Burkinis - Untergang der Badekultur?

Badezeiten für Frauen, Muslimas in Burkinis - wollen wir das? Eine Streitschrift.

Chemnitz.

Picknick auf dem Badehandtuch, Pommes aus der Bude. Dazu der Geruch von Sonnenmilch. Rettungsschwimmer am Beckenrand. Klargechlortes Wasser, man guckt bis auf den Beckenboden, der himmelblau leuchtet oder stählern funkelt. Küsse auf der Liegewiese. Kopfsprung und erste Liebe. Halbnackte zeigen sich in der Halböffentlichkeit. Ein Mikrokosmos, in dem Intimität und größte Freizügigkeit zugleich herrschen. Ein Unding also. Das Unding nannte man früher Anstalt. Badeanstalt.

Heute heißt es Schwimmbad und man redet von Badekultur. Die Deutschen lieben das nasse und nackte Gewimmel, wie es Heinrich Zille zeichnete und das der Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz beförderte. Der Sachse kam 1842 in Arnsdorf, das heute zu Penig gehört, zur Welt. Er gilt als Vorkämpfer der Freikörperkultur. Ist diese in Gefahr? Tritt uns demnächst Susanna im Burkini entgegen? Nacktheit beim Baden war - historisch gesehen - nichts Ungewöhnliches. Verachtet, wenn nicht gar bestraft wurden dagegen jene, die eindrangen ins Bad, die lüstern gafften und noch mehr wollten. Davon erzählt die mehr als 2000 Jahre alte biblische Geschichte von Susanna im Bade.

Die Frau war schön und fromm und lebte mit einem reichen Mann. In dem Hause der Familie verkehrten auch zwei hoch angesehene alte Richter, die sich in Susanna verliebten. Sie lauerten der Frau im Bade auf, bedrängten sie und wollten sie zwingen, mit ihnen zu schlafen. Doch Susanna weigerte sich, schrie. Die Männer beschuldigen sie, Ehebruch mit einem jungen Mann begangen zu haben. Bei der Gerichtsverhandlung wurde Susanna zum Tode verurteilt. In letzter Sekunde hatte der Prophet Daniel eine Eingebung: Er ließ die beiden bis dahin angesehenen Richter getrennt befragen, unter welchem Baum Susanna den Ehebruch begangen habe. Der eine sagte, es sei eine Zeder gewesen, der andere, eine Eiche. Die Männer wurden getötet, Susanna kam frei.

Das alles spielte in Babylon, einer Stadt am Euphrat gelegen, etwa 90 Kilometer südlich vom heutigen Bagdad im Irak. Man hat im Laufe der Jahrhunderte vieles aus dieser antiken Geschichte abgeleitet. Für bildende Künstler ergab sich die Möglichkeit, Akte an der Zensur vorbei darzustellen. Juristen gilt die Auseinandersetzung um Susanna als Hinweis auf den Rechtsgrundsatz, Zeugen unabhängig voneinander zu befragen.

Doch der Freispruch von Susanna zeigt noch etwas höchst Bemerkenswertes. Schon vor Jahrtausenden galt in dieser Region, die heute islamisch geprägt ist, der Grundsatz, dass nicht die Frau schuldig ist, die sich zum Bade entkleidet und entkleiden muss. Nicht den Frauen ist anzulasten, dass Männer sich beim Anblick schöner holder Weiblichkeit nicht zügeln können. Auch eine leicht oder gar nicht verhüllte Frau ist nicht schuld daran, dass Männer glauben, ihren Trieben freien Lauf lassen zu können. Das Thema ist hochaktuell. Zum einen, weil die Freibadsaison an Fahrt gewinnt, bei der viele Flüchtlinge erstmals mit deutscher Badekultur konfrontiert werden. Zum anderen, weil viele Immigranten von Susanna im Bade noch nie etwas gehört haben ...

Die meisten Städte haben reagiert - mit Piktogrammen in ihren Bädern. Auch in Chemnitz und überhaupt in Sachsen hängen die Bilder mit kurzen, mehrsprachigen Texten. Die wichtigste Regel ist, dass man nicht ins Wasser springen soll, kann man nicht schwimmen. Nach Angaben des Deutschen Rettungsschwimmerverbandes ist das das größte Problem: Viele Immigranten können nicht schwimmen, springen aber trotzdem ins Wasser. Ungenügende Schwimmfähigkeit zeigen aber auch immer mehr Deutsche. In Spaßbädern spielen sie zwar, lernen aber nicht mehr so gut schwimmen wie einst auf 50-Meter-Bahnen. Diese Entwicklung regt fast keinen auf.

Andere Piktogramme fordern auf, die Duschen eines Schwimmbades vor dem Baden zu nutzen, während andere verbieten, sich Nägel zu schneiden oder Haare zu rasieren. Hinweise, die auch Deutsche nötig haben. Manche der Piktogramme zeigen zudem Badeanzug, Bikini und Burkini nebeneinander, so als existierten die Kleidungsstücke schon immer nebeneinander. Auf weiteren Bildern ist ein weiblicher Körper im Bikini zu sehen, nach dessen Po sich eine Hand streckt. Dazu ein Verbotszeichen. "Keine verbale und körperliche sexuelle Belästigung gegenüber Frauen in jeglicher Bekleidung", heißt es mehrsprachig im Text darunter.

Jegliche Bekleidung? Hieran entzündet sich Streit. Neutraubling in Bayern soll der erste Ort sein mit Burkiniverbot. Manche verurteilen das als spießig. Andere fühlen sich endlich einmal bestätigt. Also: Wollen wir Susanna im Burkini sehen? Die Frage klingt platt, die Antwort ist simpel. Susanna? So deutsch, wie ihr Name klingt, trägt sie keinen Burkini und kann nackt oder halbnackt baden - egal. Aber bei der Aussage, wir wollen auch Aishe, Achmedina und Güner nicht im Burkini sehen, schlagen die Wellen hoch. Es ist, selbst wenn der Sommer kühl bleiben sollte, ein heißes Thema.

Betrachtet man die deutsche Bademode der vergangenen rund 100 Jahre, kommt man zum Schluss, dass sie auch ein sichtbarer Ausdruck für die Emanzipation der Frauen ist. Eine Rückwärtsentwicklung? Bitte nicht! Dabei sollte man sehen, dass es den meisten Deutschen nicht um die Muslimas geht, die ihre Kopftücher wie ihre Ganzkörperbekleidung im Freibad ja alle freiwillig tragen mögen. Es geht auch nicht um hygienische Vorbehalte. Die sind vorgeschoben: Die Burkinis sind modern und außerdem aus demselben Stoff wie ein knapper Bikini. Und der Anteil jener, die sich vor dem Baden nicht duscht, dürfte bei Burkini-, Bikini- und Badeanzugträgerinnen gleich sein. Andererseits können Burkini-Befürworter das Argument der freien Religionsausübung nicht bringen. Der Ganzkörperschwimmanzug ist eine Erfindung jüngster Zeit und westlicher Marktwirtschaft.

Es geht also weder um freie oder nicht freie Entscheidung der Muslimas, nicht um Hygiene, nicht um Religion. Sondern das Problem ist, dass in Gegenwart voll bekleideter Menschen die fast Nackten ihren Schutz, ihre Freiheit, ihr Wohlbefinden verlieren. Im deutschen Freibad, in dem alle mehr oder weniger entblößt sind, herrscht Harmonie, weil alle etwa in demselben Maße entblößt sind. Wenn alle mehr oder weniger nackt sind, werden diejenigen als Eindringlinge empfunden, die angezogen bleiben. So, wie man seit jeher diejenigen rigoros vom FKK-Strand verweist, die angezogen daherschlendern, wenden sich viele gegen die Frauen in Burkinis. Von denen geht nicht zuletzt unausgesprochen der Vorwurf aus, nicht sittsam, sondern sündhaft zu leben.

Dies zum einen. Zum anderen schwingt im Schwimmbecken noch etwas anderes mit. Es ist ein Ort, an dem Sexualität spielt - ohne dass Sex stattfindet. Hier wird getestet, wann der Spaß aufhört und wann Gewalt anfängt. Zwar zieren sich junge Mädchen und wehren sich anscheinend nach Kräften, wenn Jungen sie zum Becken ziehen. Aber wären sie nicht gleichsam enttäuscht, würden die Kerle immer nur die anderen Mädchen ins Wasser schubsen? Untergetaucht zu werden - das hat selten etwas mit Gewalt zu tun, fühlt sich aber fast so an. Es ist ein Spiel um Vertrauen. Vertrauen darauf, dass beim Untertauchen der Partner in dem Moment, in dem das Spiel in Machtausübung umschlagen könnte, einen wieder auftauchen lässt. Im Bad sind Grenzen fließend, vor allem Verhaltensgrenzen.

Fraglich ist, ob jene die Gratwanderung lernen wollen, die aus anderen Kulturen stammen. Die nichts von Gleichberechtigung wissen und wissen wollen. Die kein Freibad kennen und schon gar nicht das gemeinschaftliche Baden und Sonnen von halbnackten oder nackten Frauen und Männern. Müssen sie das, was sie vom Beckenrand aus beobachten, zwangsläufig missverstehen? Missverstehen in dem schlichten Sinne, dass Männer die Frauen auch ohne deren Einverständnis ins Wasser schubsen, tauchen und begrapschen können?

Sagen wir es so: Sie müssen vor allem die Feinheiten respektieren, nicht nur das Simple, das auf den Piktogrammen dargestellt ist. Zu den Feinheiten gehört die Akzeptanz der traditionellen Kleiderordnung. Traditionell trägt Frau in unseren Breiten nicht Burkini; hier leben Nachfahren von Friedrich Eduard Bilz.

Und die wollen die Burkinis nicht - wie sie Burkas nicht wollen. Auch, weil diese Kleidung eben nicht religionsimmanent ist. Sondern sie ist lediglich Ausdruck einer Denkweise, die im Menschen keine vernunftbegabten Wesen sieht: Sie degradiert muslimische Männer zu unzügelbaren Lüstlingen und reduziert Frauen auf Sexualobjekte.

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36Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    gelöschter Nutzer
    05.07.2016

    Einer der besten Kommentatoren, die Deutschland derzeit hat:
    "Laut einer internen Mail der Düsseldorfer Polizei kommt es in Schwimmbädern immer öfter zu sexuellen Übergriffen. Die Täter sind meist Zuwanderer und in Gruppen unterwegs. Offiziell äußert sich die Polizei allerdings nicht zu dem Thema. Dazu ein Kommentar von RTL WEST Chef Jörg Zajonc."
    >>> https://www.youtube.com/watch?v=lmTf4fTp4LU&feature=youtu.be

  • 9
    2
    GrafZ
    05.07.2016

    @Backadder: Natürlich gibt es so etwas. So wie es das Mädchen gab, die sich ein Hakenkreuz ritzte oder die altbekannte Sebnitz-Geschichte. Und dennoch gibt es in Sachsen gewalttätige Neonazis. Wenn ich Sie in Ihren Kommentaren richtig verstehe, teilen wir diese Sicht. Nur sind Migranten nicht per se bessere Menschen und es trifft ja tatsächlich zu, dass einige von Ihnen ein furchtbares Menschenbild haben. Wieso sollen manche Opfer nicht zugleich Täter sein. Und dann muss man auch die Kraft haben und sagen: Ihr seid Täter. Hier einfach nur auf Fehlanzeigen verweisen, ist genau so, wie ein Rassist, der meint, in Sachsen gäbe es kein Rassismus, weil in Sebnitz die Bild-Zeitung eine ente verbreitet hat.

  • 2
    12
    Blackadder
    05.07.2016

    @GrafZ: Mistelbach ist für mich mal wieder ein tolles Beispiel dafür, wie Hysterie dazu geführt hat, dass Flüchtlinge nur noch eingeschränkt den Badebetrieb nutzen durften und pauschal verurteilt wurden (wie das auch hier in vielen Kommentaren der Fall ist) und dann stellte sich - wie leider so oft - heraus, dass der Übergriff eine reine Erfindung war. Ich denke nicht, dass man "der Sache" schadet, wenn man darauf hinweisst. Zumal die Sache bei mir nur bedeutet: gegen pauschale Vorverurteilung und "Sippenhaft". Nicht mehr, nicht weniger.

  • 5
    5
    GrafZ
    05.07.2016

    @Blackadder: Ich denke, mit solchen Kommentaren schaden Sie Ihrer Sache. Sicherlich ist die Nachricht, auf die sich vomdorf bezieht (BILD), sehr reißerisch und Wasser auf die Mühlen von Rassisten. Aber es ist nun mal so, dass in den nun an die Öffenlichkeit gekommenen Polizeipapieren von einem Anstieg derartiger Delikte berichtet wird. Einen recht ausgewogener Berich hiert: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/wirbel-um-internes-papier-jeder-sexuelle-uebergriff-im-schwimmbad-ist-einer-zu-viel-aid-1.6097044 Der Gemeinplatz, dass je einzelne Sexualstraftat eine zu viel ist, sollte auch in der (Freien) Presse dadurch untermauert werden, dass die meisten derartigen Handlungen an dem Ort passieren, der den Rettern des Abendlandes das Heiligste ist: in der eigenen Familie. Und das über alle Religionen hinweg. Was ich bei dem Artikel von Frau Prase nicht verstehe, mit welchem juristisch plausibel Grund will man eine derartige Diskriminierung durchsetzen? Artikel 3 GG gilt doch noch, oder?

  • 1
    8
    Blackadder
    04.07.2016

    @vomdorf: Meinen Sie Mistelbach?

    http://kurier.at/chronik/niederoesterreich/maedchen-hat-sexattacke-im-bad-erfunden/207.772.350

  • 10
    2
    vomdorf
    04.07.2016

    Heute kann man in den Nachrichten hören bzw. lesen, dass in einigen Schwimmbädern "Gruppenbegrapschungen" zugenommen haben. Das musste nun von staatlicher Stelle bestätigt werden. Liegt natürlich an den deutschen Frauen - was müssen die auch so halbnackt rumrennen?

    Das Problem ist doch, dass viele der Durchreisenden neuen männlichen
    Mitbürger einfach mit unserem Leben nicht klar kommen und, da ihnen nichts passiert, sie denken, sie können sich alles erlauben und die Sau rauslassen.Ihre eigenen Frauen stecken sie in einen Burkini und bevor ihnen das Testosteron aus den Ohren läuft bedienen sich sich an unseren Mädchen und Frauen.
    Und ja, es gibt auch bei uns solche kranke Hirne, die gehören genau so bestraft.

  • 11
    5
    DerWundePunkt
    03.07.2016

    @TaiBlaine Warum soll ich als Deutscher in Deutschland mein Denkmuster ändern? I c h will nicht in einem muslimischen Land leben. Die Muslime, die hierherkommen, wollen aber in einem modernen europäischen Land leben. Also haben die sich anzupassen. Und wenn es ihnen hier nicht gefällt, können sie gerne, sehr gerne, wieder dorthin zurück gehen, woher sie gekommen sind. Was sie bisher dort geleistet haben können solche "Toleranten" wie Sie aus jeder Nachrichtensendung erfahren.

    Und ob alle diese Frauen den Burkini wirklich freiwillig tragen, wage ich zu bezweifeln.

  • 6
    5
    GrafZ
    03.07.2016

    Gibt es denn, wie hier behauptet, eine allgemeine Badeordnung? Kontrolliert wirklich der Bademeister den Stoff meiner Hose?

    Was an dem Artikel irritiert, ist die Verknüpfung von Migranten, Muslimen und Bedrohung. Vielleicht wäre der sachlichen Debatte geholfen, wenn nach juristischen Grenzen gefragt wird.

  • 4
    3
    02.07.2016

    @TaiBlaine
    Es gibt Synthetik-Badeshorts, welche trotzdem lt. Badeordnung verboten sind. Begründung ist dieselbe.

  • 7
    7
    TaiBlaine
    02.07.2016

    @Hübnererich: Ja, genau! Wir feiern das so sehr und wollen, dass alle Frauen in Deutschland das jetzt tragen müssen! FALSCH! Es geht hier um eine einzige Sache: Toleranz. Ich als Deuscher muss schließlich auch richtig fette Menschen in Bikinis tolerieren, obwohl ich persönlich das alles andere als ästhetisch finde. Wieso können sie und Ihresgleichen nicht auch Frauen tolerieren, die eine etwas andere Bademode bevorzugen? Denn nichts anderes ist ein Burkini. Wo werden denn bitte die Errungenschaften der Frauenrechtlerinnen zurückgenommen?

    Was ich übrigens noch sagen wollte: der Titel des Artikels könnte genauso aus der Bildzeitung stammen. Er suggeriert, dass es jetzt "Pflicht" wird für alle Frauen einen Burkini zu tragen und damit die "deutsche Badekultur" zu Grabe getragen wird. Wo bitte wird das gesagt? Ein paar wenige muslimische Frauen tragen einen Burkini und schon wird vom Untergang gefaselt. Die meisten streng gläubigen Muslime gehen wahrscheinlich überhaupt nicht ins Schwimmbad.

    Und nochmal zum drüber Nachdenken: Versucht doch mal, von heute auf morgen aus euren über Jahrzehnte geprägten Denkmustern und Verhaltensweisen auszubrechen. Übertragen auf die muslimischen Frauen: Jahrzehntelang nur verhüllt, unterdrückt, alle möglichen Dinge waren verboten. Dann kommt man in ein Land in dem Frauen (weitestgehend) gleichbehandelt werden. Natürlich zieht sich die streng muslimisch erzogene Frau als erstes einen freizügigen Bikini an um nicht aufzufallen. Seht es doch als ihren zaghaften Versuch sich einer Gesellschaft langsam anzupassen, die ein ganz anderes Frauenbild hat, als das was sie gewohnt sind. Aber nein, der Deutsche sieht es als Angriff auf seine Freiheiten. *kopfschüttel*

    (Ich frag mich immernoch, wem genau es schadet, dass Frauen FREIWILLIG einen Burkini tragen, statt eines Badeanzugs oder gar Bikinis.)

  • 3
    5
    Soundnichtanders
    02.07.2016

    Nun ja, Hauptsache deutsche Reisende unterwerfen sich in den arabischen Ländern den dortigen Gepflogenheiten. Umgekehrt geht das natürlich nicht. Wir sind ja liberal und tolerant.

  • 8
    6
    Hübnererich
    02.07.2016

    Es ist wieder erschreckend wie die Beiträge gerade aus dem links/grünen Lager ein äußeres Zeichen der Unterdrückung und Unfreiheit der Frau relativieren,ja geradezu begrüßen, vor allem unter dem Zeichen einer angeblichen Toleranz und Weltoffenheit. Als ob ein Kampf um Frauenemanzipation ihrer Lichtgestalten, wie Rosa Luxemburg,Ruth Fischer,Alexandra Kollonai oder Clara Zetkin, nie stattgefunden hat. Unfassbar!

  • 8
    4
    Jemand
    02.07.2016

    TaiBlaine:"Vor Sprengstoffgürteln unter den Burkinis wird man jedenfalls keine Angst haben müssen, dafür sind sie zu eng geschnitten."
    Soll das jetzt ein Argument für Burkinis sein? Dann müssten Sie aber gegen die Burka sein, denn da lässt sich ein Sprengstoffgürtel sehr wohl verstecken. (Das ist zwar kein Thema für Belustigungen, aber ich konnt mirs nicht verkneifen.)

  • 5
    10
    fp2012
    02.07.2016

    @TaiBlaine:
    "Ich erinnere mich noch an Zeiten, da wurden Waschbecken, Busse, Krankenhäuser und Schulen nach Hautfarbe getrennt."
    Nun, ich denke der eine oder andere Forist würde die Wiedereinführung richtig gut finden. Könnte er doch endlich mal wieder sein Herrenrassetum ausleben.
    Aber Döner könnte es schon ab und an noch geben.

  • 7
    16
    TaiBlaine
    02.07.2016

    @vomdorf: Sie bezeichnen Flüchtlinge und "einheimische" Muslime als Gäste und setzen trotzdem unterschiedliche Maßstäbe für deutsche Urlaubsgäste an. Sie schreiben "Unser Land - Unsere Regeln" aber gleichzeitig interessieren sie die Regeln in den Urlaubsländern überhaupt nicht. Außerdem woher wollen sie wissen, ob den Frauen, die mit Burkini baden gehen, die deutsche Kultur zuwider ist? Möglicherweise fühlen sie sich eben einfach nur unwohl, wenn sie halbnackt in der Öffentlichkeit sind? Wollen sie deswegen den Frauen verbieten in ein Schwimmbad zu gehen, nur weil SIE den "scheulslichen Anblick eines verhüllten Frauenkörpers" nicht ertragen können? Versuchen sie wenigstens mal ansatzweise sich in diese Menschen hineinzuversetzen. Vor Sprengstoffgürteln unter den Burkinis wird man jedenfalls keine Angst haben müssen, dafür sind sie zu eng geschnitten. Aber der gemeine Michel fürchtet eben alles, was seiner "guten deutschen Kultur" fremd ist.

  • 5
    7
    Schinderhannes
    02.07.2016

    @ TaiBlaine:

    Danke, besser hätte man es nicht ausdrücken können.

  • 11
    2
    Jemand
    02.07.2016

    Ergänzung zum eben Geschriebenen:
    Frau Prase, auch wenn Burka und Burkini "religionsimmanent" wären (manche behaupten dies ja auch): sie dürften auch da aus genannten Gründen nicht toleriert werden.

  • 16
    2
    Jemand
    02.07.2016

    "Burkas und Burkinis sind lediglich Ausdruck einer Denkweise, die im Menschen keine vernunftbegabten Wesen sieht: Sie degradiert muslimische Männer zu unzügelbaren Lüstlingen und reduziert Frauen auf Sexualobjekte."
    Dieser Fakt reicht völlig aus, um Burkas und Burkinis bei uns nicht zu tolerieren - da bedarf es überhaupt keiner anderen Begründungen mehr.

  • 18
    6
    vomdorf
    02.07.2016

    @ TaiBlaine: Der Unterschied zu den Urlaubern, die in den Urlaubsländern ihre Kultur weiter pflegen und unseren Gästen ist doch, dass wir dafür bezahlen und diese Länder wollen, dass wir hinkommen, denn sie leben ja zum großen Teil von unserem Geld. Dabei wird sich kein Urlauber aufregen, wenn die Frauen dort eingepackt rumlaufen.
    Hier leben sie zwar auch von unserem Geld, stellen aber Forderungen.
    Man stelle dich vor, dass Deutsche in einem muslimischen Land fordern würden, einen FKK Strand anzulegen.....Ach, so eine Forderung wäre unverschämt?
    Unser Land - unsere Regeln!
    Nie im Leben werde ich verstehen, warum man in ein Land geht, deren Kultur mir zu zuwider ist. Und machen wir uns nichts vor: die, die es bis zu uns schaffen, sind nicht arm, denn die armen Menschen aus diesen Ländern haben nicht das Geld für die Flucht.

  • 5
    9
    Lexisdark
    02.07.2016

    @Taiblaine Kann ich so nur bestätigen... Egal ob privat oder beruflich, suchen viele erstmal nach dem deutschen Bier und Essen oder buchen gleich Hotels mit entsprechendem Angebot... Und sich dann vor Ort über die Einheimischen aufregen, wenn man überhaupt im abgeschotteten Tourismusgebiet welche antrifft... Welch einen Wind gab es um eine deutsche Delegation im Iran, wo die Frauen Kopftücher tragen mussten.. Da waren sie Gäste, aber das ist ja immer was anderes... Hier wird immer mit zweierlei Maß gemessen...

  • 0
    4
    aussaugerges
    02.07.2016

    Sie folgen doch nur dem Herrn Erdogan!

    Nicht zu A s s i m i l i e r e n, also wieso die galaktischen Kosten für die Integrationsbeauftragten.

  • 4
    13
    TaiBlaine
    01.07.2016

    @Interessierte: Ich erinnere mich noch an Zeiten, da wurden Waschbecken, Busse, Krankenhäuser und Schulen nach Hautfarbe getrennt. Auch da hat man gesagt, das sei keine Ausgrenzung, sondern nur Trennung.

  • 7
    15
    TaiBlaine
    01.07.2016

    @norbertfiedler70: Erstmal lesen, bevor man loswettert. Ein Burkini ist aus dem selben Material wie jede Badehose oder Bikini. Eine Bermudashorts ist zumeist aus Baumwolle und saugt somit viel mehr Wasser auf.

    @Traudel: Googlen sie doch mal Bilder von Burkinis. Für mich haben die noch am ehesten Ähnlichkeit mit einem Taucheranzug. Das Gesicht ist jedoch in jedem Fall gut zu erkennen. Naja, aber auch hier gilt: erstmal wettern, bevor man sich informiert hat.

    @alle: Ihr regt euch darüber auf, dass Menschen aus anderen Kulturkreisen ihre Kultur auch bei uns ausleben, obwohl sie damit keinem wehtun. Aber sobald ihr in die Türkei oder nach Tunesien in den Urlaub fliegt, zieht ihr trotzdem euren Bikini an und nehmt die "gute deutsche Kultur" mit und es ist euch Scheißegal, ob sich ein Einheimischer daran stört, dass ihr halbnackt über den Strand turnt. Denkt mal drüber nach.

    Und jetzt her mit den roten Daumen, ich weiß, dass sie kommen werden. *kopfschüttel*

  • 3
    12
    Interessierte
    01.07.2016

    Zumindest hatte das der Andrè Heller so gesagt :
    Mann soll keine Flüchtlingsunterkünfte anbrennen sondern sagen : " Nein , wir wollen das nicht !"
    Und damit müßte das Problem an sich erledigt sein ...

    Aber so , wie es Textil- und FKK-Strände gibt , sollte es eben auch Burka-Strände bzw. Bäder geben ( ersteres war ja auch keine Ausgrenzung , sondern lediglich Trennung )

  • 10
    3
    Soundnichtanders
    01.07.2016

    Klare und eindeutige Antwort: Nein, ich will das nicht. Weshalb so ich tolerieren, was andere nicht toleriert? Weshalb extra Badezeiten und Burkini, wenn islamisch geprägte Menschen die mitteleuropäische Badekultur ablehnen oder missbrauchen und ich mich auch nicht nackt wie ich es mag in islamischen Kreisen bewegen kann. Warum? Warum?

  • 10
    6
    geiluc
    01.07.2016

    na klar fp2012 ...sie sind der robin hood der frauen...der versteher, der tröster der frauenbewegung... gerade einer ,der vor allen angst hat,der vor zerbrochenen scheiben zittert will hier mahnen...

  • 9
    13
    fp2012
    01.07.2016

    Mal abgesehen davon, dass ich Burkinis in Freibädern bei uns ablehne, hat sich einer von den schnappatmenden Herrschaften hier vor der Flüchtlingskrise auch nur ein Mindestmaß um Frauenrechte gekümmert?
    Mal über das Bierholen schicken zum Fussball hinaus?
    Einfach nur lächerlich, was hier abgeht.

  • 18
    2
    01.07.2016

    Es gibt Regeln welche für alle gelten sollten. In Schwimmbädern gibt es i.allg. eine Kleiderordnung z. B. ein Verbot für Bermudashorts und ähnliches. Dies wird u.a damit begründet, dass die Shorts zu viel Wasser aufnehmen. Implizit ergibt sich daraus auch ein Verbot mit anderen größeren Kleidungsstücken wie z. B. ein Burkini ins Wasser zu gehen.

  • 15
    2
    Schaulies
    01.07.2016

    ich bin froh das man seit der DDR was nacktes nicht mehr anstößig findet und es keine Badeanzüge für Frauen und Männer gibt, wie noch in den 1920 Jahren und dahin gehts wieder? Schöner Fortschritt!

  • 23
    7
    Hübnererich
    01.07.2016

    Es ist traurig und zugleich irritierend, im Jahre 2016 in Deutschland einen Artikel in einer Zeitung zu finden, der die Badebekleidung unserer einheimischen,emanzipierten Frauen verteidigen muß. Das alles im Zeichen des ungehinderten Einströmens von Menschen, die hauptsächlich einer mittelalterlichen,frauenfeindlichen Ideologie angehören. Was kommt als nächstes? Müssen wir uns rechtfertigen weil wir Schweinefleisch essen,Bier trinken oder Hunde als Haustiere halten oder erst mit 18 Jahren heiraten dürfen? Ich bin gespannt.

  • 18
    6
    Traudel
    01.07.2016

    Schön, dass Frau Prase mit Ausflügen in die Geschichte versucht, uns den Begriff andere Völker andere Sitten nahezubringen. Wir haben nun aber eine andere und lange gewachsene Kultur- auch im Freibad, Seen und anderen Gewässern. Vor allen Dingen haben wir - zumindest in früheren Zeiten - das Schwimmen erlernt oder gar im Schulsport erlernen müssen, bevor wir ohne permanente Aufsicht ins Wasser durften. Die Badebekleidung änderte sich auch über die Jahre - vom Badekarren, Badeanzug, Bikini, Dreieckbadehose usw.
    Heute brauchen wir Intgrationsbeaftragte, die sagen müssen, wer nicht schwimmen kann, darf nicht ins Wasser. Man muss den Bemitleidenswerten Eltern mitteilen, dass ihre Kinder nicht abends um 22.00 Uhr an einem Weiher ohne Aufsicht spielen dürften - zumal sie des Schwimmens nicht mächtig sind und nicht zuletzt, dass man im Freibad nicht im Wintermantel badet oder vollverschleiert ins Wasser geht. Was ist, wenn ein kleines Kind dieses "plötzlich auftauchende Etwas" als "Untier" wahrnimmt und evtl. ärtzlich behandelt werden muss? Wir sollten also ganz bestimmt bei unseren Gepflogenheiten bleiben und Gäste haben sich zu Integrieren oder baldmöglichst wieder in ihre Palmenumgrenzten Oasen zurückzuziehen.

  • 22
    4
    geiluc
    01.07.2016

    bisher ging es auch ohne burkas und bademäntel...was soll überhaupt so eine debatte ?wer hier schutz sucht und was will hat sich anzupassen ansonsten hat er oder sie hier nichts zu suchen und sollte besser wieder ausreisen...

  • 13
    6
    Interessierte
    01.07.2016

    Abgesehen von der Freikörperkultur , für das Baden gibt es Badebekleidung ...
    Alles andere ist unhygienisch ...
    Ich kann auch nicht mit Slip-BH-Kleid und Mantel ins Wasser gehen , auch , wenn mein Mantel "Mantel" - und nicht Burka heißt

  • 14
    0
    saxon1965
    01.07.2016

    Erst mal Lob, Frau Prase, für diese Streitschrift. Ist eine Diskussion über Toleranz und Prinzipien wert.
    Meine Meinung ist bei solchen Themen: Andere Länder, andere Sitten (berücksichtigen)!
    Möchte ich wo anders leben oder muss ich wo anders leben, dann sollte ich mich in der Öffentlichkeit den dortigen Gepflogenheiten unterordnen.
    Man stelle sich diese und andere Problematiken nur mal anders herum vor.
    Dennoch plädiere ich für ein gewisses Maß an Toleranz und Nachsicht. Verstocktheit bringt einen Gastgeber auch nicht weiter. Gleichfalls sollten sich Gäste wie solche benehmen. Das ist im Privaten so und sollte in einer Gesellschaft nicht anders sein.

  • 29
    3
    roberti
    01.07.2016

    Guter und infornativer Artikel. Danke. Wer hier in der Burka rumläuft, will siuch halt nicht integrieren. Also wieder ausreisen lassen.

  • 32
    2
    Mabel
    01.07.2016

    Danke, Frau Prase! Das war endlich mal ein klares Wort. Burkini statt Burka ändert nichts daran, dass diese Art der Bekleidung nicht nach Europa gehört. Die Burka soll die Frau vor der Zudringlichkeit der Männer schützen. Ob es in den Ländern, in denen die Burka getragen wird, nötig ist, die Frauen vor den Männern zu schützen, kann sein, ich weiß es nicht. In Europa jedoch ist diese Art von Schutz überflüssig. Männer, ganz gleich aus welchem Kulturkreis, die ihre Finger nicht in der Gewalt haben, begehen in Deutschland Straftaten, und eine Burka wird sie nicht von Zudringlichkeiten abhalten. Man sollte aber ertappten Grapschern nicht nur mit dem Zeigefinger drohen, sonder kräftig auf die lüsternen Pfoten hauen, und zwar konsequent. Noch ein Gedanke: Wenn ich eine Burka sehe, dann ist mir dieser Anblick unheimlich und ich denke an Enthauptungen, öffentliche Hinrichtungen und Sprengstoffgürtel. Wohl gemerkt, ich unterstelle das nicht, aber den Gedanken kann ich nicht unterdrücken.



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