach wie vor täglich Zehntausende Fahrwerke und Fahrzeugbesatzungen vibrieren lassen. "Wann ändert sich endlich etwas?", fragen vor allem Berufspendler, die den Abschnitt täglich passieren.

Die Ursache der Unebenheiten steht jetzt offenbar fest, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte. Im Ergebnis der Untersuchungen sei festgestellt worden, dass das für den Frostschutz unter der Fahrbahn eingesetzte Recyclingmaterial "nicht formstabil" ist. Die Bohrungen hätten ergeben, dass die vor dem Einbau vorhandenen Körnergrößen des Frostschutzes nicht mehr vorhanden sind. Mit anderen Worten: Die zerkleinerten Abfälle von anderswo abgerissenen Bauten haben sich unter dem Asphalt zersetzt. Damit sei dieses Material nicht mehr frostsicher, erklärt die Stadtverwaltung.

Für die Beseitigung der Bodenwellen bedeute das, dass der betroffene Straßenabschnitt praktisch neu gebaut werden muss. Zur Sanierung der Fahrbahnen müsse der Frostschutz ausgebaut und komplett ersetzt werden; anschließend würden die Asphaltschichten neu aufgebaut, beschreibt die Stadtverwaltung die geplante Verfahrensweise.

Begonnen werden soll mit den Arbeiten unmittelbar nach Ostern, das wäre ab 18. April. Dauern sollen sie voraussichtlich etwa sechs Wochen. Das heißt, dass sie bis Ende Mai abgeschlossen sein müssten, heißt es auf Nachfrage. Die beiden stadtwärtigen Spuren sollen dabei gleichzeitig gesperrt und der Verkehr über die Gegenfahrbahn umgeleitet werden. Autofahrer müssen sich in dieser Zeit also erneut sowohl land- als auch stadtwärts auf Behinderungen zwischen dem Südring und dem Beginn der Neubautrasse einstellen.

Während der Sperrung werde zugleich der ebenfalls schadhafte Gehweg zwischen Georgistraße und Otto-Thörner-Straße erneuert. Die Beseitigung des Baupfuschs erfolgt laut Stadtverwaltung nicht auf Kosten der Steuerzahler. Die Baufirma müsse dafür im Rahmen ihrer Gewährleistungspflicht bezahlen.

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