Millionen für Kammbereich in Aussicht

Der Kreistag hat grünes Licht für ein Naturschutzgroßprojekt gegeben. Doch profitieren sollen nicht nur die Bergwiesen und Moore zwischen Satzung und Rübenau.

Marienberg.

Die Vorarbeit war bereits groß: Machbarkeitsstudien, Bürgerumfragen, Gesprächsforen, Exkursionen, Debatten in Räten und Ausschüssen sowie mit Bauern vor Ort. Am Mittwoch nun hat der Kreistag mit großer Mehrheit die Region "Bergwiesen und Moore des Kammbereichs von Satzung und Rübenau" für ein Naturschutzgroßprojekt im Erzgebirgskreis ausgewählt. Auf Antrag der Freien Wähler wurde das Projekt noch um die Gemeinden Sehmatal und Crottendorf aus dem Gebiet "Offenlandverbund Elterlein bis Oberwiesenthal" erweitert.

Doch nicht alle Kreisräte fanden die Idee eines Naturschutzgroßprojektes gut. "Das ist der falsche Ansatz", meinte AfD-Kreisrat Thomas Prantl. Aus seiner Sicht wäre es besser, die geplanten 10 Millionen Euro in viele kleine Maßnahmen zu investieren. "Schon 100 kleine Projekte zu 10.000 Euro wären großer Naturschutz für ein Zehntel des Geldes." CDU-Kreisrätin Uta Windisch hielt dagegen: "Endlich mal klotzen, statt kleckern - diese Chance müssen wir unbedingt nutzen." Wer mit offenen Augen durch den Landkreis gehe, sehe viel Klein-Klein.

Doch auch aus jenen Fraktionen, die dem Projekt zustimmten, gab es Bedenken. "Wir bleiben kritischer Begleiter", sagte CDU-Fraktionschef Sylvio Krause. "Noch ist nicht bis ins letzte Detail klar, wer und was vor Ort konkret betroffen ist." Wichtig sei es nun, in der zweiten Phase der Antragstellung, das Einvernehmen mit den Kommunen zur erzielen. Dem pflichtete sein Fraktionskollege Andreas Haustein, zugleich Marienberger Stadtrat, bei. Wichtig seien eine nochmalige aktive Bürgerbeteiligung, Gespräche mit Landeigentümern und Nutzern sowie die Beachtung der örtlichen gewerblichen und touristischen Planungen. "Und gut wäre, wenn sich der Landkreis an der Projektträgerschaft beteiligen würde." Landrat Frank Vogel steht dem nicht generell ablehnend gegenüber, will jedoch bei den finanziellen Folgeverpflichtungen alle Projektpartner im Boot wissen.

Noch bleibt also viel zu klären. Angela Stolz, zuständige Sachgebietsleiterin im Landratsamt, geht davon aus, dass bis zum Antrag auf Genehmigung des Projektes und der Fördermittel beim Bundesamt für Naturschutz noch gut ein Jahr vergehen wird.

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