Familienfreundlichkeit als roter Faden

Ehrenfriedersdorf stellt die Weichen für die Zukunft. Dabei geht es aber nicht nur um schnelles Internet in der Stadt. Lernen, wohnen, arbeiten, leben... - ein straffes Programm.

Ehrenfriedersdorf.

Die Berg- und Greifensteinstadt Ehrenfriedersdorf hat ein Ziel: Sie will familienfreundliche Kommune sein. Die ersten Schritte sind bereits getan und die Voraussetzungen nicht schlecht. Zwei Kindertagesstätten - eine in kommunaler, die andere in freier Trägerschaft -, eine Grund- und eine Oberschule gibt es in der Kleinstadt mit rund 4800 Einwohnern. Bildung und Schule seien sehr wichtige Punkte in der Familienpolitik, sagt Bürgermeisterin Silke Franzl. Daher müsse investiert werden. Ganz aktuell steht Ehrenfriedersdorf vor einem weiteren wichtigen Schritt. Der Grundschulstandort soll erweitert werden. "Die Aufnahmekapazität ist fast erreicht", so Franzl. Und in den kommenden Jahren wird die Anzahl der Schülerinnen und Schüler weiter wachsen. Allein 2018 wurden 50 Kinder geboren. Noch steht nicht fest, wie konkret mehr Platz geschaffen werden soll. In der Diskussion stehen laut Silke Franzl die Nutzung eines vorhandenen Objektes aber auch ein Neubau. "Da ist einiges in Bewegung", so die Bürgermeisterin.

Und auch auf anderem Gebiet zeigt es sich immer wieder, wie gezielt Ehrenfriedersdorf attraktiv für Familien sein möchte. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise der Spielplatz an den Greifensteinen eröffnet, in diesem Jahr wird der Burgplatz kinder- und jugendfreundlich umgestaltet, neue Baugrundstücke sind im Entstehen. Der Breitbandausbau soll bald beginnen. Dass das alles möglich ist, verdankt die Stadt nicht zuletzt ihrer guten finanziellen Lage. "Wir sind schuldenfrei", so die Bürgermeisterin.


Zudem sei die wirtschaftliche Situation gut, was sich positiv auf die Steuereinnahmen auswirkt. Vor Kurzem berichtete Franzl, dass allein etwa in den vergangenen fünf Jahren 10 Millionen Euro investiert wurden - Instandhaltungen nicht mitgerechnet. Rund 3,5 Millionen Euro davon seien Eigenmittel gewesen. Und es bleibt auch Luft, sich um freiwillige Aufgaben wie Spielplätze, das Freibad, Vereine und Co zu kümmern. Ohne Fördermittel würde es aber auch in Ehrenfriedersdorf nicht gehen. Ein Beispiel sind Städtebauprogramme. Sie können auch von Privatpersonen genutzt werden, die beispielsweise alte Gebäude sanieren. Es funktioniert. Gute Projekte entstehen, das Stadtbild wandelt sich.

Damit es weitergehen kann, versucht die Stadt aktuell in ein neues Programm zu kommen, neben kommunalen Vorhaben sollen auch wieder Privateigentümer profitieren. Die Fäden laufen bei der Sanierungsmanagerin zusammen.

Vieles ist angeschoben und vieles soll noch kommen. Arbeit für den neuen Stadtrat. So seien beispielsweise die Nachfragen nach Flächen in Gewerbegebieten höher, als was die Stadt aktuell zu bieten hat. Zudem müsse es gelingen, auch im Bereich Handel- und Dienstleistungen gute Voraussetzungen zu schaffen. Strategien sind hier gefragt. Das gilt unter anderem auch für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Besucherbergwerks und die touristische Vermarktung der Stadt.


Zahlen und Fakten

Zum Stichtag 28. Februar lebten 4770 Menschen in Ehrenfriedersdorf.

Die Stadt umfasst eine Fläche von 15,86 Quadratkilometern. Die Höhenlage beträgt im Ort 530 Meter über Normalnull. An den Greifensteinen sind es bis zu 732 Meter über Normalnull.

Zwei Schulen (Grund- und Oberschule) sowie zwei Kitas gibt es in der Stadt.


Kandidaten

In Ehrenfriedersdorf gibt es 26 Bewerber aus zwei Parteien und einer Wählervereinigung für 16 Sitze im Stadtrat.

CDU:

Markus Wiesehütter

Hartmut Decker

Heiko Martin

Tobias Uhlig

Jörg Schlüssel

Holger Rockstroh

Andre Pfab

Susen Körner

Jörg Herrmann

Johannes Neubert

David Kessler

Dorothea Langer

Die Linke:

Frank Deckert

Herbert Schönherr

Freie Wähler Bürgerforum:

Olaf Küttner

Alexander Heßmann

Andreas Ihle

Rico Hanings

Norbert Adamietz

Uwe Rößler

Andreas Seidl

Nico Peterk

Monika Pietsch

Madeleine Richter

Dominik Böhme

René Klauß


Was sich die Bürger wünschen und was sie an ihrer Stadt toll finden

Kerstin Sadowski: Die Vorsitzende des Klöppelvereins lebt gern in Ehrenfriedersdorf. "Unsere Stadt ist rege", sagt sie. Ihr gefällt, dass die Traditionspflege hoch gehalten wird. Natürlich gebe es hier und da ein paar Dinge, die besser sein könnten. Doch seien das eigentlich ausschließlich Baustellen, bei denen der Stadt die Hände gebunden sind. Das alte Kino zum Beispiel. Seit Jahren verfällt die Immobilie. Doch das Gebäude ist in Privateigentum. Auch leer stehende Geschäfte sind nicht schön. Aber wenn zuwenig Leute die Angebote nutzen, sei dies kein Wunder, so Sadowski. Aus ihrer Sicht gehe es Ehrenfriedersdorf auch so gut, weil die Kommune eigenständig ist. Das soll aus ihrer Sicht auch so bleiben.

Achim Steinert: Er ist Mitglied im Seniorenbeirat. Steinert und seine Mitstreiter sind mit der Entwicklung der Stadt auch aus Sicht der Senioren zufrieden. "Wir haben einen altersgerechten Wohnblock, ein Pflegeheim, betreutes Wohnen im ehemaligen Nussknacker und bald ein Mehrgenerationenhaus", so Steinert. Auch in puncto Seniorenveranstaltungen gebe es nichts zu meckern. Von der Weihnachts- bis zur Geburtstagsfeier für die älteren Ehrenfriedersdorfer sei alles dabei. Er wünscht sich aber, dass der Ausbau von Straßen weitergeht und abgesenkte Bordsteinkanten weiter im Blick behalten werden. Bei einem Thema, das ihn stört, sei die Stadt allerdings oft machtlos: vor sich hin verfallende Gebäude, die eigentlich fast immer im Privatbesitz sind.

Marlen Fiedler: Die Ehrenfriedersdorferin engagiert sich im Jugendverein "Schachtclub". Sie fände es schön, wenn es eine kontinuierliche Stimme aus der Jugend in der Stadt gebe, die bei Entscheidungen und bei Ratssitzungen beratend zur Seite steht. Prinzipiell laufe die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Jugendclub aber sehr gut. Als Mutter hat sie auch die Spielplätze im Stadtgebiet im Blick. Hier könnte aus ihrer Sicht nachgebessert werden. Eine kleine Auffrischung, ein paar neue Geräte wären gut. Auch Arbeitseinsätzen mit Unterstützung der Eltern steht sie positiv gegenüber.

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