Pyramidenfest 2019 auf neuem Dorfplatz?

Gornaus Bürgermeister zu Investitionen, die für dieses Jahr geplant sind, und Projekten, die Zukunftsmusik bleiben

Gornau.

Die Dittmannsdorfer bekommen 2019 einen neuen Dorfplatz. Lange wurde darüber debattiert. Andere Projekte wie der Glasfaserausbau kommen schleppend voran. Mike Baldauf sprach darüber mit Nico Wollnitzke.

"Freie Presse": Vor einem Jahr haben Sie den weiteren Ausbau der Chemnitzer Straße als größte Herausforderung für 2018 genannt. Passiert ist seitdem nichts. Und auch für dieses Jahr gibt es noch keinen Zeitplan ...

Nico Wollnitzke: Ich warte auf die Fördermittelzusage für den zweiten Bauabschnitt. Das wird erst geschehen, wenn das Land einen beschlossenen Haushalt hat und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Mittel verteilen kann. Sobald der Bescheid vorliegt, können wir den nächsten Abschnitt von der Eisen- bis zur Ringstraße ausschreiben. Ich hoffe, dass die Arbeiten Ende Juni beginnen. Möglicherweise wird dieser Abschnitt erst 2020 fertig. Damit wäre dann mehr als die Hälfte der Chemnitzer Straße ausgebaut. Die Planung für das letzte Stück ist übrigens auch schon so gut wie fertig.

Wie der Straßen- hat der Breitbandausbau kaum Fortschritte gemacht. Nach der Entscheidung Ende 2018, nun doch Glasfaser bis an jedes Haus zu ziehen, sagten Sie, dass die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten frühestens Ende Juni möglich sei. Bleibt es dabei?

Daran hat sich nichts geändert. Zurzeit suchen wir per Ausschreibung nach einem Betreiber für das Netz. Erst danach können die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden. Über Details haben wir uns kürzlich mit der Gemeinde Amtsberg ausgetauscht, die schon einen Schritt weiter ist. Die Stadt Zschopau wird auf jeden Fall einen Mitarbeiter einstellen müssen, der die Bauüberwachung übernimmt und die alltäglichen Probleme auf den Baustellen löst. Leider wird die Stelle nicht mit gefördert. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde.

Also ist der zu 100 Prozent geförderte Breitbandausbau für die Kommunen doch kein Nullsummen-Spiel ...

Wir rechnen mit jährlichen Ausgaben in Höhe von 60.000 bis 80.000 Euro. Die Stelle ist auf drei Jahre befristet, solange dauert der Tiefbau. Allerdings wird das nicht einfach. Niemand wartet heute darauf, eine befristete Stelle anzunehmen.

Haben Sie nach dem Umschwenken auf die "Komplett-Verglasung" ein gutes Gefühl, dass die Gemeinde nun auf dem richtigen Weg ist?

Das wird sich erst zeigen, wenn der Tiefbau beginnt und wir in jede Straße reinreißen müssen. Das könnte uns überfordern. Wir haben zwar eine Förderrichtlinie, aber meiner Meinung gar nicht die Kapazität, diese umzusetzen. Von staatlicher Seite hätte das anders geklärt werden müssen. Vielleicht wäre es besser gewesen, vorher zu schauen, wie andere Länder die Probleme angehen. Zum Beispiel wäre mit einem Funknetzwerk auch vieles machbar.

Kleine Fortschritte in Sachen schnelles Internet gibt es trotzdem.

Ich bin froh, dass Envia Tel zum Jahresende quer durchs Dorf Glasfaserkabel gezogen und unser Gewerbegebiet angeschlossen hat. Auf meine Anfrage, ob auch das Gewerbegebiet Zschopau/Gornau ans Glasfasernetz kommt, habe ich noch keine Antwort. Auf freien W-Lan-Zugang dürfen sich Freibadbesucher in der kommenden Saison freuen. Spätestens bis Monatsende soll dort ein Hotspot (öffentlicher drahtloser Internetzugangspunkt) installiert werden.

Auch das leidige Problem mit der maroden Trauerhalle in Gornau soll nun vom Tisch kommen.

Ein Neubau ist an der Stelle der inzwischen leergezogenen Pachtgärten vorgesehen. Die alten Gartenlauben werden in Kürze abgerissen. Die Baupläne für die neue Halle haben wir am 4. Februar im Gemeinderat besprochen, um zügig den Bauantrag stellen zu können. Schön wäre es, wenn der Neubau Ende des Jahres fertig ist. Bis dahin kann die alte Halle wieder gefahrlos genutzt werden. Um die Statik zu verbessern, sind zuvor Stahlträger unters Dach eingezogen worden.

Was ist aus den Plänen zur Erweiterung des Depots der Gornauer Ortsteilfeuerwehr geworden?

Das Gerätehaus muss so gestaltet werden, dass alle vier Feuerwehrzeuge hineinpassen. Bislang sind es nur drei. Darüber sollte Platz für Schulungsraum, Umkleide und Sanitäranlagen sein. Der Umbau würde rund 1,2 Millionen Euro kosten. 2019 und 2020 wird das nicht zu stemmen sein. Zunächst wollen wir uns dieses Jahr um die Förderung eines Fahrzeugs für die Dittmannsdorfer Feuerwehr bemühen.

Bleibt der Bau einer Mehrzweckhalle in Gornau ein Traum oder kann die Gemeinde das Projekt in absehbarer Zeit in Angriff nehmen?

Ich habe darüber schon mit den Gemeinderäten gesprochen. Das Projekt würde durchaus Sinn ergeben. Wegen der gestiegenen Schülerzahlen ist die Sporthalle in der Schule definitiv zu klein. Zudem haben wir viele Freizeitsportgruppen, die nach Zschopau ausweichen. Die Hallenkapazitäten sind dort aber auch begrenzt. Ich könnte mir vorstellen, die Schulsporthalle umzubauen, um weitere Klassenzimmer zu gewinnen. Neben der Schule müsste dann die neue Mehrzweckhalle entstehen. Da werde ich dranbleiben und schauen, wie wir eine Förderung hinbekommen.

Auch der Hort soll raus aus dem Schulhaus?

Das stimmt. Entweder wir bauen ans Schulgebäude an oder planen einen Neubau neben dem Kindergarten. Letzteres halte ich für die bessere Lösung. Dann hätten wir auch einen großen Garten, den Hort- und Kita-Kinder gemeinsam nutzen können. Das Projekt haben wir im Investitionsplan für 2022/23. Umgesetzt werden könnte es dann in den Jahren 2023/24. Erst danach können wir an den Bau einer Mehrzweckhalle denken.

Was brennt Ihnen noch unter den Nägeln?

Anfang April wollen wir den Pyramidenplatz in Dittmannsdorf verlegen. Der neue Dorfplatz mit einem Gebäude, das gleichzeitig als Lager und Bühne dient, wird vor dem Kindergarten entstehen. Daran arbeite ich schon seit zweieinhalb Jahren und hoffe, dass wir unser Pyramidenfest im Dezember auf dem neuen Platz begehen können.

Warum hat das solange gedauert?

Der Standort stand schon lange fest. Allerdings kostete es mich im Ortschaftsrat und bei den Pyramidenbauern Überzeugungsarbeit, vom Altgewohntem abzuweichen. Weil der Hang am alten Pyramidenplatz abgerutscht ist, sind schließlich alle den Weg mitgegangen.

Mit der Haushaltsplanung ist die Stadtverwaltung Zschopau im Verzug. Rechnen Sie mit Konsequenzen für die Arbeit in der Gemeinde?

Wir sind im Verzug, das stimmt. Andererseits sehe ich die Bemühungen in der Kämmerei, wir befinden uns im regen Austausch. Wir werden bestimmt auch nicht so zurückgeworfen, dass Investitionen auf der Strecke bleiben.

Dieses Jahr stehen nicht nur Europa- und Landtagswahlen ins Haus. Gornau bekommt auch einen neuen Gemeinderat. Welche Erwartungen haben Sie an das Gremium?

Ich wünsche mir, dass wir breit aufgestellt bleiben und wie bisher gemeinsam für die Sache kämpfen. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch für die nächsten fünf Jahre einen guten Gemeinderat auf die Beine stellen werden.

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