Historischer Nussknacker neu aufgelegt

Markus Füchtner bringt mit dem Förster ein zweites, von seinem Urururgroßvater Wilhelm Füchtner hergestelltes Exemplar neu auf den Markt. Ein Original von damals hat dabei Modell gestanden.

Seiffen.

Mit der Neuauflage des roten Husars seines Urururgroßvaters hat Markus Füchtner erst kürzlich einen Preis beim Wettbewerb Tradition und Form des Verbands Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller gewonnen. Nun ist auch der Prototyp für die zweite Sonder-Edition fertig.

Dabei handelt es sich um den Förster. Ein etwa 100 Jahre altes Original des Nussknacker-Erfinders Wilhelm Füchtner hat er sich bei Ronny Preußler ausleihen dürfen. Der Augustusburger konnte ihn wiederum bei einem Restaurator erwerben. Der Kontakt zwischen dem Sammler und dem Kunsthandwerker kam über die modernen Medien zustande.

Ronny Preußler hatte auf Facebook ein Foto von seiner Rarität gepostet. Ein Glücksfall, wie Markus Füchtner betont. Schon kurz darauf konnte er den historischen Förster in den Händen halten. Er nahm Maß, ermittelte die Farben und legte mit dem Nachbau los. Vier Wochen nahm dieser Prozess etwa in Anspruch. Mit dem Prototyp ist der Fachmann noch nicht hundertprozentig zufrieden. "Ich muss noch nachbessern", betont er.

Das gilt zum einen für den Haaransatz der Figur, zum anderen sollte die Haarfarbe noch ein bisschen mehr ins Braune gehen. "Die Flinte mache ich auch noch ein wenig schlanker", erklärt Markus Füchtner. Nur 200 Stück des Nussknackers wird es geben. Die ersten können die Manufaktur im März kommenden Jahres verlassen. Etwa 100 Exemplare sind bereits vorbestellt. Mehrere Sammler haben schon im vergangenen Jahr den roten Husaren erworben, sagt der Seiffener. Die Formen des Originals und seines historischen Vorgängers sind gleich. Auch an der Herstellungstechnik habe sich praktisch nichts geändert. Sogar die Füße sind damals wie heute aus Teigmasse geknetet. Dennoch gibt es Unterschiede. Einer davon besteht in den verwendeten Farben. Das neue Exemplar ist mit modernen Nitrolacken versehen. Wilhelm Füchtner hat damals die für seine Zeit typischen Kreideleimfarben und Schellack verwendet. "Ich bin mir sicher, dass die Farben früher auch geglänzt haben", meint Preußler. Er liebt die erzgebirgischen Figuren der Weihnachtszeit schon seit der Kindheit.

Das galt aber längst nicht für alle. So manches historische Exemplar machte ihm damals Angst. "Das lag wohl an den teils recht grimmigen Gesichtern und unförmigen Teigarmen", vermutet der 42-Jährige. Heute ist er von den historischen Exemplaren fasziniert. Dass auch seine Sammlerstücke Nüsse knacken müssen, ist für ihn selbstverständlich. Ebenso das Modell, das sich immer noch in Seiffen befindet, musste diesen Test bestehen.

"Mich freut das natürlich sehr", versichert Markus Füchtner. Er repariert in seiner Manufaktur auch beschädigte Nussknacker. Er sieht es gerne, wenn diese Gebrauchsspuren aufweisen. Schließlich sind sie eigentlich zum Nüsse knacken da.

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