Poppenwald jetzt auch in Frankreich ein Begriff

Im Nachbarland ist die Legende des verschollenen Bernsteinzimmers kaum bekannt. Eine große Boulevardzeitung hat das jetzt geändert.

Wildbach/Paris.

Zu seinen Lebzeiten war Bernsteinzimmer-Detektiv Dietmar Reimann (1947 bis 2011) manchmal frustriert: Seine Suche nach dem Bernsteinzimmer im Poppenwald bei Wildbach wurde von überregionalen Medien zuletzt kaum noch zur Kenntnis genommen. Vermutlich hätte es Reimann gefreut, dass sich seine Poppenwald-Theorie jetzt bis nach Frankreich herumgesprochen hat: Das Wochenend-Magazin der Pariser Boulevardzeitung "Le Parisien" berichtete groß über die Suche nach dem verschollenen Schatz - und erwähnte dort explizit auch den Poppenwald und Dietmar Reimann.

"Viele Franzosen kennen die Geschichte des Bernsteinzimmers bis heute nicht", sagte der Autor Stéphane Loignon der "Freien Presse". "Dass jetzt wieder danach gesucht wird, war ein guter Anlass, sie zu erzählen." Den Aufhänger für seinen vier Seiten langen, mit vielen Fotos gespickten Artikel bildete allerdings nicht die Suche im Poppenwald, denn die ist seit Reimanns Tod praktisch zum Erliegen gekommen. Im Zentrum von Loignons Bericht stehen die aktuellen Unternehmungen einer Forschergruppe in Wuppertal sowie die Entdeckung eines Geheimraumes in einem deutschen Bunker in Mamerki (Polen). Von der Poppenwald-Theorie erfuhr Loignon durch das Buch "Rätselhafter Poppenwald" aus dem Chemnitzer Verlag, das Reimanns jahrelange Suche, aber auch die Theorien anderer Regionalforscher beleuchtet.

Die Aktionen in Wuppertal und Mamerki hätte Reimann vermutlich als Blödsinn bezeichnet. Bis zuletzt gab er sich überzeugt, auf der richtigen Fährte zu sein. Dass er am Ende keine großen Schlagzeilen mehr bekam, führte er nicht auf seine Erfolglosigkeit zurück. Vielmehr glaubte er, dass seine Theorie an einer unangenehmen Wahrheit rührte. Reimann behauptete, Freimaurer seien in das Verschwinden des Bernsteinzimmers verwickelt.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Bad Schlemaer Bürgermeisters Jens Müller will die Suche im Poppenwald fortsetzen. Zuletzt hatten die Mitglieder Bereiche ausgewählt, die mit Bodenradar und Bohrungen näher untersucht werden sollen. Seit Monaten wartet die Gruppe jedoch auf die Genehmigung der Domkirchgemeinde Zwickau, die Eigentümerin des Waldes ist.

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