Das Kino. Unendliche Weiten.

Unter dem schlichten Titel "Star Trek: Der Film" startete vor 40 Jahren eine der langlebigsten Reihen der Filmgeschichte. Am 6. Dezember 1979 feierte das Science-Fiction-Abenteuer in Washington D. C. Premiere.

Der Kinofilm "Star Trek: Der Film" vor 40 Jahren war nicht wirklich eine direkte Fortführung der Original-Serie, die es zwischen September 1966 und Juni 1969 auf insgesamt 79 Folgen gebracht hatte. Vielmehr bildete er den Start eines Filmzyklus' mit lange nicht gesehenen, altbekannten Seriencharakteren, die auch hierzulande unter dem Titel "Raumschiff Enterprise" in Galaxien vordrangen, "die nie ein Mensch zuvor gesehen hat". Trotz Fan-Protesten war die Serienproduktion aufgrund mangelnder Einschaltquoten eingestellt worden. Erst der Verkauf an lokale Privatsender, die alle Folgen ständig wiederholten, brachte den Kult um die Reisen in fremde Welten richtig in Schwung und ließ die Anhängerschaft wachsen.

Der Sprung von der Glotze auf die große Leinwand war so eine beinahe logische Konsequenz. Zur Handlung: Unter dem Befehl seines alten Kommandanten James Tiberius Kirk (William Shatner) soll der notdürftig überholte Sternenkreuzer U.S.S. Enterprise eine Energiewolke stoppen, die sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Angesichts der Bedrohung hat der zum Admiral aufgestiegene Kirk das Kommando von Captain Decker (Stephen Collins) übernommen. Für ihre Rolle als Lieutenant Ilia hatte sich die Miss Indien von 1965, Persis Khambatta, sogar den Kopf kahl rasieren lassen.

Auch Kirks altgediente Kampf- und Weggefährten Dr. "Pille" McCoy (DeForest Kelley), Mr. Spock (Leonard Nimoy), Kommunikationsoffizierin Lieutenant Uhura (Nichelle Nichols) sowie Chefingenieur Scott (James Doohan) stoßen zur Crew hinzu. Schließlich entdecken sie im Inneren der Wolke eine hoch entwickelte Maschinenintelligenz namens V'ger, die auf der Suche nach ihrem Schöpfer alles zerstört.

Die Schauspieler waren unsicher, wie sie mehr als zehn Jahre nach Drehschluss der Serie beim Publikum ankommen würden. Spezielle Beleuchtung und Kameratricks wurden verwendet, um das Altern der Darsteller zu verbergen. Shatner setzte sich selber vor den Dreharbeiten auf strikte Hungerkur.

Die Geschichte des ersten Star Trek-Films war ursprünglich für die Pilotfolge der 1975 geplanten Fernsehserie "Phase Two" vorgesehen. Nach dem Kassenschlager "Krieg der Sterne" von Georg Lucas 1977 war der Erfolgs- und Zeitdruck auf die Star Trek-Macher immens gestiegen. Das Studio Paramount Pictures entschied sich erst nach langem Hin und Her für den Kinofilm mit der Original-Crew. Die Inszenierung übernahm Regie-Veteran Robert Wise ("West Side Story").

Um beim Budget zu sparen, waren einige der Kulissen für die nie produzierte "Phase Two"-Serie verwendet worden. Obwohl die Produktionskosten den Etat von 40 Millionen Dollar überstiegen, war das Science-Fiction-Epos 1979 mit einem weltweiten Einspielergebnis von 139 Millionen Dollar der vierterfolgreichste Film. In die Kinos der DDR kam der Streifen übrigens erst am 25. April 1986.

"Ein sehenswertes Science-Fiction-Abenteuer mit gelungenen Spezialeffekten, exzellenter Musik und einer hervorragenden Kameraarbeit", zog Prisma Online ein durchweg positives Filmfazit. Andere Kritiken fielen weniger wohlwollend aus: "Langweilig inszeniert, stereotyp in der Figurenzeichnung und mit einem pseudo-philosophischen Überbau", resümierte das "Lexikon des Internationalen Films".

Dennoch wurde der Film in mehreren Kategorien für "Golden Globe Award" und "Oscar" nominiert, erhielt 1980 allerdings nur eine Auszeichnung für die besten Spezialeffekte. Seit 2002 gibt es die "Director's Edition" als DVD mit neuen Digitaleffekten und geänderten Szenen. Im Star Trek-Special zum 25-jährigen Jubiläum erinnert sich Shatner: "Für die Regie waren die Regisseure Steven Spielberg, Francis Ford Coppola und George Lucas im Gespräch. Alle arbeiteten aber an anderen Projekten und hatten keine Zeit."

Es sollten zwölf weitere Kinofilme aus dem Star Trek-Universum folgen. Der bislang letzte, "Star Trek Beyond" kam 2016 in die Lichtspielhäuser. 2017 begann die Fernsehserie "Star Trek: Discovery", weitere Ableger befinden sich in Produktion beziehungsweise Vorbereitung.

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