Mehr als den Erfolg im Blick

Golf-Turniere werden in Zschopau fast jede Woche gespielt. Allerdings stellt der Lions-Cup dabei eine Besonderheit dar, weil die Ergebnisse nur eine Nebenrolle spielen.

Zschopau.

So groß seine Liebe für kleine weiße Bälle auch ist: Am liebsten mag es Gerd Schaarschmidt, wenn er diese verschwinden sieht. Nämlich in den Löchern am Ende aller Spielbahnen, auf denen der 58-jährige Grießbacher seinem großen Hobby nachgeht: Golf. Damit halte er Körper und Geist in Schwung. Das zieht ihn meistens mehrfach pro Woche auf den Golfplatz, wo Schaarschmidt auch zahlreiche Turniere bestreitet. Eins, das ihm und den anderen 35 Teilnehmern besonders viel Freude bereitet hat, war der 7. Lions-Cup.

"Die Atmosphäre ist ausgesprochen locker", sagt der Grießbacher, denn der Sieg steht bei dieser Veranstaltung nicht an erster Stelle. Zum Gewinner werde jeder bereits durch die Teilnahme, denn der Erlös dieses Turniers dient einem guten Zweck. "Diesmal werden wir damit sozial schwache Familien unterstützen", erklärt Lionsclub-Chef Jens Gerstner. Mit der Stadtverwaltung Zschopau werde beraten, wohin die Hilfe konkret fließt. Die Freude dürfte groß sein, denn dank Spenden und Sponsoren kamen bei der siebenten Auflage etwa 3000 Euro zusammen.


"Es ist ein tolles Projekt. Da die Hilfe direkt hier in der Region ankommt, ist sie auch greifbar", sagt Gerd Schaarschmidt. Mit dem Wissen, für einen guten Zweck zu spielen, gingen ihm die Schläge diesmal offenbar besonders locker von der Hand. Schließlich durfte er sich am Ende über die Siegestrophäe freuen. Und auch wenn die Ergebnisse nur eine Nebenrolle spielten, so gehört der Ehrgeiz stets dazu. So wie die Freude, wenn der Ball mit wenigen Schlägen eingelocht wird, und der Frust, wenn das Spielgerät in eine ganz andere Richtung fliegt als ursprünglich vorgesehen.

Glücklich war Schaarschmidt auch deshalb, weil der Golfsport mithilfe eines solchen Benefizturniers "mal ganz anders wahrgenommen" wird. Für den 58-Jährigen ist es nämlich kein elitärer Sport, sondern ein Hobby, das ihn mit Vertretern vieler Generationen zusammenbringt und ihn ganz nebenbei auch noch seine Gesundheit fördern lässt.

Eigentlich war der Grießbacher ein leidenschaftlicher Handballer. "Aber altersbedingt war es damit irgendwann vorbei", sagt Schaarschmidt, der bei einem Besuch von entfernten Verwandten in den USA seine "zweite Liebe" entdeckte und mit 50 aufgrund vieler Vorteile zum Golfschläger griff: "Man ist stundenlang an der frischen Luft, bewegt sich und muss sich der Herausforderung stellen, den Golfball möglichst optimal zu treffen." Oft sei dies gar nicht so einfach - vor allem wegen Konzentration und Psyche. "Wenn man zu viel will, funktioniert es nicht", weiß Schaarschmidt aus Erfahrung. Kein Wunder also, dass die Lockerheit beim Lions-Cup half.

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