Beherzter Ausbruch aus dem Käfig?

Die Band Alpha Tiger will mit neuem Album wieder Fahrt aufnehmen

Freiberg.

Wenn schon der Tiger im Namen geführt wird, kann man irgendwie ja kaum anders, als an den sprichwörtlichen Bettvorleger zu denken, wenn es mit dem angedeuteten gewaltigen Sprung nicht ganz klappt: Die Freiberger Heavy-Metal-Band Alpha Tiger galt vor wenigen Jahren als heißeste regionale Rock-Hoffnung nach Kraftklub. Ihr 2011 erschienenes Debüt-Album "Man Or Machine" spitzte der europaweiten Hartklang-Szene die Ohren. Die Jungspunde durften fast aus dem Stand auf namhaften Festivals wie dem Wacken oder dem Rock Hard Open Air spielen, bekamen in der Metal-Presse Spitzenkritiken und schlossen einen Vertrag mit Century Media, einer der führenden europäischen Metal-Plattenfirmen. Dort erschien 2013 mit "Beneath The Surface" ein hochklassiges, international konkurrenzfähiges Album, das der Band den Teppich zu höheren Weihen ausrollte.

Doch danach begann der Tiger zu stolpern: Erst wechselte man zur Plattenfirma SPV, dann stieg kurz nach der Veröffentlichung des dritten Albums "Idendity" 2015 plötzlich der Chemnitzer Sänger Stephan Dietrich aus und machte erst einmal alle Tourneepläne zunichte. Zwar zauberten die Freiberger mit dem ausgesprochen talentierten Neu-Frontman Benjamin Jaino recht schnell ein sympathisches Ass aus dem Ärmel - der neue Sänger kam jedoch nicht optimal mit den vom markanten "Heulbojen"-Gesang Dietrichs geprägten Traditions-Powermetalsongs zurecht.

Monate feilte die Band im Proberaum und im Berliner Studio am ersten Album mit Jaino am Mikro, und eigentlich sollte die Platte schon in den Läden stehen. Doch kürzlich hat sich Alpha Tiger von der Book-ingagentur MAD getrennt. "Wir können und wollen die Platte erst veröffentlichen, wenn wir mit ihr auch vernünftig auf Tour gehen können", sagt Gitarrist Peter Langforth, der sich mit seinen Mitmusikern gerade eher wie der andere sprichwörtliche Tiger fühlt, dem im Käfig: "Die neue Platte ist richtig stark geworden. Wir haben zu uns selbst gefunden, die Songs sind eingängiger, aber auch tiefer. Da sind alle Erfahrungen, die wir bisher sammeln konnten, eingeflossen. Da ist es natürlich hart, das niemandem vorspielen und stattdessen nur mit den Füßen scharren zu können."

In der Tat hatte man vor allem bei der letzten Veröffentlichung "Identity" das Gefühl, die Band wisse noch nicht ganz genau, wohin sie mit ihrem Riesentalent eigentlich will. Dass die jungen Musiker sich mit ihrem Debüt stark am amerikanischen Powermetal der 80er orientierten, hatte ihnen zwar Schwung durch eine damals diesbezügliche Retrowelle verschafft, sie aber auch wenig eigenständig festgelegt. Da wirkten Texte und Songstrukturen doch mitunter etwas bemüht. Davon konnte man sich laut Langforth aber freimachen: "Wir schauen jetzt viel mehr auf die Qualität der Songs, weniger auf die Stilistik. Und erstmals hat sich unser neuer Sänger wirklich entfalten können. Das Ergebnis wird einige Leute verblüffen!"

Nun muss nur noch eines her: ein Veröffentlichungstermin.

www.facebook.com/AlphaTigerBand

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...