Wie das Oratorium nach Drebach kam

Bei der sächsischen Uraufführung haben am Karfreitag mehr als 100 Sänger und Musiker für einen langen Nachhall in der Kirche gesorgt. Die 330 Besucher waren begeistert.

Drebach.

Das Ende dieses Zimmermanns aus Galiläa, dessen von den Christen zu Karfreitag besonders gedacht wird, ist in der Lesart der Bibel schon dramatisch genug. Das Oratorium "Die sieben Worte Christi" konzentriert sich auf eben diese letzten Worte von Jesus Christus am Kreuz - auf geradezu spektakuläre Weise, ausgedrückt mit Stimmen und Instrumenten. Dieses Werk stammt aus der Zeit der Romantik, geschrieben von Théodore Dubois. Nun hatte es seine sächsische Uraufführung in der evangelisch-lutherischen Kirche Drebach. Allein die Vorgeschichte klingt fast nach einem Detektivspiel.

Ausgangspunkt waren zwei Mitglieder des Drebacher Kirchenchors, die das Werk bei einer Aufführung mit Orgelbegleitung in Cranzahl erlebten. "Die beiden waren so begeistert, dass ich mich damit beschäftigt habe", sagt Ronny Seidel. Der Drebacher Kantor begab sich in die Untiefen des Internets, fand die Geschichte des Oratoriums, das vom Komponisten eigentlich für Orchesterbegleitung geschrieben worden war. "Die Noten für Orchester hätte ich über einen Verlag in New York beziehen können, doch dann stieß ich auf eine Aufführung in Bottrop. Die dortige Kantorin war begeistert - vom Werk und davon, dass wir es aufführen wollten. Sie sprach mir Mut zu und lieh uns die Noten aus."

Torsten Kleditzsch

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Nun war der Weg bereitet für die Aufführung in Drebach, die natürlich am Karfreitag stattfand. Ein großer Chor mit mehr als 100 Sängern und Sängerinnen der Kantorei Drebach, der Ephorale Singkreis Flöha und das Collegium Instrumentale Chemnitz, die Sopranistin Heike Eva Weiß, Tenor Johannes Pietzonka und der Bariton Hans Gebhardt sorgten unter der Leitung von Ronny Seidel vor 330 Besuchern in der Drebacher Kirche für eine Aufführung mit langem Nachhall.

Das Oratorium "Die sieben Worte Christi" gewann in der Drebacher Aufführung durch die Instrumentierung vor allem durch die Pauken eine ungeheure Dramatik, durch die genaue Akzentuierung der Gesangs eine Direktheit, die schon fast körperlich erlebbar wurde. (dit)

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