Erträge können bis zu 30 Prozent einbrechen

Erzgebirgsbauern rechnen mit unterschiedlichen Ernteergebnissen

Marienberg/Zschopau.

Die Erzgebirgsbauern rechnen in diesem Jahr mit einer Ernte, die in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entspricht oder auch bis zu 30 Prozent darunter liegen kann. "Das ist von Betrieb zu Betrieb und Fruchtart zu Fruchtart verschieden", sagt Werner Bergelt, Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Erzgebirge. Einen Grund dafür sieht er in der recht unterschiedlichen Niederschlagsverteilung: "Dort, wo es im April oder Mai ordentlich regnete, sehen die Erträge gar nicht so schlecht aus." Zugleich wirkten Spätfröste nach, die im Frühjahr in einigen Gebieten auftraten. "In Trockenjahren, wo das Wasser fehlt, verstärkt sich der Einfluss des Wetters auf die Ernte", sagt Bergelt.

Inzwischen haben die Landwirte im Erzgebirge die Wintergerste ins Trockene gebracht. Während in den oberen Lagen alle anderen Getreidearten und Raps noch auf dem Feld stehen, sind die Bauern in den Niederungen schon weiter. Dort müssen in den nächsten Wochen vor allem Sommergerste, Hafer und Triticale - eine Züchtung aus Roggen und Weizen - geerntet werden, erklärt der Geschäftsführer. 14 Erntetage seien noch nötig, um alle Getreidearten vom Feld zu bekommen.

Eigentlich sollte das bis Ende August erledigt sein. Aber die sich in den kommenden Tagen verstärkende Gewitterneigung wird zum Unsicherheitsfaktor, der die Arbeiten verzögern kann. Geht ein Gewitterguss nieder, muss die Ernte für längere Zeit unterbrochen werden. Zwei bis drei Tage dauert es, bis es weitergeht - je nachdem, wie schnell die Sonne alles wieder trocknet, erklärt Bergelt. Die Körner sollten auf jeden Fall trocken und damit lagerfähig sein. Denn eine maschinelle Trocknung kostet Geld. Möglicherweise wird es noch bis Mitte September dauern, bis im Erzgebirgskreis das letzte Getreide in höheren Gebirgslagen vom Halm ist. Dann geht es an die Kartoffeln, zudem stehen ein weiterer Grünfutterschnitt und zuletzt die Maisernte an.

2019 und besonders 2018 verzeichneten die Landwirte wegen der ausgesprochenen Trockenheit enorme Ausfälle. Die Silagevorräte gingen zur Neige. Um die Rinder über den Winter zu bringen, musste mancher Landwirt reduzieren. Futter wurde etwa mit Stroh gemischt und Rüben wurden zugekauft.

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