Sie haben kein
gültiges Abo.
Schließen

Heizungs-Check sucht versteckte Energiefresser

Expertenrat zu Energiesparpotenzialen - Moderne Technik hilft langfristig beim Sparen

Chemnitz. Die Heizung verschlingt eine Menge vom Haushaltsbudget. Demzufolge sind viele auf der Suche nach Einsparpotenzialen, zum Beispiel durch den Einsatz moderner Technik. Fragen dazu beantworteten am Dienstag beim Telefonforum Maike Troitzsch, Verbraucherinformation Erdgas, Ullrich Heß, Stadtwerke Chemnitz; und Jürgen Kirsten, Innung Sanitär-Heizung-Klima Chemnitz. Nachfolgend wichtige Fragen und Antworten im Überblick:

Gibt es einfach Grundregeln zum Energie sparen?

Halten Sie sich am besten an folgende Tipps: Richtig heizen - schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart bis zu sechs Prozent der jährlichen Heizkosten. Richtig lüften - statt Dauerlüften über das gekippte Fenster, sollten Sie mehrmals täglich Stoßlüften. Heizkörper nicht durch Möbel oder Gardinen verdecken und richtig entlüften.

Die effiziente Heizung

Woher weiß ich, wie effizient meine Heizung arbeitet?

Jede Heizung hat Verluste, hervorgerufen durch Verschmutzung, eine mangelnde Dämmung der Heizungsrohre, defekte Thermostatventile und nicht durchgeführte Wartung. Es gibt ein zertifiziertes Verfahren zur Bewertung von Heizungsanlagen - den so genannten Heizungs-Check. Hier wird die Energieeffizienz der Anlage genau analysiert und versteckte Energiefresser werden aufgedeckt. So können Einsparpotenziale genutzt werden. Wenden Sie sich wegen einer Beratung an einen örtlichen Fachbetrieb - etwa der Innung Sanitär-Heizung-Klima oder an einen Energieberater.

Erhalte ich durch einen Austausch der Heizungspumpe Fördermittel?

Im Rahmen des Programms "Energieeffizient sanieren - Sonderförderung" fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Maßnahmen zur Optimierung der bestehenden Heizungsanlage. Hierzu gehören unter anderem der Einbau von Hocheffizienzumwälzpumpen (Effizienzklasse A) und der so genannte hydraulische Abgleich. Die Kosten müssen jedoch mindestens 600 Euro betragen, dann erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent, also 150 Euro.

Wo lässt sich sparen?

Meine Fernwärmeabrechnung weißt unverständliche Posten auf. Was kann ich tun?

In so einem Fall würde ich mich an die Verbraucherzentrale wenden. Dort besteht die Möglichkeit, die Heizkostenabrechnung unabhängig prüfen zu lassen.

Unser Vermieter betreibt mit einer Lüftungsanlage eine Art "Zwangslüftung" für Küche und Bad. Das ist ein großer Energiefresser. Kann hier Energie gespart werden?

Die Lüftung dient einem hygienischen Luftwechsel in den Räumen. Die Ansaugung je Etage muss drucktechnisch eingestellt sein. Abschaltzeiten in der Nacht würden den Energiebedarf senken. Zu betrachten sind aber in erster Linie bautechnische Anforderungen.

Unser Heizkörper-Thermostat lässt sich nicht mehr korrekt regulieren und es treten Strömungsgeräusche auf. Was raten Sie?

Bei der Anlage sollte ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Eventuell ist eine Modernisierung durch eine Energie-Effizienz-Pumpe notwendig. Wenden Sie sich am besten an Ihren örtlichen Innungsfachbetrieb.

Unser Gasversorger hat uns ein längerfristiges Lieferangebot gemacht. Sollen wir das Angebot annehmen?

Erfahrungsgemäß lässt sich sagen, dass eine Vertragsbindung nicht länger als ein Jahr dauern sollte. Welche Produkte Sie letztendlich von Ihrem Gasanbieter kaufen, bedarf einer Kostenbetrachtung. Hier ist der örtliche Gasanbieter auch der richtige Ansprechpartner.

Ich habe einen hohen Energieverbrauch. Welche Einsparmöglichkeiten kann ich nutzen?

Ein Energieausweis, ausgestellt von einem neutralen Energieberater, kann Schwachstellen aufzeigen. Oftmals lassen sich dadurch mit geringem Aufwand hohe Einsparungen erzielen, etwa durch Dämmung des Bodens oder des Kellers. Holen Sie sich Rat bei einem Energieberater. Unabhängige Energieberater führt u. a. das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Das Bafa fördert eine "Vor-Ort-Beratung" durch einen Bafa-gelisteten Energieberater. Außerdem bieten alle Verbraucherzentralen Energieberatungen an.

Unser Vermieter rechnet die Heizkosten über Verdunsterröhrchen ab. Wie lässt sich bei diesem System ein Energie-Spareffekt erkennen?

Generell sind Energieeinsparungen auch im Verbrauch feststellbar. Ihr Messsystem lässt eine detaillierte Messung aber nicht zu. Trotzdem ist es ein zugelassenes Mess- und Abrechnungssystem.

Förderungen nutzen

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für thermische Solaranlagen bei Eigenheimen?

Derzeit gibt es eine Förderung zum Beispiel für Solaranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ab einer Bruttokollektorenfläche mindestens neun Quadratmetern und mehr bei Flachkollektoren und mindestens sieben Quadratmeter und mehr bei Vakuumröhrenkollektoren. Das sind im Gebäudebestand 90 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Bei der Planung sollten Sie auf jeden Fall einen Experten zu Rate ziehen. Informationen zu den Fördermöglichkeiten erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Gibt es auch einzelne Sanierungsmaßnahmen, die staatlich bezuschusst werden?

Ja, die Kreditanstalt für Wiederaufbaufördert mit zinsverbilligten Darlehen folgende Energieeinsparmaßnahmen: Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken, Erneuerung der Fenster, Einbau einer Lüftungsanlage. Biomasse- oder Biogasanlagen, Wärmepumpen oder thermische Solaranlagen sind förderfähig, sofern sie zur Ergänzung der neuen Heizung installiert werden und keine Bafa-Förderung in Anspruch genommen wird.

Die richtige Technik

Wann ist ein Heizkessel alt?

Oftmals wird ein veralteter Heizkessel nur ausgetauscht, wenn er defekt ist oder wenn es der Gesetzgeber verlangt. Nach zirka 15 Jahren hat ein Kessel das Alter erreicht, wo über einen Austausch nachgedacht werden sollte. Wer mit unzeitgemäßer Heiztechnik das Haus wärmt, muss mit hohen Energiekosten rechnen.

Ist eine Gasbrennwertheizung wirklich sparsam?

Ja, Brennwertgeräte gelten als besonders effizient, weil sie die eingesetzte Energie durch einen hohen Nutzungsgrad optimal ausnutzen. Im Vergleich zu alten Heizungen lässt sich damit der Energieverbrauch um mindestens zehn Prozent reduzieren. Mit einer optimal angelegten Solarwärmeanlage zur Heizungsunterstützung können Sie noch einmal etwa zwanzig Prozent einsparen und gleichzeitig auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Ich interessiere mich für eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung. Wie rentabel ist eine solche Anlage?

Über das ganze Jahr verteilt können im Schnitt etwa 60 Prozent des Warmwasserbedarfs solar erzeugt werden. Im Sommer sind sogar bis zu 100 Prozent möglich.

Mir fehlt das Geld für die Komplettsanierung meines Altbaus. Welche Modernisierungsmaßnahmen sind am wichtigsten?

Es muss im Einzelfall geprüft werden, was zu tun ist. Wird der Heizkessel erneuert, sollte er zum Wärmebedarf des Hauses passen. Wurde zum Beispiel schon eine Wärmedämmungauf die Außenhülle eines Gebäudes aufgebracht, kann der alte Kessel oft eine zu große Wärmeleistung haben, so dass unnötig viel Energie verbraucht wird. Wir raten Ihnen zu einer Gasbrennwertheizung mit solarer Unterstützung, um auch die staatlichen Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Die Vorteile: technisch ausgereift, geringer Platzbedarf, Einsparung durch Wärmerückgewinnung.

Das könnte Sie auch interessieren