Gemeinde kuriert Ärztemangel

Mit der Ärztin Persis Uhlig hat der sanierte Lindenhof in Leubsdorf seine erste Mieterin. Die Gemeinde profitiert gleich doppelt.

Leubsdorf / Grünhainichen.

In der Geschichte des Lindenhofes in Leubsdorf ist ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Nachdem in den vergangenen Monaten der ehemalige Gaststättenkomplex für rund 1,8 Millionen Euro zu einem medizinisch-kulturellen Zentrum umgebaut wurde, öffnete die Ärztin Persis Uhlig erstmals die Türen ihrer neuen Praxis im Erdgeschoss des Gebäudes. Schon am Freitag hatte die Medizinerin in einer kleinen Feierrunde den Startschuss gegeben, zahlreiche Gratulanten fanden sich in den neu gestalteten Räumen ein.

Noch in der vergangenen Woche wurde in den Räumen eifrig geputzt, wurden Schränke montiert und gewischt. "Derzeit werden von den Arbeitern noch die Außenanlagen gebaut. Aber die arbeiten zügig, aus meiner Sicht ist ein Ende absehbar. Deshalb sehe ich das entspannt", sagte die Ärztin. Nach dem Medizin-Studium in Dresden arbeitete Persis Uhlig, die in Grünhainichen aufwuchs und in Augustusburg wohnt, acht Jahre im Krankenhaus Zschopau.

Jetzt wagt die Internistin, die zugleich die hausärztliche Versorgung übernimmt, den Sprung in die Selbstständigkeit. "Natürlich steigt vor dem ersten Sprechtag die Spannung. Aber ich freue mich sehr, dass es jetzt losgeht", sagte die 36-jährige Ärztin. Sicherlich werden ein paar Tage vergehen, bis sich im Praxisablauf alles richtig eingeschliffen hat. "So ist die Software zum Beispiel neu, da müssen wir uns erst einmal einarbeiten. Doch das bekommen wir hin", ist die Neu-Leubsdorferin überzeugt. Um die Wartezeiten zu verringern, wolle sie an die Patienten grundsätzlich Termine vergeben. Akute Notfälle sind davon natürlich ausgenommen, stellt die Medizinerin klar. Sie wird unter anderem Ultraschalluntersuchungen anbieten, auch Langzeit-EKG sowie Langzeit-Blutdruckmessungen sind in der Praxis möglich.

Bei ihrer Arbeit wird Persis Uhlig von den beiden Arzthelferinnen Berit Uhlig und Jutta Weigelt unterstützt. Diese beiden sind den Leubsdorfern bekannt. Sie arbeiteten zuletzt bei Diplom-Medizinerin Anne-Katrin Löbner, die jahrzehntelang im Ort praktizierte. Nun tritt Persis Uhlig in die Fußstapfen, die die Ärztin hinterlassen hat. Anne-Katrin Löbner hat sich in den Ruhestand verabschiedet.

Leubsdorfs Bürgermeister Dirk Fröhlich (CDU) atmete unterdessen auf. Denn mit der Praxiseröffnung schlug die Gemeinde praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe. Zunächst ist Persis Uhlig die erste Mieterin, die in den sanierten Lindenhof einzieht. Zudem ist damit eine Nachfolge für Anne-Katrin Löbner gefunden und die medizinische Versorgung der Bevölkerung gesichert. "Ich bin sehr froh, dass wir das erreicht haben. Ursprünglich hatte das Projekt mein Vorgänger Ralf Börner angeschoben", sagte Fröhlich.

Von der Einrichtung sollen auch die benachbarten Grünhainichener und Borstendorfer profitieren. Im Juni hatte der Grünhainichener Gemeinderat der Nachbarkommune deshalb im zweiten Anlauf vertraglich Unterstützung zugesichert. Die nötige Förderung des Projekts durch EU-Mittel - insgesamt rund 670.000 Euro - steht seitdem nicht mehr in Frage.

Nun ist Leubsdorf noch auf der Suche nach einem Zahnarzt, der ebenfalls im Lindenhof einziehen soll. Noch im Oktober eröffnet die Sparkasse Mittelsachsen ihre Zweigstelle im Haus. (mit smu)

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