Zschopau hält weiter Fördergeld für Seminargarten bereit

Noch bis Ende 2020 kann die Stadt zur Erneuerung der historischen Parkanlage Denkmalmittel beisteuern. Eine baldige Lösung stellt der Eigentümer aber nicht in Aussicht.

Zschopau.

Für die Instandsetzung des unter Denkmalschutz stehenden Seminargartens am Zschopauer Gymnasium dürfte die Zeit knapp werden. Nicht nur, weil die terrassenförmige Anlage zwischen Schulgebäude und Zschopau-Ufer weiter zu verfallen droht. Sondern, weil sich für Zschopau das Zeitfenster schließt, in dem die Stadt die historische Grünanlage mit Mitteln des Denkmalschutzes unterstützen kann.

Seit der Neuauflage des Bund-Länder-Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz" im Jahr 2015 ist der Seminargarten wieder als Schwerpunkt im Fördergebietskonzept der Kommune verankert. Bis zum Ende der Förderperiode im Jahr 2020 kann Zschopau noch Geld in das Projekt umleiten. Der Verwaltung dürfte daran gelegen sein, baldmöglichst Klarheit zu erhalten. Denn sollte sich das Seminargarten-Projekt um mehrere Jahre verzögern, könnten die Denkmalmittel auch für andere Vorhaben verwendet werden.

Bislang hält die Stadt an dem Projekt fest. "Wir wollen eine gemeinsame Lösung mit dem Landkreis finden", sagte Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos) auf Nachfrage. Der Erzgebirgskreis ist Eigentümer des Seminargartens. Mit der Denkmalpflege habe es Sigmund zufolge ein gemeinsames Treffen gegeben. Zur Sitzung des Technischen Ausschusses in dieser Woche sollten im nichtöffentlichen Teil mehrere Sanierungsvarianten vorgestellt werden.

Mittel aus dem Fördertopf kann die Stadt aber erst dann beisteuern, wenn ein Gesamtkonzept auf dem Tisch liegt. Eine Nachfrage im Landratsamt lässt indes nicht auf eine rasche Lösung schließen. "Angesichts der Komplexität des Vorhabens, einschließlich der zu erwartenden hohen Investitionskosten, wird die weitere Abstimmung noch beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen", erklärte Pressesprecherin Jutta Leonhardt auf Anfrage.

Schon seit Jahren bemüht sich die Stadt, dem Seminargarten zu altem Glanz zu verhelfen. Die Parkanlage ist vor 146 Jahren mit der Eröffnung des Königlich-Sächsischen Lehrerseminars entstanden. Oberlehrer Oskar Moritz hatte den Pflanzengarten angelegt. Dessen Sammel- und Arbeitseifer machte die Anlage zu einem bedeutenden Lehr- und Erziehungsmittel. Auf der Brüsseler Weltausstellung erhielt der Garten 1910 eine Anerkennungsurkunde.

Angepflanzt wurden insbesondere Gehölze, die nicht heimisch sind. Neben Ginkgo, Tulpen- und Götterbaum wuchsen etwa Platanen, Magnolien, Rhododendron, Azaleen und viele Rosensorten. Auch ein Alpinium für Hochgebirgspflanzen und ein Bereich für Wasser- und Sumpfpflanzen waren im Seminargarten zu finden. Vieles von damals ist verloren gegangen. Doch nach wie vor finden sich auf dem Gelände zahlreiche botanisch interessante Arten.

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