Lufteinsatz gegen saure Böden

Der Forstbezirk Marienberg lässt derzeit Wälder kalken. Dabei gilt besondere Vorsicht, da das Dolormit nicht überall ausgebracht werden darf.

Marienberg.

Wenn Hubschrauber in diesen Tagen in den Revieren Marienberg, Gelobtland und Reitzenhain Kalk ausbringen, dann heißt es für die Piloten, genau zu dosieren und etwa Moore, Hanglagen und offene Landflächen zu verschonen.

Unterstützt werden sie von GPS-Technik. Auf einem Tablet werden nicht nur die Ausschlussflächen angezeigt, sondern auch jene, die während der Flüge schon gekalkt wurden. Für den Hubschrauberpiloten Josef Bachleitner sind diese Besonderheiten kein Problem. "Wir wurden dafür ausgiebig geschult. Bei Anfängern sitzt immer ein erfahrener Pilot daneben und greift bei Bedarf ein", erklärt der Oberösterreicher.

Sein Hubschrauber AS 350 hat schon um die 15 Jahre auf dem Buckel. Nur noch die wenigsten Teile der Maschine sind noch original erhalten. "Es gibt Regelungen, welches Teil wann ausgewechselt werden muss", erklärt der 39-Jährige. Etwa eine Stunde lang kann er fliegen. Dann muss er 160 Liter Kerosin nachtanken.

Das für die Arbeit verwendete Dolormit fällt nicht einfach nur aus dem Kalkkübel heraus. Ein hydraulisch gesteuertes Schleuderrad befördert das Mineral nach draußen. Zudem verhindert ein am Behälter befestigter, elektrisch betriebener Rüttler, dass Josef Bachleitner Reste wieder mit zum Lagerplatz nimmt. Eine weitere Besonderheit der Arbeit im mittleren Erzgebirge liegt im hohen Anteil der Flächen, die nicht dem Staatsbetrieb Sachsenforst gehören. Etwa die Hälfte ist Privat- oder Körperschaftswald. Für die Besitzer fallen indes keine Kosten an. Die übernimmt der Staatsbetrieb. Rund 400.000 Euro kostet die Kalkung der Wälder. Das Geld stammt aus Fördertöpfen.

"Der Kalk soll in den Boden gelangte Schadstoffe, vor allem Schwefeldioxid, kompensieren und einer weiteren Bodenversauerung entgegenwirken", erklärt Sascha Söhl, im Forstbezirk für die Kalkung zuständig. Zurückzuführen sind die sauren Waldböden auf den hohen Schwefeldioxideintrag bis zur Wende.

In den vergangenen Jahren sanken die Intervalle der Kalkungen. Wurden die Reviere früher noch aller fünf Jahre aus der Luft gekalkt, ist das mittlerweile nur noch alle zehn, zwölf oder gar 15 Jahre notwendig. Sascha Söhl betont, dass es sich bei dem auszubringenden Mineral keineswegs um Dünger handelt. Das zu 25 Prozent aus Magnesium bestehende Dolormit aus der Nähe von Gera neutralisiere den Waldboden. Auf Pilze und Beeren wirke sich der Kalk nicht negativ aus. Sie müssen vor dem Verzehr nur gewaschen werden.

Die zu kalkende Fläche umfasst rund 1200 Hektar. Um die 3600 Tonnen werden dabei in den nächsten vier bis fünf Wochen ausgebracht.

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