Adler mit Diamant: Schau stimmt auf Hochzeitsjubiläum ein

Dresden (dpa/sn) - Kupferstiche, Porträts und Pretiosen zeugen ab Freitag im Neuen Grünen Gewölbe in Dresden von einer besonderen Fürstenhochzeit. Die Ausstellung «Splendor et laetitia» zeigt zeitgenössische Darstellungen vom Empfang der Schwiegertochter August des Starken (1670-1733) sowie Kostbarkeiten aus dem Besitz der Braut - Erzherzogin Maria Josepha von Österreich, mit der sich Sachsens Kurprinz Friedrich August in Wien vermählt hatte. Die «Jahrhunderthochzeit» war vor 300 Jahren einen ganzen Monat lang in Dresden und Umgebung gefeiert worden, mit Planetenfesten, Banketten, Turnieren, Jagden und Opernaufführungen, wie Museumsdirektor Dirk Syndram am Donnerstag sagte.

In Vitrinen versammelt sind Erinnerungsstücke wie eine Tabaksdose aus der Karneolgarnitur August des Starken mit Himmelssphäre für das Saturnfest oder das reich mit Edelsteinen und Perlen dekorierte Kästchen samt goldener Spielmarken, das Kaiser Joseph I. Maria Josepha schenkte. Eine besondere Kostbarkeit ist deren filigrane Haarnadel mit schwarzem-goldenem Adler, der einen etwa zwei Zentimeter langen tropfenförmigen Diamant von gut 14 Karat mit Brillantschliff im Schnabel hält. «Das konnte sich damals nicht jeder Hof leisten.»

Grundrisse und Kupferstiche zeigen die zum Einzug der Kaisertochter prunkvoll hergerichteten Räume des Residenzschlosses und deren kostbare Ausstattung. Die möglichst originalgetreue, «fadengenaue» Restaurierung dieser Paradegemächer steht kurz vor dem Abschluss, sagte Syndram. Ab Ende September sei die einzigartige Pracht und Opulenz auch für Besucher erlebbar.

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