Kurpark erhält neue Wasserlandschaft

Auch abseits der Silber-Therme gibt es in Warmbad nun kleine Becken. Dort geht es allerdings nicht um die heilende Wirkung, sondern um den Spaß, die Kreativität und den Teamgeist der jungen Generation.

Warmbad.

Musiker, Tänzer, Künstler und ein großes Feuerwerk haben beim Kurparkfest in Warmbad für viel Unterhaltung gesorgt. Doch es gibt etwas, das die diesjährige Veranstaltung von denen der Vergangenheit unterscheidet: Nachhaltigkeit. Denn eingeweiht wurde auch ein Spielplatz, der über Jahre hinweg für junge Familien ein besonderes Angebot darstellen soll. "Er hat eine ganz individuelle Gestaltung - in dieser Form sicherlich einzigartig", sagt Susann Totterwitz über die neue Anlage am Rande des Kurparks. Die 41-jährige Landschaftsarchitektin sollte es wissen, denn sie ist die Planerin dieses speziellen Objekts.

Von weitem sieht alles noch ganz "normal" aus. Als erstes fällt dem Betrachter ein kleiner Turm ins Auge. "Kinder wollen nun mal klettern. Das gehört genauso dazu wie ein Sandkasten", erklärt Susann Totterwitz. Je näher man dem Turm aber kommt, desto mehr scheint er sich in eine Brücke zu verwandeln. Nicht umsonst wurde die Fläche darunter in markantem Blau gestrichen. Was dort nur symbolische Wirkung hat, wird direkt nebenan zur einladenden Realität. Nur ein paarmal Drücken an der Pumpe, und schon können Kinder das kühle Nass zum Fließen bringen. Über einen kleinen Holzkanal gelangt es in einen gepflasterten Bereich, der fast wie ein Mittelgebirge im Miniaturformat daherkommt. Um eine Erhebung herum schlängelt sich das Wasser. In diesen beiden "Tälern" kann es auch gestaut werden. Ob diese Talsperren gefüllt sind, oder sich das kühle Nass erst im kleinen Auffangbecken am anderen Ende des Hügels sammelt, das liegt ganz im Ermessen der spielenden Kinder.


"Der Vorteil ist, dass die Kinder allein oder gemeinschaftlich spielen können", sagt die Architektin. Je reger der Betrieb, desto mehr Kommunikation und Teamgeist ist nötig, denn der Lauf des Wassers will koordiniert sein. Gerade in der warmen Jahreszeit dürfte der Geschmack der Kinder dank der sich bietenden Abkühlung mit diesem Angebot getroffen werden. Sogar im wahrsten Sinne des Wortes, denn es handelt sich um Trinkwasserqualität, wie Susann Totterwitz betont. In erster Linie geht es aber natürlich nicht ums Trinken: "Ziel war es, eine Sinneserfahrung zu schaffen mit dem für das Heilbad Warmbad wichtigsten Element: Wasser."

Das Vorhaben in die Tat umzusetzen, war nach Angaben der Planerin gar nicht so einfach. "Fernwärme- und Wasserleitungen, die sich hier befinden, durften nur geringfügig überbaut werden", erklärt sie. Auch eine große Eiche auf dem Gelände sollte unbedingt erhalten bleiben. Die Fläche, die mit einer 15 Zentimeter dicken Schicht aufgefüllt wurde, um mehr Abstand zu den Leitungen zu schaffen, ergab sich quasi von selbst. Darauf entstand eine Wasserlandschaft für Kinder, die dem Kurpark mehr Flair verleiht.

Nach der Asphaltierung von Wegen mit einer Länge von 500 Metern, der Aufarbeitung der Außenmöbel und einem fast 70 Quadratmeter großen Sonnensegel sind mit dem Bau des Spielplatzes die 240.000 Euro aus dem Gemeinschaftsprojekt "Brücken in die Zukunft" komplett aufgebraucht. Bei der Einweihung erinnerten sich Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing und Knut Hinkel, der Geschäftsführer des Kur- und Gesundheitszentrums, an die anfängliche Skepsis. Auch Hinkel selbst hatte zunächst eher an Spielgeräte des digitalen Zeitalters gedacht, ließ sich dann aber von der Wasser-Idee des Architekturbüros überzeugen. "Die richtige Entscheidung", wie er jetzt sagt.

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