Flüchtling kommt vor Gericht

Ein Schöffengericht wird am Amtsgericht Marienberg den Fall eines mutmaßlichen Brandstifters verhandeln. Ein Termin ist noch nicht bekannt.

Drebach.

Gegen den Asylbewerber, der im Herbst in der Flüchtlingsunterkunft im Drebacher Ortsteil Spinnerei absichtlich Feuer gelegt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen schwerer Brandstiftung Anklage erhoben. Zuvor hatte die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen und die Akten der Behörde übergeben.

Dem 24-jährigen Bewohner der Unterkunft wird zur Last gelegt, mit einem Feuerzeug die Bettdecke eines Mitbewohners entzündet zu haben. "In der Folge griff das Feuer von der Decke auf das Bett, den Fußboden und die Zimmerwände über, was vom Angeklagten zumindest billigend in Kauf genommen wurde", erklärt Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart. Der Angeschuldigte habe sich im Wesentlichen geständig gezeigt, fügt sie hinzu. Der Fall soll vor einem Schöffengericht am Marienberger Amtsgericht verhandelt werden. Wann die Hauptverhandlung stattfindet, ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt.

Der Brand war am Nachmittag des 28. Oktobers in einem Zimmer der zweiten Etage ausgebrochen. Der mutmaßliche Brandstifter versuchte sich mit einem Sprung aus dem Fenster zu retten. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu und wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Auch der Vertreter des Heimleiters kam mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Bei dem Brand waren mehr als 120 Rettungskräfte im Einsatz. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs befanden sich 16 Bewohner im Quartier. Die 90 Heimbewohner - alleinstehende Männer und eine Familie - wurden nach dem Feuer auf die zentralen Unterkünfte im Marienberger Ortsteil Hüttengrund sowie in Zschopau verteilt. Nach der Instandsetzung des Heimes sollen im Frühjahr wieder Flüchtlinge einziehen.

Weil die Staatsanwaltschaft nach dem Brand davon absah, beim Ermittlungsrichter gegen den Beschuldigten einen Haftantrag zu stellen, befindet sich der 24-Jährige auf freiem Fuß. Das hatte die Polizei auf Nachfrage mitgeteilt.

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