Plan für B 174-Ortsumfahrung liegt vor

Die Voruntersuchung der Ortsumgehung von Hohndorf und Großolbersdorf ist zwar erst ab Donnerstag einsehbar. Gegen die geplante Trassenführung rührt sich aber schon erster Widerstand.

Großolbersdorf.

Es kommt Bewegung in die Sache, verkündet Uwe Günther. Großolbersdorfs Bürgermeister meint damit zwar die Pläne für die Umgehungsstraße der B 174 in Hohndorf und Großolbersdorf. Doch Bewegung kommt auch in den Ort. Denn gegen die vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr bevorzugte Variante laufen schon die ersten Bewohner Sturm. Dabei ist der Vorentwurf erst ab dem heutigen Donnerstag im Rathaus für jedermann einsehbar.

Die Vorzugsvariante, die sogenannte Süd-West-Variante, sieht eine etwa 4,5 Kilometer lange Trasse der B 174 durch das Gemeindegebiet vor. Aus Richtung Zschopau kommend soll die Umgehung oberhalb der sogenannten Kastenkurve in Höhe des ehemaligen Parkplatzes nach links von der B 174 abgehen. Nach einigen Hundert Metern führt sie über eine Brücke zurück auf die andere Straßenseite und dann südlich des Großolbersdorfer Ortsteils etwa drei Kilometer relativ geradlinig über drei weitere Brücken durch das Tal und wieder auf die B 174.

Auf einer Anhöhe zwischen Hohndorf und Großolbersdorf wird die Bundesstraße erneut gekreuzt. Von dieser Anbindung geht die Umfahrung in Richtung Marienberg dann östlich um Großolbersdorf herum, um dann am "Rastplatz der Freundschaft" wieder in die B 174 zu münden. Die Baukosten sollen bei rund 45 Millionen Euro liegen.

"Wir wollen versuchen, die Bürger so zeitig wie möglich in den gesamten Planungsprozess mit einzubinden, wenn nötig auch über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus", begründet Bürgermeister Günther, weshalb die Ergebnisse der Voruntersuchungen im Rathaus ausgelegt werden. "Obwohl wir nicht die Herrschaft über das Verfahren haben, sehe ich das als dringend notwendig an. Denn das Thema polarisiert seit Langem die Menschen in unserer Gemeinde."

Nun könne jeder die Pläne einsehen und seine Meinung dazu äußern, so Günther weiter. Ob die Kritik, die Bedenken oder Anregungen der Hohndorfer und Großolbersdorfer im weiteren Verfahren Beachtung finden, könne er nicht sagen. Ziel sei ein Bürgerdialog. Die für einen Bebauungsplan erforderliche Einbeziehung der Träger öffentlicher Belange erfolge zu einem späteren Zeitpunkt.

Doch schon jetzt rührt sich Widerstand gegen die Vorzugsvariante. Von Vertretern einer neuen Bürgergruppierung, die noch nicht namentlich genannt werden wollen, wird die geplante Trassenführung als "nicht machbar" bezeichnet. Durch eine Ortsumfahrung in dieser Form würde die Lärmbelastung eher steigen - vor allem infolge der Brücken, die über das Tal führen sollen. "Der Lärm dringt in den Ort. Er kann nicht weg, links und rechts sind Hänge. Die Trasse führt viel zu dicht an bebautem Gebiet vorbei", lauten Argumente der Hohndorfer. Gleichzeitig betonen sie, dass sie wie die Mitglieder einer bereits seit Jahren um eine Umgehung kämpfende Bürgerinitiative aus dem Ort für eine Umfahrung seien. "Aber eben nicht so." Ihrer Meinung nach müsste die Umgehung schon deutlich vor Hohndorf beginnen, "um auch die letzten gefährlichen Kurven der B 174" zu entschärfen, und zudem weiter südlicher verlaufen. Eine Nord-Variante mit Anbindung nach Krumhermersdorf sei ebenfalls denkbar. Am Samstag will sich die Gruppe zu einer konstituierenden Sitzung treffen.

Bei der Diskussion um den Verlauf der Ortsumgehung sollte es darum gehen, was das Beste für die Mehrheit der im Ort lebenden Bürger und für künftige Generationen ist, betont der 2. stellvertretende Bürgermeister Michael Wolf. "Und weil es dazu sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt, fordere ich alle auf, sich zu informieren, klar und öffentlich zu diskutieren und sich so an "einem demokratischen und respektvollen Meinungsbildungsprozess zu beteiligen", schreibt Wolf im Amtsblatt der Gemeinde.

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