Heimatstube wird zur Spielzeugkiste

Die Ausstellung "Spielzeug aus DDR-Zeiten" ist noch einmal Ende Dezember und im Januar in Auerbach zu sehen. An Exponaten herrschte kein Mangel.

Auerbach.

Der Puppenwagen, der vor 70 Jahren das Herz eines Mädchens höher schlagen ließ, ist schon (fast) auf dem Weg zur Mülldeponie gewesen. Doch kurz bevor der Container abgeholt wurde, entdeckte Gisela Mehlhorn das betagte Stück. Das wäre doch was für die neue Ausstellung in der Heimatstube, dachte sich die ehemalige Kindergärtnerin. Denn die Heimatfreunde von Auerbach möchten mit der diesjährigen Weihnachtsschau Erinnerungen lebendig werden lassen. Die Ausstellung "Spielzeug aus DDR-Zeiten" gibt einen faszinierenden Einblick in das, was die Spielzeugindustrie einst hervorgebracht hat. Zu sehen ist eine spannende Zeitreise in die Spielstuben der DDR. An die 1000 Spielzeuge, darunter auch etliche kleinteilige Exponate und Figuren, sowie Raritäten sollen bei den Besuchern ein Stück Kindheitsgeschichte lebendig werden lassen.

Die Idee zu der Ausstellung hatten Vereinsmitglieder im Frühjahr. Nach verschiedenen Aufrufen haben sich 60 Leute gemeldet. "Das zeigt doch, dass es ein interessantes Thema ist und dass das einfache, aber zugleich funktionstüchtige und haltbare Spielzeug der früheren DDR überlebt hat", meint Christian Sehm. Der Auerbacher ist Vorsitzender des örtlichen Heimatvereines, dessen Mitglieder die Schau organisiert und gestaltet haben. "Unser Dank gilt allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Leider können wir aus Platzgründen nur Objekte von 35 Frauen und Männern aus Auerbach und acht weiteren Orten zeigen."

So ist in Vitrinen und auf Tischen eine Vielfalt von DDR-Spielzeug zu sehen, das so mancher selbst besessen hat - oder gerne besessen hätte. Das Spektrum der sehr ansprechend und übersichtlich präsentierten Produkte, mit denen Generationen von Erzgebirgern groß geworden sind, reicht von Miniküche über Baukästen, Puppen, Holz und ferngesteuerte Autos, bis zu Spielen, Büchern und elektronischen Geräten für Mädchen und Jungen.

So erzählt Achim Siegert stolz von einer kleinen Maschine, die eigentlich mit Dampf funktionierte, aber im Jahr 1959 alternativ mit Strom lief. Mit dem Spielzeug, das in einer Vitrine zu sehen ist, konnten kleine Modellmaschinen angetrieben werden. "Das klappte prima. Ich war zehn Jahre alt, als ich das Geschenk bekam und habe super gerne damit gespielt", sagt der Auerbacher.

Für Christian Sehm sind Modellbahnen sein großes Hobby. Von den ausgestellten Lokomotiven und Wagen kennt er jeden Preis, knapp 40 bis 100 Mark kosteten die Teile. "Einen meiner ersten Züge habe ich vom dem Geld, das ich auf dem Feld bei der Kartoffelernte verdient habe, zusammengespart. Solche Dinge haben natürlich einen unschätzbaren ideellen Wert."

Den kleinen Puppenwagen, der nach Jahren in der Abstellkammer dringend eine Generalüberholung brauchte, rettete übrigens Gisela Mehlhorn in letzter Minute. In der Dusche schrubbte und wienerte sie das nostalgische Stück. Zwei Handwerker, aus Auerbach möbelten die Puppenkutsche wieder auf. Eine Puppe von der Freundin aus Frankenberg, eingepackt in einem früher üblichen schneeweißen Steckkissen, runden das niedliche Ensemble ab.

Die Ausstellung "Spielzeug aus DDR-Zeiten" ist in der Heimatstube Auerbach, Hauptstraße 83, nochmals am 28. und 29. Dezember sowie am 6. und 27. Januar in der Zeit von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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